Die Fotografie ist eines der mächtigsten künstlerischen Medien. Sie gestaltet die Realität so, dass sie tiefere Wahrheiten beleuchtet. Während sich die Welt mit den Auswirkungen der Covid-19-Krise auseinandersetzt, sind Fotografien wie ein Fenster zur Vergangenheit, geben uns aber auch Kraft für die Zukunft. Sotheby's Frühjahrsauktion für Fotografie erzielte kürzlich 3 Millionen USD, die höchste Summe für eine Onlineauktion in dieser Sparte bei Sotheby's überhaupt.

Der Katalog umfasste 227 Bilder der legendärsten Fotografen der Welt wie Cindy Sherman, Annie Leibovitz, Henri Cartier-Bresson, Robert Frank, Diane Arbus, Dorothea Lange und Ansel Adams.

Das Top-Los war ein Fotogramm-Cover für die Zeitschrift Broom (1922) vom Bauhaus-Lehrer und Fotografen László Moholy-Nagy, das für 524.000 USD verkauft wurde. Weitere wichtige Lose waren Dorothea Langes Six Tenant Farmers Without Farms, Goodlet, Hardeman County, Texas, das für 77.500 USD verkauft wurde und damit seinen unteren Schätzpreis verdoppelte, sowie Alfred Steiglitz' The Hand of Man, das für 137.500 USD den Besitzer wechselte.

Es wurden jedoch auch Arbeiten von Top-Fotografen zu erschwinglicheren Preisen verkauft, darunter Henri Cartier-Bressons On the Banks of the Marne, das 5.625 USD erzielte, und Shell von Edward Weston, das einem Käufer 4.750 USD wert war.

Um mehr über die Auktion und die Trend-Kategorie Fotografie zu erfahren, haben wir Emily Bierman, Vizepräsidentin von Sotheby's, einige Fragen gestellt.
Konnten Sie in letztet Zeit eine gestiegene Nachfrage im Bereich Fotografie bemerken? Und wenn ja, warum?
Das Sammeln von Fotografien bietet einen enormen Wachstumsspielraum. Fast die Hälfte der Bieter in unserer letzten Onlineauktion für Fotografie war für uns neu, entweder in der Kategorie oder im sogar im gesamten Unternehmen. Das ist sehr ermutigend, wenn man darüber nachdenkt, in welche Richtung sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln könnte. Während hauptsächlich über Fotografien im sechs- und siebenstelligen Bereich berichtet wird, darf man auch die überwiegende Mehrheit des Marktes nicht vergessen, die unglaublich zugänglich ist. Die Preise bei dieser Auktion lagen zwischen 875 und 524.000 USD, der durchschnittliche Verkaufspreis bei rund 20.000 USD, und neue Käufer werden häufig von attraktiven Preisen angezogen. Hinzu kommt noch die Unmittelbarkeit der Fotografie, die bei Sammlern jeden Alters Anklang findet.

Woher stammten die Käufer dieser Auktion?
Das Teilnahmegebiet war wirklich sehr groß mit Geboten aus den USA, Europa und Asien. Ich bin immer fasziniert davon, wo die neuen Käufer auftauchen, sei es in New York, Florida, Italien oder China. In jeder Preisklasse gab es etwas zu entdecken, von weniger als tausend bis über 100.000 USD, bei dieser Auktion war wirklich für jeden etwas dabei.

Hat sich die Corona-Krise Ihrer Meinung nach auf die Umsätze ausgewirkt?
Ich denke, für viele Sammler - sowohl neue als auch langjährige - bit die Onlineauktion für Fotografie eine willkommene Ablenkung. Selbst in diesen unsicheren Zeiten können wir schätzen, wie besonders es ist, von Kunst umgeben zu sein. Von der Sicherheit und dem Komfort des eigenen Zuhauses aus kann man Fotos betrachten, die die ganze Historie des Mediums umfassen, unseren Experten Fragen stellen und letztendlich auch auf eines der Werke bieten, um es bei sich zu haben. Da uns bewusst ist, dass die Leute momentan zu Hause sind und viel Zeit damit verbringen, online zu surfen, haben wir zusätzliche Editorials und Videos produziert, um das Online-Erlebnis bei Sotheby's Photographs zu verbessern.
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