In einem Zweig der angewandten Kunst wurde diese Imitation im 19. Jahrhundert im großen Stil betrieben, nämlich in der Porzellanherstellung. Viele Manufakturen, darunter auch Meissen und Nymphenburg, knüpften an ihre erfolgreichen Entwürfe und Muster des 18. Jahrhunderts an und brachten sie, in leicht abgeänderter Form, erneut auf den Markt.

„Auf der anderen Seite des Rheins“ sah es nicht anders aus. Dort hatte die seit 1756 in Sèvres beheimatete Königliche Porzellanmanufaktur den gleichen Weg eingeschlagen und produzierte Stücke in der Formensprache und in den Farben seiner Produktion im 18. Jahrhundert.

Wieder aufgegriffen wurden Dekore wie das beliebte bleu céleste oder rosé Pompadour, das nach einer der besten Auftraggeberinnen und Förderinnen der Manufaktur, die Marquise de Pompadour, benannt worden war.

Als einflussreiche Maitresse des Königs konnte sie Ludwig XV. ebenfalls als Finanzier der Porzellanmanufaktur gewinnen. Als gut vernetzte Mäzenin zog sie Künstler wie François Boucher oder Étienne-Maurice Falconet an Land, um erstklassige Formen und Dekore anfertigen zu lassen.

Doch nicht nur die zarten Dekore des Rokoko wurden im 19. Jahrhundert wiederbelebt. Im Bereich des Mobiliars setzte man auch auf die schweren Formen des Barock, vor allem die prachtvollen Kreationen des Möbeltischlers Charles-André Boulle hatten ihre Fans und konnten somit ein Revival feiern.

Die Möbel, die Boulle um 1700 schuf, zeugten mit ihrer aufwändigen Marketerie aus edelsten Materialien von höchster Handwerkskunst und suchten Ihresgleichen. Im Frankreich des 19. Jahrhunderts fand das Revival der Möbel Boulles vor allem während der Herrschaft Napoleons III. (1852-70) statt, weshalb jene Stücke nicht selten die Stilbezeichnung „Napoléon III“ tragen.

Wem weder das verspielte Rokoko noch das schwere Barock zusagte, konnte im 19. Jahrhundert auch auf Möbel und Objekte im Louis Seize-Stil zurückgreifen, jener Stil, der etwa zwischen 1770 und 1790 den Übergang vom Rokoko zum Klassizismus bildete und neben zarten Blumenmustern antike Formen aufwies.
Alle vorgestellten Objekte werden am 28. Februar bei Durán Arte y Subastas in Madrid versteigert. Zum Aufruf kommen ab 18 Uhr (Ortszeit) mehr 1000 Positionen mit Kunst, Schmuck, Antiquitäten, Uhren und Kunsthandwerk.
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