1919 wurde beschlossen, dass das ehemalige Königliche Palais in Leipzig, das mittlerweile von der dortigen Universität verwaltet wurde (heute ist es Sitz des Rektorats), als Ausstellungsgebäude für die Frühjahrsmesse dienen sollte. Nach einem misslungenen ersten Versuch mit gemischten Exponaten, erfolgte die Vermietung an die Keramische Industrie Dresden, die das Gebäude ausschließlich einem einzigen Produkt widmen wollte: dem Porzellan, dessen europäische Variante bekanntlich in Sachsen erfunden wurde.
Mit dem Umbau betraut wurden der Architekt Hans Poelzig und dessen spätere Ehefrau, die Bildhauerin Marlene Moeschke. Sie dekorierten das Palais mit großen Kandelabern aus Porzellan und beauftragten die beiden Modelleure Arthur Storch und Hugo Meisel mit der Kreation von mehreren großformatigen Tierplastiken, welche bei der Eröffnung des „Leipziger Porzellan-Palais“ anlässlich der Frühjahrsmesse von 1921 für Aufsehen sorgten, bewiesen sie mit ihren expressiven Formen und der aufwändigen Gestaltung doch, dass die Porzellanindustrie noch immer Großes schaffen konnte.
Von den fantasievollen (Fabel-) Tieren gab es 16 Modelle, darunter „Höllenhund“, „Gute Zeiten“ und „Schlechte Zeiten“ (beides Drachen) oder auch „Waldmensch“, wobei es sich, gemäß dem Namen, um einen Orang-Utan handeln dürfte, auch wenn man oft die Bezeichnung „Pavian“ liest.

Von den Figuren wurden jeweils nur etwa 10 Exemplare ausgeformt, womit sie echte Raritäten von historischer Bedeutung darstellen. Ein „Waldmensch“ kommt nun am 18. März als eines der Highlights im Zürcher Auktionshaus Schuler zum Aufruf.
Die März-Auktion von Schuler startet am 14. Tag des Monats mit dem vielfältigen Angebot der Blauen Auktion (Online-only). Weiter geht es am 15. März im Auktionssaal, wo ab 15 Uhr Teppiche und Textilien zum Aufruf kommen.

Der „Waldmensch“ wird am nächsten Auktionstag, 18. März, Teil der Offerte mit Stücken des Jugendstils und Art décos sein, auf die Miniaturen und Objets de vertu folgen. Hier sei auf eine Schweizer Privatsammlung von russischen Emaille-Cloisonné-Objekten hingewiesen, die zwischen 1896 und 1917 in Moskau und Sankt Petersburg hergestellt wurden. Hervorzuheben ist hier etwa eine große silberne Eidose mit floralen Ornamenten und der Meistermarke von Pawel A. Owtschinnikow.

Auch Silber steht an diesem Tag auf dem Programm, wobei ein zwischen 1609 und 1629 ausgeführter kleiner Buckelpokal besondere Aufmerksamkeit verdient. Bei dem vergoldeten Trinkgefäß handelt es sich um eine Arbeit des Nürnberger Meisters Hans Rühl, der sein Können durch die Kombination verschiedener Schmiedetechniken unter Beweis stellte.
Am 19. März lädt Schuler mit Asiatica und Antiken zunächst zum Eintauchen in ferne Welten und Zeiten ein, um anschließend mit Schmuck, Armbanduhren und Accessoires zu verwöhnen.

Zu den Stars der Uhren-Offerte zählt ganz klar eine frühe „Royal Oak“ von Audemars Piguet. Das 1972 vom bedeutenden Designer Gérarld Genta als Sportuhr aus Edelstahl entworfene Modell ist heute der absolute Klassiker der Marke und besticht durch sein Monocoque- (Einschalen-) Gehäuse und der prominent mit acht Schrauben befestigen Lünette.
Der letzte Auktionstag (20. März) ist zunächst der Kunst gewidmet, wobei Schweizer Künstler um 9 Uhr den Auftakt bilden.

Neben Künstlern wie Cuno Amiet und Albert Manser ist hier der Maler Ferdinand Gehr mit zwei Temperagemälden, einer Zeichnung und fünf Farbholzschnitten mehrfach vertreten. Gehr schuf vor allem religiöse Bilder, aber auch Landschaften, die sich, inspiriert von Künstlern wie Henri Matisse, Jean Arp und Paul Cézanne, durch klare Linien auszeichnen.
Die darauf folgende Offerte mit internationaler Kunst wird von Maurice de Vlamincks Paysage au champ de blé angeführt, doch auch Franz Defregger, Raoul Dufy, Max Beckmann sowie Romuald Hazoumé, der aus einem Spaghettilöffel, einem Straßenschild und weiteren Objekten ein Gesicht formte, dürfen nicht unerwähnt bleiben.

Gesichter zählen auch zu den wiederkehrenden Motiven, mit denen Pablo Picasso seine keramischen Erzeugnisse, die er ab den späten 1940er Jahren in Südfrankreich schuf, verzierte. Bei Schuler kommt ein Keramikkrug zum Aufruf, dessen jeweils mit einem gehörnten Kopf verzierte Seiten wie Yin und Yang, wie Positiv und Negativ, erscheinen.
Am Nachmittag bilden, Design, Weine, Möbel und Großuhren schließlich den Abschluss der Auktionsreihe.
Die Saalauktionen von Schuler finden am 15. sowie vom 18.-20. März im Auktionshaus, Seestraße 341, in Zürich statt. Ausschließlich online darf bereits am 14. März in der Blauen Auktion mitgeboten werden. Die Ausstellung zur Auktion ist vom 8.-12. März geöffnet.
Entdecken Sie jetzt alle aktuellen Lose von Schuler bei Barnebys!
