In seiner Weihnachtsauktion am 12. Dezember versteigert das Münchener Auktionshaus Rütten fast 390 dekorative Stücke in insgesamt zwölf Kategorien. Am umfangreichsten ist mit 112 Losen die Porzellan-Offerte, die sowohl Serviceteile als auch Figürliches beinhaltet.
Hier kommen wir auch schon zu des Rätsels Lösung. Mit Die fünf Sinne ist in diesem Fall jene Figurenserie gemeint, die Johann Carl Schönheit (1730 Meißen 1805) 1772 für die Porzellanmanufaktur Meissen entwarf, und die bei Rütten jetzt vollständig in einer 1. Wahl-Ausführung aus dem 20. Jahrhundert zum Aufruf kommt.

Die Sinne sind jeweils als Allegorie in Gestalt einer jungen Rokoko-Dame dargestellt, die sitzend einer entsprechenden Beschäftigung nachgeht.
Johann Carl Schönheit arbeitete ab 1745 als Modelleur für Meissen, zunächst als Mitarbeiter von Johann Kaendler und Michel Victor Acier, bevor er ab 1765 eigene Modelle entwerfen durfte.
Um ein Gemeinschaftswerk von Schönheit, Kaendler sowie dem Modelleur Carl Christoph Punct handlet es sich bei der großen Figurengruppe Der Tritonenfang aus dem Modelljahr 1769. Ausgeführt wurde das vorliegende Exemplar jedoch erst um 1860.

Im gleichen Zeitraum wurde auch eine andere große Meissner Figurengruppe wiederbelebt: Europa auf dem Stier. Dieses Modell stammt von Johann Friedrich Eberlein, der bevorzugt Götterfiguren auf Rocaillesockeln schuf.

In der Zeit des Jugendstils begann die Manufaktur Meissen mit einer moderneren Formensprache neue Wege zu gehen. Zu den bekanntesten Meissner Schöpfungen dieser Epoche gehören die Hentschel-Kinder, die eine Schöpfung von Modelleur Konrad Hentschel (1872 Cölln - 1907 Meißen) waren und heute beliebte Sammlerobjekte darstellen.

Großen Wert auf eine naturalistische Gestaltung seiner Tierfiguren legte Bildhauer und Modelleur Gunther Granget, der sein Talent lange Zeit der Porzellanmanufaktur Hutschenreuther zur Verfügung stellte. Von dort stammt auch der von Granate signierte Schreitende und fauchende Leopard.
In den Kategorien "Sakrales" und "Gemälde" sind Kunstwerke zu finden, die perfekt in die Weihnachtszeit passen. Zum einen wäre da das Ölgemälde eines niederländischen Malers aus dem 16. Jahrhundert, das die Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige darstellt, zum anderen eine Weihnachtskrippe der bekannten sizilianischen Künstlerin Angela Tripi.

Tripi modelliert ihre meist orientalischen Figuren aus Terracotta. Zur detailreichen Dekoration gehört die Bemalung, aber auch der Einsatz von Stoff und anderen Materialien, in diesem Fall zum Teil echter Silberschmuck.
Große Namen erwarten uns in der Kategorie "Schmuck". So kommt von Cartier ein Exemplar des berühmten Love-Armreifs zum Aufruf, der ein Symbol ewiger Treue ist. Der Armreif, der im Auktionshaus Rütten zum Aufruf kommt, hat auch seinen passenden Schraubendreher dabei, der es ausschließlich dem geliebten Partner erlaubt, das Schmuckstück wieder zu öffnen.

Über einen weniger komplizierten Verschluss, nämlich einen Clip, verfügt dieser Anhänger, den die Pforzheimer Schmuckmanufaktur Victor Mayer im Namen von Fabergé angefertigt hat. Dessen Eiform greift die berühmtesten Erzeugnisse des einstigen russischen Hofjuweliers auf.
Unter den Uhren der Auktion sind vor allem drei Modelle für das zarte Handgelenk einer Dame hervorzuheben: Bei der Uhr Happy Diamond setzte Chopard wie gewohnt auf eine Kombination aus beweglichen und fest installierten Diamanten, während das Modell Première von Chanel über ein Armband verfügt, das an die Ketten der Handtaschen des berühmten Modehauses erinnert.

Schmuckstück und Armbanduhr in einem ist diese gelbgoldene Schmuck-Uhr von Piaget, deren hochklappbarer Deckel über dem Zifferblatt mit Rubinen und Diamanten besetzt ist.
Die Auktion finde am 12. Dezember um 13 Uhr im Auktionshaus Rütten, ymphenburger Str. 133, in München statt. Vorbesichtigungen können dort vom 7. bis 10. Dezember sowie eingeschränkt am Auktionstag vorgenommen werden.



