Während vielerorts die Zeichen auf Sommerferien stehen, stürzt sich das Bamberger Auktionshaus Schlosser weiterhin in die Arbeit, um Kunstfreunde und Sammler mit einer schönen und abwechslungsreichen Offerte zu verwöhnen. Am 25. und 26. Juli kommen rund 1400 Lose zum Aufruf, die vor allem Kunst und Kunsthandwerk umfassen.
Am ersten Auktionstag werden ab 14 Uhr knapp 700 Lose mit Gemälden, Graphik und Skulpturen aufgerufen, die Werke Alter Meister genauso umfassen wie Arbeiten von deren modernen Kollegen.

Als einer der Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus war der österreichische Künstler einer der bedeutendsten Vertreter dieser Stilrichtung, die u. a. aus dem Surrealismus Salvador Dalís, mit dem Fuchs eine enge Freundschaft verband, hervorgegangen war. Für seine Kunst ließ sich Fuchs von mythischen, mythologischen und religiösen Themen inspirieren. Letztere dienten auch als Quelle für das vorliegende Werk Christus vor Pilatus, das der Einlieferer direkt beim Künstler erworben hat.

Unter den Skulpturen der Offerte muss auf diese Arbeit des französischen Bildhauers Charles Cumberworth (sein Vater war ein englischer Offizier) hingewiesen werden. Cumberworth, der an der École des Beaux-Arts in Paris studiert hatte, schuf vor allem im klassischen Stil gehaltene Frauenfiguren, die oft das damalige Interesse am – romantisch verklärten – Exotischen widerspiegelten. Sein Talent brachte ihm zudem den Auftrag ein, Königin Marie Amélie und deren jüngsten Sohn, den Herzog von Montpensier, porträtieren zu dürfen.
Auch am zweiten Auktionstag, an dem ab 11 Uhr Kunsthandwerk und Antiquitäten aus fünf Jahrhunderten unter den Hammer kommen, begegnen uns Künstler, deren Talent royale Aufmerksamkeit auf sich zog.

Die noch immer existierende Pariser Gold- und Silberschmiedewerkstatt Odiot wurde bereits 1690 gegründet und avancierte im 18. Jahrhundert unter Ludwig XV. zum Hoflieferanten. Auch unter den nachfolgenden Regierungen von kaiserlicher oder königlicher Natur blieb Odiot gefragt, beispielsweise schuf man dort Napoleons Krönungsschwert und Szepter. Bei Schlosser kommt nun ein exzeptionelles, 7-teiliges Service aus dem 19. Jahrhundert zum Aufruf, das stolze 20.400 g auf die Waage bringt.

1950 gründete Egidio Costantini, der zunächst mit Holz gearbeitet hatte bevor er Glas als sein bevorzugtes Material entdeckte, in Venedig das Centro Studio Pittori nell’Arte del Vetro di Murano und später die Galerie Fucina degli Angeli. Für die dort hergestellte Glaskunst arbeitete Costantini mit namhaften zeitgenössischen Künstlern zusammen, darunter Jean Arp, Max Ernst und Pablo Picasso. Von letzterem stammt die Vorlage für das vorliegende Glasobjekt aus dem Jahr 1962, das den Flamenco in den Mittelpunkt stellt, dessen Zentrum Picassos Heimatregion Andalusien ist.

Eines der bedeutendsten Zentren der Renaissance war die Toskana, wo Mitte des 16. Jahrhunderts diese Cassapanca, eine Truhenbank mit hoher Lehne, aus Nussholz und weiteren heimischen Hölzern ausgeführt wurde. Als ursprünglichen Aufstellungsort könnte man sich eines der prachtvollen Landhäuser des Adels oder der wohlhabenden Patrizierfamilien vorstellen, zeigen die Intarsien an Vorderseite und Rückenlehne doch Vasen- und Sonnenmotive. Auch die lateinische Inschrift SENEX PAX DOMUS EST („Der alte Friede ist zu Hause“) deutet auf den Wunsch nach einem idyllischen Dasein hin.

Mit dem letzten Highlight begeben wir uns noch einmal in königliche Gefilde, denn niemand hat Berlin und Umgebung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts künstlerisch so stark geprägt wie Karl Friedrich Schinkel es im Auftrag der Könige von Preußen getan hat. Er war Architekt, Stadtplaner und Künstler und auch bei der vorliegenden großen Reifenkrone mit 12 Leuchterarmen, die aus einer bedeutenden Privatsammlung zur Auktion eingeliefert wurde, handelt es sich um einen Entwurf aus seiner Hand. Ein identisches Exemplar hängt beispielsweise im Casino von Schloss Glienicke, das Schinkel 1824 für Prinz Carl von Preussen entworfen hat.
Die Sommerauktion findet am 25. und 26. Juli im Kunstauktionshaus Schlosser, Karolinenstraße 11, in Bamberg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 19. bis 24. Juli möglich.

