Am 19. und 20. Juni sind im Kölner Auktionshaus Lempertz alle Augen auf die Werke moderner und zeitgenössischer Künstler gerichtet, die in einem Day Sale und einem Evening Sale versteigert werden.

Den Auftakt zu diesen rund 400 Losen bildet eine der Fotografie gewidmete Auktion, die am 19. Juni um 14 Uhr stattfindet und Werke namhafter Künstler wie Heinrich Kühn, August Sander, Henri Cartier-Bresson, Horst P. Horst, Robert Capa und Will McBride.

Während Alfred Stieglitz in dieser Offerte einen kritischen Blick auf das Zwischendeck eines Einwandererschiffes wirft, bringt uns Edward Weston die natürliche Ästhetik eines halbierten Kohlkopfes näher.

Um 18 Uhr geht es weiter mit dem moderner und zeitgenössischer Kunst gewidmeten Evening Sale. Hier trifft man auf viele namhafte Künstler, deren Werke das 20. Jahrhundert geprägt haben. Als Nachklang an die bereits wegweisenden Pfade im 19. Jahrhundert kommen eine späte Zeichnung von Edgar Degas sowie ein frühes Werk von Piet Mondrian zum Aufruf.

Das erst kürzlich entdeckte Gemälde Mondrians stammt aus jener Schaffensphase, in der sich der junge Künstler mit dem Impressionismus auseinandersetzte und noch ganz naturalistisch arbeitete.

Während sich Mondrian zu Beginn des 20. Jahrhunderts der ländlichen Umgebung seiner niederländischen Heimat widmete, tat Paula Modersohn-Becker in der Künstlerkolonie Worpswede das gleiche, portraitierte aber auch intensiv die dort lebenden Menschen.

Von 1912 stammt August Mackes Blumenkasten mit Kaktus, das ein scheinbar belangloses Motiv in den Mittelpunkt rückt und anhand dessen sich Mackes Hinwendung zu einer abstrahierenderen Darstellungsweise (er war im Jahr zuvor dem neugegründeten Blauen Reiter beigetreten) ablesen lässt.

Das neben einem weiteren Stillleben von Lyonel Feininger am höchsten bewertete Los der Auktion stammt aus den kundigen Händen des Jahrhundertkünstlers Pablo Picasso. Dabei handelt es sich um eine großformatige Vorzeichnung zum Gemälde Deux femmes nues se tenant von 1906, einer Zeit, in der der junge Künstler mit der Arbeit an seinem berühmten Werk Les Desmoiselles d’Avignon begann.

Ein begeisterter Fan des von Picasso und Braque entwickelten Kubismus war Juan Gris, der diesem sein kurzes Leben lang verbunden blieb. Aus dem Jahr 1922 stammt das vorliegende Stillleben Raisins, carafe et livre.

Eine interessante Arbeit stellt auch das in Öl auf Holz ausgeführte Werk Le Gulf Stream von Max Ernst dar. Das Entstehungsjahr 1954 lag in jener Schaffensphase des Künstlers, in der er sich mit dem Element Wasser auseinandersetzte.

Robert Indianas Six aus mehrfarbigem Aluminium entstammt einer Auflage von sechs Exemplaren (zuzüglich zwei artist’s proofs), die auf einem Entwurf von 1980 basieren.
Weitere Highlights der Offerte stammen von internationalen Künstlern wie Raoul Dufy, Per Kirkeby, Karel Appel, Horst Antes, Marcel Broodthaers, Alexej von Jawlwnsky, Aristide Maillol, Maria Lassnig und Yan Pei-Ming.
Einen Nachschlag zu dieser fantastischen Offerte gibt es am 20. Juni ab 11 Uhr. Auch hier sind viele bekannte Künstler anzutreffen, wie Franz Marc, Otto Dix, Hermann Max Pechstein, Marc Chagall, Natalja Gontscharowa sowie der kürzlich verstorbene Christo.

Hervorzuheben sind hier beispielsweise die humorvolle Zeichnung des an medizinischen Dingen und der menschlichen Natur gleichermaßen interessierten Henri de Toulouse-Lautrec sowie die Gouache Akt mit Armen hinter dem Kopf von Marianne von Werefkin, einer bedeutenden Persönlichkeit und Künstlerin der expressionistischen Avantgarde in Deutschland.

Die Auktionen finden am 19. und 20. Juni im Kunsthaus Lempertz, Neumarkt 3, in Köln statt. Die Gebotsabgabe per Telefon oder Internet wird empfohlen. Die Ausstellung zu den drei Auktionen ist im Auktionshaus vom 6.-17. Juni geöffnet.
Am Schluss sei noch auf die Versteigerungen „Asiatische Kunst“ und „Netsuke aus der Sammlung Albert Brockhaus“ am 27. Juni hingewiesen.
