Am 16. und 17. September lädt das renommierte Auktionshaus Stahl Sammler und Kunstfreunde wieder zu zwei herausragenden Versteigerungen ein. Am ersten Auktionstag kommen Schmuck und Uhren zum Aufruf und am zweiten Tag verführen Antiquitäten, Gemälde und Skulpturen zum Bieten.
260 Lose umfasst die Schmuck- und Uhrenauktion, während der Katalog im Bereich Kunst und Antiquitäten 555 Lose benennt. Von all diesen exquisiten Offerten möchten wir Ihnen hier nun sechs ausgewählte Meisterwerke vorstellen.

Ein strahlendes Highlight der Schmuckauktion ist sicherlich die filigrane Brosche Papillon Nymphe aus dem Hause Lalique. Das kleine, verspielte Schmuckstück ist ein wahres Kunstwerk des Art Nouveau und entstand zwischen 1897 und 1899. Ein zarter, goldener Frauenkörper wird umhüllt von einem fließenden Gewand mit einer wogenden, kunstvoll drapierten Schleppe. Die Flügel schimmern wie Libellenflügelchen und sind besetzt mit zahlreichen Diamanten im Alt- und Rosenschliff.

Elegant und edel präsentiert sich diese Herren-Armbanduhr von Rolex, die ebenfalls zum Aufruf kommt. Die Oyster Perpetual Date Yacht-Master mit einem Gliederarmband und Gehäuse aus Gelbgold besticht durch ein königsblaues Zifferblatt mit Datumsfenster sowie illuminierten Indizes und Zentralanzeiger.

Um 1760/70 entstand diese herrliche Altonaer Rokoko-Kommode. Gefertigt wurde das hochwertige Möbel aus Nussholz in der Manufaktur Köster, die sich im 18. Jahrhundert auf die Herstellung von luxuriösen Möbelstücken spezialisiert hatte. Hier ging es nicht mehr darum, lediglich funktionale Gebrauchsgegenstände zu bauen, sondern stattdessen schöne, repräsentative Ausstattungsmöbel. Dementsprechend ist auch diese Kommode aufwendig mit vergoldeten Zargenschnitzereien in Form von Blüten, Blättern und Rocaillen verziert. Als Auflage dient eine feine, weiße Marmorplatte.

Der absolute Höhepunkt der Kunstauktion ist dieses Gemälde in Öl von Max Liebermann (1847-1935). Die zum Aufruf kommende kleine Netzflickerin entstand 1887 als Studie zu seinem großformatigen Gemälde Die Netzflickerinnen aus dem Jahr 1889. Dieses Hauptwerk des deutschen Impressionisten hängt heute in der Hamburger Kunsthalle. Liebermann begegnete dem Motiv bei seinen Aufenthalten im niederländischen Fischerdorf Katwijk. Ähnlich attraktiv wie das Kunstwerk an sich, ist auch seine teilweise prominente Provenienz, die bereits ab Mitte der 1890er Jahre außerordentlich gut belegt ist.

Heinrich Maria Davringhausens (1894-1970) Porträt der Mutter besticht durch seine unglaubliche Präsenz und leuchtende Farben. Kaum zu glauben, dass der Künstler erst 19 Jahre alt war, als er das Meisterwerk im ungewöhnlichen quadratischen Format schuf. Der überaus wandlungsfähige Davringhausen galt als führender Kopf der Kunstszene nach dem Ersten Weltkrieg und war u.a. Mitbegründer der Neuen Sachlichkeit. Viele seiner Werke wurden im Dritten Reich als „entartet“ gebrandmarkt und beschlagnahmt oder verbrannten im Krieg.

Zum Aufruf kommt auch dieses Gemälde einer sinnlichen jungen Frau mit leuchtend-rotem Haar. Ihr kecker, offener Blick gilt dem Betrachter, ihre nackten Schultern und den üppigen Brustansatz zu bedecken, kommt ihr nicht in den Sinn. Erschaffen wurde dieses erotische Ölgemälde von Julie Wolfthorn (1868-1944), die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den beliebtesten Porträtmalerinnen der Berliner Gesellschaft gehörte. Wenige Tage vor ihrem 81. Geburtstag verstarb die Künstlerin im KZ Theresienstadt. Jahrzehntelang gerieten sie und ihr Werk danach in Vergessenheit und wurden erst zu Beginn der 2000er Jahre wiederentdeckt.
Die Versteigerungen finden am 16. und 17. September im Auktionshaus Stahl in Hamburg, Graumannsweg 54, statt. Auktionsbeginn ist an beiden Tagen um 11 Uhr. Vorbesichtigungen sind vom 12. bis 15. September ab 10 Uhr im Auktionshaus möglich.
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