Wenn das Bamberger Auktionshaus Schlosser zur Auktion bittet, darf man gewiss sein, auf ausschließlich hochwertige Kunst und Antiquitäten zu stoßen. Erneut der Fall ist dies, wenn Schlosser am 27. November "Europäische Malerei & Grafik" versteigert, gefolgt von "Kunsthandwerk & Antiquitäten aus fünf Jahrhunderten" am 28. November.

Die Gemäldeofferte wird von einer spannenden Neuentdeckung angeführt: Ein Tondo, in dessen Rund eine elegante Gesellschaft in einer Flusslandschaft zu sehen ist. Wie die Beschriftung "Maius" auf dem Rahmen verrät, handelt es sich um ein dem Monat Mai gewidmetes Werk. Laut den Ausführungen des niederländischen Kunstgutachters Dr. Luuk Pijl handelt es sich um eines der Monatsbilder, die vom flämischen Meister Abel Grimmer um 1600 ausgeführt wurden und von denen heute sieben bekannt sind. Das Rundbild stellt somit eine wichtige Ergänzung zum Œuvre Grimmers dar.

Beispielhaft für die Kunst des niederländischen Barockmalers Jan Both sind diese beiden Gemäldependants mit Reisenden auf einem Weg in Italienischer Landschaft. Die Darstellung der italienischen Landschaft war Boths Spezialgebiet, das er nachhaltig weiterentwickelte.

Nach den beiden Altmeistern wollen wir auch eine ihrer Kolleginnen nicht unerwähnt lassen: Barbara Rosina Matthieu-de Gasc, die im 18. Jahrhundert große Erfolge als Porträtmalerin feiern konnte. In der Auktion von Schlosser ist sie mit dem Porträt einer unbekannten jungen Adeligen vertreten.
Wo ist ein Porträt wohl besser platziert, als über einem Kamin oder einer Kommode? Wie wäre es mit diesem schönen Modell im frühen Transitionsstil, die um 1760 in Frankreich aus Laub- und Edelhölzern, vergoldeten Bronzebeschlägen und Brèche d'Alep-Marmor kunstvoll zusammengefügt wurde?

Ein weiteres Highlight der Möbelofferte ist dieser interessante Schreibschrank, der etwa zur gleichen Zeit wie die Kommode entstand – allerdings in Altona oder Schleswig-Holstein. Ein besonderes Detail ist die abschließbare Spiegelschatulle im Aufsatz.

So wie die Spiegelschatulle ist auch dieses beinerne Kästchen zur Aufbewahrung gedacht. Das mit Figurenreliefs verzierte Kästchen wurde im 15. Jahrhundert im Stil der norditalienischen Embriachi-Werkstatt geschaffen.

So wie Demétre Chiparus und Ferdinand Preiss war auch Samuel Lipchytz ein Meister der Elfenbeinschnitzerei des frühen 20. Jahrhunderts. Wie seine Kollegen widmete er sich verstärkt exotische Tänzerinnen darstellende Chryselephantinfiguren.
Auch die Porzellan & Keramik-Offerte lässt mit Vasen, Figuren, Servicen und Uhren keine Wünsche offen. Mit dem höchsten Schätzpreis kommt hier eine Prunkvase mit Ansichten von Berlin und Stolzenfels zum Aufruf, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin ausgeführt wurde.

Aus der Porzellanmanufaktur Ansbach-Bruckberg stammt diese Porzellanfigur eines Persers, die auf einem landschaftlich gestalteten Sockel aus vergoldeter Bronze montiert wurde. Die Figur ist Teil der Serie Nations du Levant, die nach Vorlagen eines Tafelwerks von Jean-Baptiste van Mour gestaltet wurden.
Zwei Highlights der Silberofferte nehmen uns mit ins ins nasse Element. Zum einen wäre da ein maritimer Tafelaufsatz des Mailänder Juweliers Buccellati zu nennen. Die Gestaltung seiner sechs Schalen war namengebend: Nautilus.

Sehr bezaubernd ist auch ein Jugendstil-Tablett des Wiener Silberschmieds Franz Rumwolf. Hier räkelt sich eine Seejungfrau am von Wellen gesäumten Ufer eines Sees.

Den im wahrsten Sinne des Wortes krönenden Abschluss bildet an dieser Stelle ein fürstlicher Kronleuchter, der ebenfalls aus Wien stammt. Der klassizistische Luster beeindruckt mit seinen 18 Leuchterarmen, seiner Höhe von 130 cm und seinem Durchmesser von 150 cm.
Die Versteigerungen finden am 27. und 28. November ohne Saalpublikum statt. Gebote können schriftlich, telefonisch und online (auch live) abgegeben werden. Vorbesichtigungen sind vom 21. bis 26. November im Auktionshaus, Karolinenstraße 11, in Bamberg möglich.
Entdecken Sie alle aktuellen Lose von Schlosser gleich hier!
