Werke von renommierten Alten Meistern stehen bei Cambi Casa d’Aste am 16. Dezember um 15 Uhr im Mittelpunkt. Versteigert werden sie in passendem Rahmen, dem historischen Castello Mackenzie in Genua.

Top-Los der Offerte ist Anthonis van Dycks Porträt eines Herren in Rüstung (Schätzpreis 80.000-100.000 Euro). Bei dem ovalen Bildnis handelt es sich um eine Version des bekannten Porträts, dass am 9. Dezember 2015 bei Sotheby’s in London mit der Losnummer 30 zum Aufruf kam und vermutlich den genuesischen Adligen Stefano Raggio darstellt.
Des Weiteren wird vermutet, dass van Dyck zunächst Halbfiguren seiner zu porträtierenden Auftraggeber anfertigte, um diesen das lange Modellstehen für die eigentlichen, großformatigen Bildnisse zu ersparen. Die Tatsache, dass der junge Adlige eine Rüstung trägt, weist auf die Jahre 1625 und 1626 als Entstehungszeitraum hin, als der Adel Genuas in einen Verteidigungskrieg gegen die savoyischen Truppen verwickelt war und van Dyck in Italien lebte und arbeitete.
Während eines Aufenthalts in van Dycks Heimatstadt Antwerpen verdienen zwei Werke der dortigen Schule unsere Aufmerksamkeit. Zunächst muss hier auf das zarte Gemälde Madonna mit Kind und der Heiligen Anna hingewiesen werden, dass in einen fein lackierten und vergoldeten Holzrahmen eingefasst ist (Schätzpreis 30.000-50.000 Euro).

Bei dem zweiten Werk handelt es sich um ein Triptychon mit der von Engeln begleiteten Heiligen Familie auf der mittleren Tafel (Schätzpreis 20.000-30.000 Euro). Beide Arbeiten werden der Antwerpener Schule des 16. Jahrhunderts zugeschrieben und stammen somit aus einer Epoche, in der die Stadt ein bedeutendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum war.

Zurück in Italien widmen wir uns nun diesem Werk des venezianischen Landschafts- und Vedutenmalers Michele Marieschi mit dem Titel Blick auf den Canal Grande mit dem Fondaco dei Turchi, das auf 50.000-70.000 Euro geschätzt wird. Weniger bekannt als seine Zeitgenossen Canaletto und Guardi, zeichnen sich Marieschis Veduten durch einen lebhafteren Umgang mit Farben, ungewöhnliche Perspektiven und kleine Figurenstaffagen aus. In dem vorliegenden Gemälde kommt Marieschis Meisterschaft nicht zuletzt durch die gekonnte Spiegelung der Gebäude auf der Wasseroberfläche zum Tragen.

Eine weitere bedeutende Malerschule war jene von Neapel, die im 17. und 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. In diesem Zeitraum ist es vor allem die Porträtmalerei, die die stilistische Unabhängigkeit der Schule verdeutlicht. Porträt eines Literaten, das bei Cambi mit einem Schätzpreis von 20.000-25.000 Euro zum Aufruf kommt, ist ein hervorragendes Beispiel dafür.
Last but not least sei auch noch auf diese Darstellung der Grablegung Christi des Renaissance-Miniaturisten Giulio Clovio hingewiesen (Schätzpreis 10.000-15.000 Euro). Das mit zarten Temperafarben gemalte Bild besticht durch seine stark emotionale Wirkung. Es überrascht nicht, dass Vasari Clovio als den größten Miniaturisten seiner Zeit bezeichnete, während andere seiner Zeitgenossen ihn den „Michelangelo der Miniatur“ nannten.
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