Ostsee trifft Fern-Ost - Kunst und Asiatika in Satow

Hinsichtlich der kommenden Weihnachtsauktion im Hause Satow widmen wir uns heute nicht nur dessen Spezialkategorie "Kunst von der Ostsee", sondern ebenso einigen fragilen Objekten aus Fern-Ost, die dem Auktionskatalog einen Hauch von Exotik verleihen.

Ostsee trifft Fern-Ost - Kunst und Asiatika in Satow

Mit 962 Losen in 11 Kategorien dürfen sich Kunst- und Antiquitätenfreunde in der kommenden Auktion, die das Auktionshaus Satow am 24. November abhält, auf ein breitgefächertes und abwechslungsreiches Angebot freuen. Neben Schmuck, Skulpturen, Möbeln und Silber sind in der Kategorie "Gemälde und Aquarelle" wieder einige Werke von Künstlern vertreten, die die mecklenburgische Ostseeküste ihre Heimat nannten oder von ihr inspiriert wurden.

Aus dieser Auswahl haben wir drei Arbeiten von Künstlerinnen herausgepickt, die mit den Inseln Rügen und Usedom in Verbindung standen.

Nachdem der in Kiel geborene Maler Otto Niemeyer-Holstein ab 1933 gelegentlich und ab 1939 dauerhaft auf der Insel Usedom lebte und arbeitete, entstand in seinem Umfeld ein Künstlerkreis, zu dem Maler und Grafiker wie Otto Manigk und Herbert Wegehaupt gehörten. Auch die in Sachsen geborenen Malerin Karen Schacht, die in Ückeritz lebte, schloss sich bereits vor dem Zweiten Weltkrieg dem Kreis an. Sie verließ die DDR jedoch 1953 und ließ sich in Kassel nieder.

KAREN SCHACHT (1900 Niederlößnitz-1988 Kassel) - "Bunter Sommerblumenstrauß in der Vase", Öl/MP, monogrammiert, um 1940
KAREN SCHACHT (1900 Niederlößnitz-1988 Kassel) - "Bunter Sommerblumenstrauß in der Vase", Öl/MP, monogrammiert, um 1940

Eine weitere wichtige Künstlerin des Usedomer Kreises war Vera Kopetz, deren Leben als Künstlerin im Grunde erst begonnen hatte, nachdem sie bereits ein anderes Leben gelebt hatte. Geboren in Sankt Petersburg, verbrachte Vera Kopetz ihre Kindheit und Jugend in der Schweiz, Weimar und Berlin. Ihren ersten Kontakt mit der Kunst hatte sie als Besucherin von Abendkursen für angewandte Kunst. Statt diese Richtung weiterzuverfolgen, heiratete sie im Alter von 20 Jahren den Fotografen Edmund Kopetz. Das Paar bekam zwei Söhne und lebte am Ende des Zweiten Weltkrieges in Schwerin.

VERA KOPETZ (1910 St. Petersburg-1998 Ückeritz/Usedom) - "Am Strand", Öl/HF, betitelt
VERA KOPETZ (1910 St. Petersburg-1998 Ückeritz/Usedom) - "Am Strand", Öl/HF, betitelt

1947 ließ Vera Kopetz das Familienleben hinter sich und begann sich ihrer Karriere als Künstlerin zu widmen, ein Weg, der sie schließlich zu dem Kreis um Otto Niemeyer-Holstein auf Usedom führte, wo sie sich ab 1968 gelegentlich und ab 1978 dauerhaft niederließ. Für eines ihrer wichtigsten Werke, das Mosaik Das Tor zum Leben für die Gehörlosenschule Güstrow von 1953, wurde Vera Kopetz mehrfach ausgezeichnet.

LOUISE DANNEHL (1864 - ?) - "Steilküste auf Rügen", Aquarell, signiert
LOUISE DANNEHL (1864 - ?) - "Steilküste auf Rügen", Aquarell, signiert

Eine weitere Arbeit entstand auf Usedoms westlicher Nachbarinsel Rügen. Zu sehen ist ein Strandabschnitt mit der berühmten Steilküste, deren weiterer Verlauf am Horizont ebenfalls zu erkennen ist. Gemalt wurde das sehr harmonische und fein ausgeführte Aquarell von Louise Dannehl, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schülerin von Ludwig Dettmann in Königsberg gewesen war.

So viel zur Ostseeküste. Machen wir nun einen Sprung nach Fern-Ost und damit zum chinesischen Porzellans, das ebenfalls in der Auktion zum Aufruf kommt. Sie sind Teil der Asiatika-Offerte, deren 42 Lose neben Porzellan auch Skulpturen aus Holz und Bronze sowie einen reich geschnitzten Pinselbecher umfasst.

Die 15 Lose mit Porzellan sind größten Teils blauweiß bemalt und stammen allesamt, bis auf eine japanische Ausnahme, aus China. Die Vasen, Kummen, Teller und Becher wurden während der Qing-Dynastie angefertigt, die von 1644 bis zur Ausrufung der Republik 1912 über China reagierte.

Links: Kangxi-Kumme mit Architektur und Landschaft Rechts: Kangxi-Kumme mit Landschaftsmalerei
Links: Kangxi-Kumme mit Architektur und Landschaft Rechts: Kangxi-Kumme mit Landschaftsmalerei

Die Marken auf den Unterseiten der Geschirrteile deuten auf Herstellungszeiträume unter den Kaisern Kangxi und Qianlong hin, die 1661-1722 bzw. 1735-1799 an der Macht waren.

Ein bedeutendes Zentrum der Porzellanherstellung während der Ming- und der darauffolgenden Qing-Dynastie war Jingdezhen, das unter kaiserlichem Patronat stand. Dort etablierte sich auch das blauweiße Porzellan, das nicht nur in China, sondern auch in Europa beliebt war und dorthin exportiert wurde.

Links: 6-kantige Qianlong-Teekanne Rechts: Tasse mit Untertasse, China, Qing-Dynastie
Links: 6-kantige Qianlong-Teekanne Rechts: Tasse mit Untertasse, China, Qing-Dynastie

Verziert wurde das blauweiße Porzellan in seiner Frühzeit im Mittelalter zunächst mit geometrischen Mustern. Später wurden sie von Motiven aus Flora und Fauna abgelöst, bis sich im 16. Jahrhundert, wie in den vorliegenden Fällen zu erkennen ist, Landschaftsmotive, Architekturen und Szenen des höfischen Lebens durchsetzten.

2 Qianlong-Teller mit Landschaftsmalerei
2 Qianlong-Teller mit Landschaftsmalerei

Eine Ausnahme bildet eine 23 cm hohe gebauchte Qianlong-Vase der Auktion. Diese zeigt zwar ebenfalls ein Landschaftsmotiv, dieses ist jedoch in Goldmalerei auf dem vollständig kobaltblauen Gefäß aufgemalt worden.

Links: Qianlong-Vase mit Architektur und Landschaft Rechts: Kobaltfarbene Qianlong-Vase mit Goldmalerei
Links: Qianlong-Vase mit Architektur und Landschaft Rechts: Kobaltfarbene Qianlong-Vase mit Goldmalerei

Die Weihnachtsauktion des Hauses Satow findet am 24. November um 11 Uhr in der Sonnenstraße 8 in Satow statt. Dort können alle Objekte der Versteigerung vom 17. - 23. November täglich von 10 - 18 Uhr besichtigt werden.

Oder Sie schauen sich alle Lose des aktuellen Kataloges hier an.

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