Im Oktober macht das Münchener Auktionshaus Quittenbaum ein weiteres Mal seinem Ruf alle Ehre, eine hervorragende Quelle für Design, Murano-Glas und Moderne Kunst zu sein. Am 13. und 14. Tag des Monats kommen diese drei Kategorien in hervorragend bestückten Katalogen zum Aufruf, die insgesamt fast 1.000 Lose umfassen.
Den Auftakt bildet am 13. Oktober um 15 Uhr die Design-Auktion, die 666 Lose umfasst.
Mit 19 Positionen feiert Quittenbaum hier den 100. Geburtstag des dänischen Designers Verner Panton (1926-1998). Neben Leuchten und Textilien sind es vor allem die Sitzmöbel Pantons, die hervorgehoben werden müssen, darunter die ikonischen Entwürfe Heart Cone Chair und Wire Cone.

Ein ganz besonderes Highlight ist jedoch das modulare Sofa Kleeblatt, das Panton 1970 im Zusammenhang mit der Fantasy Landscape genannten Raumlandschaft entworfen hatte, die Teil von Visiona II gewesen war. Dabei handelte es sich um die Gestaltung eines Ausstellungsschiffs im Auftrag von Bayer für die Kölner Möbelmesse in jenem Jahr. Das vorliegende Exemplar besteht aus fünf Modulen und stand ursprünglich im Atrium des Nationalmuseums in Kopenhagen. Nun sucht es – frisch aufgepolstert und bezogen – ein neues Zuhause.

Unser nächstes Objekt war ursprünglich ein Tisch von vielen, genauer gesagt 38, die zu einer Spirale zusammengefügt wurden. Entworfen wurde diese 38 Tables genannte Installation von Ron Arad anlässlich der Triennale di Milano 1995. Der vorliegende Tisch aus poliertem Edelstahl war die Nummer 9 der damaligen Edition.
Weitere spannende Lose der Offerte sind Ettore Sottsass’ „interaktiver“ Sessel Shadow, Patrick Norguets Rainbow Chair, die Leuchte Mikado von Luigi Caccia Dominioni, das Sofa 865 von Eco Parisi sowie zahlreiche Entwürfe von Gaetano Pesce und Ingo Maurer.
Am 14. Oktober geht es weiter mit einer Auktion, die voll und ganz den Kreationen der Meister-Glaskünstler von Murano gewidmet ist. In 143 Losen sind hier die großen Namen der Branche vertreten, von Aureliano Toso bis Venini.

Ein absoluter Klassiker unter den Murano-Vasen ist Dino Martens' Vase aus der Serie Oriente, die mit ihren leuchtenden Farben und der großen Sternmurrine einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Neben der Vase von 1952 kommen bei Quittenbaum auch eine große Schale und ein Krug mit dem Design zum Aufruf, die Martens zwei Jahre später entworfen hatte.

Bei der Vase Merletto irregolare, die von Archimede Seguso entworfen und ausgeführt wurde, ist der Name Programm. Unregelmäßig geformt sind sowohl der Vasenkorpus als auch der Rand, während partiell eingeschmolzene Bänder ein zartes Muster ergeben, das an Spitze (ital. merletto) erinnert.
Weitere kreative Highlights der Auktion sind Incamiciato rosso, granzioli e bordo nero (1932) von Fratelli Toso, Vasen aus verschiedenen Serien von Ercole Barovier, Entwürfe von Carlo Scarpa und Tobia Scarpa für Venini und Cappellin sowie seltene Stücke von Vittorio Zecchin und Benvenuto Barovier.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am 14. Oktober um 17:30 Uhr die 171 Lose starke Offerte „Moderne Kunst“. Die Auktion präsentiert sich äußert vielfältig und umfasst Plastik und Fotografie genauso wie Malerei und Grafik. Mitgeboten werden darf hier etwa auf Georges Braques Farblithografie Oiseaux (1963), Florian Grafs aktuelle Skulptur Flow Ever Yours (2025) sowie ein Konvolut von Modezeichnungen aus den späten 1970er Jahren von Wolfgang Joop.

Unter den Fotografien sind neben Annie Leibovitz’ 'Kate Moss' für 'American Vogue’ (1999) vor allem zwei Arbeiten von Laura Aguilar aus deren Serie Nature Self-Portrait von 1996 hervorzuheben. Aguilar beschäftigte sich in ihren Porträts und Selbstporträts vor allem mit Themen wie Sexualität und Identität, wobei sie ihre eigenen Erfahrungen als homosexuelle Frau und Nachfahrin mexikanischer Einwanderer in Kalifornien verarbeitete. Mit der Serie Nature Self-Portrait wagte sich Aguilar erstmals vom Studio hinaus in die Natur – eine Erfahrung, die sie als heilsam empfand.

Abschließend möchten wir noch auf eine Arbeit von Wilhelm Lehmbruck hinweisen, die ein weiteres Highlight der Offerte darstellt. Kleiner weiblicher Torso (Hagener Torso) von ca. 1910/11 ist ein wunderbares Beispiel für Lehmbrucks Bestreben, Naturalismus und Expressionismus zu einer eigenen Bildsprache zu verschmelzen. Auch Museumsgründer Karl Ernst Osthaus zeigte sich angetan und erwarb 1912 eine Ausführung für seine Sammlung, die er im Folkwang-Museum Hagen der Öffentlichkeit zugänglich machte.
Die Versteigerungen finden am 13. und 14. Oktober im Auktionshaus, Theresienstraße 60, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 8.-12. Oktober möglich.
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