Umfasst eine Ausstellung gerade einmal zehn Kunstwerke, kann man davon ausgehen, dass jedes ein Highlight ist. Auf die Ausstellung "Ten by Ten" der Stockholmer Galerie CFHILL Art Space trifft das jedenfalls zu. Zwei Werke wollen wir uns einmal genauer anschauen.

Als in der deutschen Nachkriegs-Kunstszene alles auf das gegenstandslose Informel eingestellt war, sagte der an der Düsseldorfer Akademie eingeschriebene Konrad Klapheck dieser Tendenz den Kampf an und malte stattdessen Figurativ. Inspiriert von Surrealismus, wählte er Alltagsgegenstände als Motiv – der erste war eine Schreibmaschine.
Diesem "Schreibmaschinenbild" von 1955 sollten Nähmaschinen, Duschköpfe, Bügeleisen, Telefone oder, wie auch in diesem Fall, Wasserhähne folgen. Seinem Werk von 1970 gab Klapheck den Titel Die Selbstsichere und genau als solche tritt der Wasserhahn durch die von Klapheck gewählte ungewöhnliche Perspektive dem Betrachter gegenüber. Durch den Wechsel des Blickwinkels vermag es Klapheck, Alltagsgegenständen eine völlig neue Bedeutung zu verleihen, in der häufig ein ironischer oder auch erotischer Unterton mitschwingt.

Während Klapheck 1970 Die Selbstsichere malte, schuf Harvey Quaytman auf der anderen Seite des Atlantiks mit French Feather Blanket ein Hauptwerk, das all die Komponenten miteinander vereint, auf die sich der Künstler, der der geometrischen Abstraktion zuzuordnen ist, damals konzentrierte: Eine asymmetrische Leinwand und das Experimentieren mit Farbpigmenten, die er mit Rost vermischte (was zu seinem Markenzeichen werden sollte).
Für French Feather Blanket kombinierte Quaytman zwei monotone Farbflächen: Eine glänzende in Gelb und eine matte in Blau. Bis er den gewünschten Effekt erzielte, trug Quaytman Farbschicht um Farbschicht auf. Noch aufwändiger war in den 1960/70er die Wahl der richtigen Leinwand, die damals immer asymmetrisch sein musste. Der Prozess des Findens der richtigen Leinwandform für ein bestimmtes Kunstwerk konnte bisweilen Jahre in Anspruch nehmen.
Neben Konrad Klapheck und Harvey Quaytman zeigt die Ausstellung auch Werke von Ivan Aguéli, Banksy, Lena Cronqvist, Sam Francis,
Gösta Adrian-Nilsson (GAN), Joan Miró, Öyvind Fahlström und Ragnar Sandberg.
"Ten by Ten" ist vom 6.-28. November im CFHILL Art Space in Stockholm zu sehen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Galerie.
