Das Jahr 2024 markiert nicht nur den 100. Geburtstag von Carla Accardi, sondern auch den zehnten Jahrestag ihres Todes – ein bedeutender Anlass, um ihren außergewöhnlichen Beitrag zu Kunst und Kultur zu würdigen.
Noch bis zum 9. Juni 2024 zeigt der Palazzo delle Esposizioni in Rom eine der innovativen Künstlerin gewidmete Retrospektive. Die von Daniela Lancioni und Paola Bonani kuratierte Ausstellung präsentiert rund 100 Arbeiten, entstanden zwischen 1946 und 2014, die die gesamte Karriere dieser Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kunst Italiens und der internationalen visuellen Kultur umspannen.

Geboren 1924 in Trapani, zog Carla Accardi 1946 nach Rom, wo sie schnell zu einer führenden Persönlichkeit in den avantgardistischen Kreisen der Hauptstadt wurde. Zusammen mit ihrem Ehemann Antonio Sanfilippo gründete die Gruppo Forma 1, der sich weitere Künstler wie Giulio Turcato, Piero Dorazio und Pietro Consagra anschlossen. Dank des Interesses des Kunstkritikers Michel Tapié wurden Accardis Werke Mitte der 1950er Jahren in Frankreich bekannt.
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In den 1960er Jahren wechselte Accardi von ihren ersten abstrakten und monochromen Schwarz-Weiß-Leinwänden zur farbenfrohen Werken mit intensiven Farben, die sie auf transparente Kunststoffträger auftrug. Accardis Arbeiten zeichnen sich durch einen essenziellen Gebrauch von Formen, Linien und Farben aus, nach einem Schema, das frei von Symbolik und allegorischen Bedeutungen ist. Oft experimentierte die Künstlerin mit unkonventionellen Materialien wie Kaseinfarbe und Sicofoil, einem transparenten Kunststoff. Ihre Werk beeinflusste neue künstlerische Ansätze und auch die Arte-Povera-Bewegung.
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Als Vertreterin des italienischen Neofeminismus war sie Anfang der 1970er Jahre zusammen mit Aktivistinnen wie Carla Lonzi und Elvira Banotti Mitbegründerin von Rivolta Femminile, einer der ersten feministischen Gruppen und Verlage in Italien. Accardi malte bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 im Alter von 89 Jahren in ihrem Haus im historischen Zentrum von Rom.
In den letzten Jahren konnte der Auktionsmarkt ein wachsendes Interesse an den Werken Carla Accardis verzeichnen. Sammler ihrer Werke sind zwar noch immer hauptsächlich in Italien zu finden, doch die Nachfrage aus dem Ausland wächst. Die aktuelle Ausstellung in Rom stellt eine einzigartige Gelegenheit dar, in das künstlerische Universum von Carla Accardi einzutauchen und ihren außergewöhnlichen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst zu feiern.


