Knapp 360 Lose versteigert das Münchener Auktionshaus Rütten in seiner 170. Auktion am 24. Oktober. Zum Aufruf kommt wie gewohnt eine schöne Mischung aus Kunst, Antiquitäten und Kunsthandwerk sowie Uhren und Schmuck in insgesamt 14 Kategorien. Ein Teil der Offerte gehörte zum Inventar einer herrschaftlichen Villa in Rottach-Egern am Tegernsee.
So golden wie im Herbst geht es auch in der Kategorie "Silber, Versilbertes" zu. Als ein Highlight kommt hier ein kleiner vergoldeter Römer des Nürnberger Meisters Jacob Pfaff von ca. 1680 zum Aufruf, der allseits mit einem getriebenen Blütendekor verziert ist.

In dieser Sparte ebenfalls hervorzuheben sind ein Augsburger Kugelbecher aus derselben Zeit, der mit einem Fruchtdekor und den Profilbildern verschiedener römischer Imperatoren verziert ist, sowie eine Straßburger Weinprobierschale, die ebenfalls aus dem späten 17. Jahrhundert stammt. Ihr Dekor aus Akanthus, Muscheln und einem Taubenpaar im Spiegel könnten auf die Liebesgöttin Venus hindeuten.

Mit einem Dekor aus einer Goldbronze- und Glanzgoldstaffage besticht in der Kategorie "Porzellan und Figuren" ein Meissner Prunkservice für 13 Personen, das sich in sehr gutem Zustand befindet.
Als ein weiteres Highlight aus "weißem Gold" ist hier eine seltene Kinderfigurengruppe von ca. 1860 zu nennen, die drei Protagonisten beim Melken einer Kuh und bei der Herstellung von Butter zeigt.

Ebenfalls aus Meissner Herstellung, jedoch Teil der Kategorie "Uhren und Zubehör" zu finden ist die Figurenpendule Die schönen Künste, aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die nach einem Modell von Michel Victor Acier von ca. 1779 ausgeführt wurde.

Ebenfalls hervorgehoben werden müssen die für Sammler hochinteressanten Stücke der Sparte "Sakrales, Religiöse Motive", darunter dieses Paar gefasster und teilvergoldeter Schwebeengel aus Holz, die um 1750/60 in Neapel geschnitzt wurden. Aus christlich-orthodoxem Kontext stammt diese Gottesmutter von Kasan im feinst gravierten Silberoklad mit Vergoldungsresten, das eine Moskauer Beschaumarke aus dem späten 19. Jahrhundert trägt.

Die Gottesmutter mit dem Jesusknaben begegnet uns auch in der Gemälde-Offerte der Auktion. Ergänzt werden die beiden auf dem Werk eines italienischen Malers des 17. Jahrhunderts von der Heiligen Katharina. Dargestellt ist die Szene der mystischen Vermählung der Heiligen mit dem noch kindlichen Heiland.

Nach der Vorlage eines Tizian-Motivs schuf ein Maler des 19. Jahrhunderts diese Darstellung von Venus und Amor. Das antike Dream Team im Auftrag der Liebe ist vor einer italienischen Ideallandschaft positioniert.

In der Kategorie "Möbel, Einrichtungsgegenstände" darf eine dreischübige Kommode aus furniertem Nussbaum nicht unerwähnt bleiben. Das barocke Möbelstück von ca. 1750 zieren ein hochdekoratives Würfeldekor aus verschiedenen Obsthölzern und vergoldete Beschläge.

Abschließend sei noch auf ein außergewöhnliches Highlight in der Kategorie "Sammlerobjekte" hingewiesen: Eine viktorianische Kinderrassel aus vergoldetem Silber. Die acht Glöckchen der Rassel werden durch eine Pfeife und eine geschweifte Koralle als Handhabe ergänzt.
Die Auktion findet am 24. Oktober ab 13 Uhr im Auktionshaus Rütten in der Nymphenburger Straße 133 in München statt. Die Vorbesichtigung kann dort vom 19.-22. Oktober besucht werden.
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