„Wenn jemand ein wahrer Sammler ist, wird ihn nichts davon abhalten, das zu bekommen, was er will“, zitiert Sotheby’s Emily Fisher Landau in der Vorankündigung des wohl wichtigsten Auktionsevents der Herbstsaison.
Fünfzig Jahre lang war Emily Fisher Landau eine zentrale Figur der New Yorker Kunstszene und eine profilierte Sammlerin moderner Kunst gewesen, deren Sammlung des Who-is-Who der Kunst des 20. Jahrhunderts umfasst. Die engagierte Förderin verschiedener Institutionen, allen voran das Whitney Museum, dem sie 2010 fast 400 Kunstwerke schenkte, hatte zudem von 1991 bis 2017 mit dem Fisher Landau Center for Art in Queens ein privates Kunstmuseum betrieben.
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Was sich zu so etwas Großartigem entwickelte, basierte jedoch auf einem furchtbaren Ereignis, das sich im Jahr 1969 zugetragen hatte. Damals hatten Diebe die wertvollen Schmuckstücke der späteren Mäzenin, die diese von ihrem ersten Ehemann, dem Immobilienentwickler Martin Fisher von Fisher Brothers geschenkt bekommen hatte, aus der New Yorker Wohnung des Paares gestohlen. Die Versicherungssumme wurde jedoch nicht wieder für Juwelen ausgegeben, sondern in Kunst investiert – der Beginn einer großen Leidenschaft.
Auf den Kauf eines Mobiles von Alexander Calder folgten Werke von Künstlern wie Pablo Picasso, Henri Matisse, Piet Mondrian, Jean Arp, Mark Rothko, Franz Kline, Paul Klee und Louise Nevelson.
Am 27. März dieses Jahres starb Emily Fisher Landau im stolzen Alter von 102 Jahren. Schon bald begannen die Spekulationen, wer ihre beeindruckende Sammlung wohl versteigern würde. Den Zuschlag erhielt Sotheby’s New York, wo am 8. und 9. November die Auktion „The Emily Fisher Landau Collection: An Era Defined“ in zwei Sitzungen unter den Hammer kommen wird.
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Zu den Highlights zählen Werke von Jasper Johns, Ed Ruscha, Georgia O’Keeffe und Andy Warhol. Das alles überragende Los ist jedoch Pablo Picassos Femme à la montre – ein Porträt von Marie-Thérèse Walter – aus dem Jahr 1932, dessen Wert auf 120 Millionen US-Dollar geschätzt wird. Sollte diese Summe tatsächlich erzielt werden, wäre das Gemälde das zweitteuerste Werk des Künstlers der Auktionsgeschichte. Doch wer weiß, der Markt ist immer für eine Überraschung gut und vielleicht könnte die Frau mit der Uhr tatsächlich die Frauen von Algier als Picassos Top-Auktionsverkauf ablösen.
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