Vom 19. bis 22. Mai fand im Wiener Dorotheum die Contemporary Week statt, in deren Verlauf ein neuer Weltrekord für die italienische Avantgarde-Künstlerin Carla Accardi erzielt werden konnte. Doch blieb das nicht der einzige neue Höchstpreis der Auktionswoche. Nach der Versteigerung von moderner und zeitgenössischer Kunst übernahmen Schmuck und Uhren die Auktionsbühne in zwei hochwertigen Offerten.
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Als Top-Los der Auktion „Important and Noble Jewels“ am 21. Mai kam eine Diamantbrosche des traditionsreichen Wiener Juweliers Rozet & Fischmeister aus der Zeit um 1880 zum Aufruf. Die Diamanten in verschiedenen Schliffen bildeten jedoch nur die Begleitung zu dem eigentlichen Star des Schmuckstücks, einem natürlichen und intensivblauen Saphir im ovalen Cabochonschliff von 18,695 ct. Der Schätzpreis für das historische Schmuckstück lag bei 400.000-600.000 Euro, am Ende war es einem Sammler 779.000 Euro (inkl. Aufgeld) wert. Dieser Preis bedeutete nicht nur einen neuen Rekord im Bereich Schmuck für das Dorotheum selbst, sondern für den gesamten österreichischen Auktionsmarkt. Zum Vergleich: der Ende 2024 in Hamburg aufgestellte deutsche Rekord für ein Schmuckstück liegt bei 416.000 Euro.
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Am 22. Mai standen zum Abschluss der Contemporary Week Armband- und Taschenuhren auf dem Programm. Und auch hier konnte ein neuer österreichischer Auktionsrekord aufgestellt werden, als eine unikale Taschenuhr mit Tourbillon und integriertem Thermometer von Uhrmacher-Autodidakt Thomas Engel (1927-2015) aus dem Jahr 1979 für 1,025 Millionen Euro einen neuen Besitzer fand. Der Schätzpreis hatte bei 20.000-30.000 Euro gelegen. Damit liegt der österreichische Uhrenrekord knapp hinter dem deutschen Auktionsrekord für eine Taschenuhr, der erst wenige Tage vorher, am 9. Mai, bei Cortrie in Hamburg aufgestellt worden war. Auch dabei handelte es sich (vermutlich) um ein Unikat, angefertigt vom bedeutenden Chronometermacher Richard Miklosch (1939–2014), und ebenfalls hatte der Schätzpreis im fünfstelligen Bereich gelegen. Am Ende lautete das Ergebnis jedoch 1,14 Millionen Euro (inkl. Aufgeld). Der deutsche Auktionsrekord für eine Uhr insgesamt wurde 2021 bei Auktionen Dr. Crott mit einer Vintage Rolex Daytona Ref. 6270 erzielt, die einem Sammler 2,065 Millionen Euro wert war.
Die beiden Preissteigerungen inklusive Rekorden zeugen von dem zunehmenden Interesse an qualitativ hochwertigen Taschenuhren auf dem Auktionsmarkt.
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