Mitte September dreht sich bei Schuler wieder einmal alles um Kunst, Schmuck und Antiquitäten und wieder einmal konnte das Zürcher Auktionshaus eine spannende und schöne Offerte zusammenstellen, die an mehreren Tagen versteigert wird. Einige Highlights daraus möchten wir Ihnen nun vorstellen.
Unter den Alten Meistern sticht vor allem ein Werk des niederländischen Malers Jacob Duck hervor. Duck, der meist Genreszenen malte, kombiniert hier eine solche mit einem Vaniats-Stillleben.

Dargestellt ist eine Kurtisane, oder vielleicht auch eine Kupplerin, die friedlich vor sich eindöst, während ihr ein Freier für die geleisteten Dienste ein Geldstück auf den Tisch legt. Als das Gemälde im 19. Jahrhundert versteigert wurde, lautete sein Titel im Auktionskatalog In- terieur, in dem ein Mann eine Scheibe Zitrone vom Teller nimmt – eine unnötige moralisierende Umbenennung, hat Duck der Szene doch die typischen Beigaben eines Vanitas-Stilllebens, darunter Gamba, Spiegel und Pfeife, beigefügt und weist damit auf die vergängliche Eitelkeit und die Faulheit der Dame hin, die sich durch ihr (Nichts-)Tun mindestens einer Todsünde schuldig macht.

Einen Sprung vom 17. ins 19. Jahrhunderts vollziehen wir nun mit der gleichermaßen stimmungsvoll wie auch detailgenau wiedergegebenen Ansicht des Hafens von Palermo des Schweizer Landschaftsmalers Jakob Wilhelm Huber. Huber lebte ab 1815 in Neapel, wo er im Umfeld der Schule von Posillipo malte, für deren Vertreter die Betonung von Lichtverhältnissen und -effekten im Mittelpunkt stand.

Rund 100 Jahre nach Gründung der Schule von Posillipo gründeten Hans Arp, Walter Helbig und Oscar Lüthy mit dem Modernen Bund die bedeutendste Künstlervereinigung für moderne Kunst in der Schweiz. Bei Schuler kommt eine Mappe mit fünf graphischen Arbeiten zum Aufruf, darunter auch die Radierung Garten der Leidenschaft des kurz nach der Gründung beigetretenen Paul Klee (s. Abb.).
Noch einmal zurück in die Zeit von Jacob Duck geht es mit einer hochinteressanten Glasscheibe von 1633, die das Papsttum dem wahren Glauben gegenüberstellt, indem sie die Prunksucht und Eitelkeit, die in der katholischen Kirche herrschten, anprangert (z. B. Christus reitet auf einem Esel, der Papst auf einem Pferd).

Wieder im hier und heute sind wird mit Kleiner Bruder aus Messing und Phosphorbronze des 2016 verstorbenen Bildhauers Günter Haese. Um seine filigranen kinetischen Werke in Bewegung zu versetzen, verzichtete Haese stets auf den Einsatz eines elektrischen Antrieb, sondern setzte auf die Kraft der sie umgebenen Luft.
Ebenfalls Teil der Auktion ist eine Abstecher Richtung Osten, mit Persien als erste Zwischenstation. Dort wurde um 1880 dieser Khorasan angefertigt, der durch seine ausgefallene Musterung mit Tierdarstellungen und filigranen Borten besticht.

Einer der Schwerpunkte der Asiatika-Offerte ist japanisches Kunsthandwerk. Zu den Highlights zählt dabei eine Samurai-Rüstung der späten Edo-Zeit, die sich seit den späten 1980er Jahren in Schweizer Privatbesitz befindet.

Ein höchst gelungenes Wiederaufleben des Louis XVI-Stils ist einem Kunsttischler des 20. Jahrhunderts mit dieser Kommode gelungen. Sowohl die Intarsien als auch die vergoldeten Bronzebeschläge können mit den höchst kunst- und qualitätsvollen Arbeiten des 18. Jahrhunderts mithalten.

Einen Designklassiker haben wir mit Merkt Oppenheims surrealistischem Tisch Traccia vor uns. Der Name ist bei Oppenheims berühmtem Entwurf Programm, bedeutet der italienische Name doch "Spur" oder "Fährte" und verweist damit auf die Krallenabdrücke der Tischbeine, die auf der Tischplatte erkennbar sind.
So golden wie bei Oppenheims Entwurf geht es auch in der Schmuckofferte zu, beispielsweise mit einer naturgetreuen Erdbeer-Brosche von Tiffany. Ein echter Hingucker ist auch ein Roségoldring mit Paraiba-Turmaline 1.34 ct und 5 Brillanten von Juwelier John R. Wullschleger.

Beide Pretiosen stammen aus einem Nachlass mit 140 Schmuckstücken, der bei Schuler für den guten Zweck versteigert wird. Der Erlös kommt dem Tierschutz zugute.

Mit einer goldenen Tabatière schließt sich nun der Kreis dieser Auktionsvorschau, denn wie das Gemälde Jacob Ducks weist auch das Mikromosaik auf dem Deckel der Dose auf die Vergänglichkeit hin. Die mythologische Szene zeigt Chronos, der den Ablauf der Lebenszeit versinnbildlicht, und die drei Parzen, die als Schicksalsgöttinnen Einfluss auf das Leben nehmen.
Die Versteigerungen finden vom 16.-18. September im Auktionshaus Schuler, Seestraße 341, in Zürich statt. Bereits am 14. September findet die Blaue Auktion ausschließlich online statt. Auktionsbeginn ist an allen Tagen um 9 Uhr.
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