Bevor es in die Sommerpause geht, werden in der Villa Hampel in München noch einmal Kunstwerke und Antiquitäten von höchster Qualität versteigert. Entdecken Sie nun sechs Highlights der exquisiten Offerte, die mehr als 1.400 Lose umfasst.
Mitgeboten werden darf ab 10 Uhr, zunächst auf die knapp 100 Lose der Kategorie „Möbel & Einrichtung, Uhren“, in der ein barocker Tabernakelsekretär mit Vogelmarketerie genauso zum Aufruf kommt wie eine elegante Pariser Louis XV-Standuhr, deren Datierung auf das Jahr 1769 verweist.

Nach „Porzellan“ steht „Skulpturen & Kunsthandwerk“ auf dem Programm – eine Offerte, die von diesem Gémellion mit jagdlichen Motiven eröffnet wird, das im 13. Jahrhundert in Limoges ausgeführt wurde, dem damals bedeutendsten Zentrum für Emaillekunst. Abgleitet vom lateinischen Wort gemellus für „Zwilling“, bestand ein mittelalterliches Gémellion aus zwei Schalen, die im höfischen oder auch kirchlichen Kontext zum Waschen der Hände dienten. Dabei verfügte eine der Schalen – wie auch das vorliegende Exemplar – über einen Ausguss, während die andere zum Auffangen des Wassers diente.
Um 11:30 Uhr ist es schließlich Zeit für die rund 250 Lose starke Offerte „Gemälde Alte Meister“, die in zwei Teilen aufgerufen wird und ländliche Idyllen genauso umfasst wie Veduten und Stillleben sowie religiöse und Historienmalerei.

Zu den Highlights gehört hier Kahnfahrt vor baumbestandenem Ufer, nahe eines Dorfes, eines jener kleinformatigen Werke der Kabinettmalerei, für die Jan Brueghel der Ältere von seinen Zeitgenossen sehr geschätzt wurde. Das Bild zeigt im Vordergrund Figuren in bürgerlicher Kleidung, die sich in Booten einem Ufer nähern. Einige sind bereits ausgestiegen und laufen auf ein Dorf im Hintergrund zu. An anderer Stelle ist eine herrschaftlich anmutende Architektur zu sehen, die von dem dörflichen Ensemble durch eine Baumgruppe abgetrennt ist. Hervorzuheben ist Brueghels Umgang mit dem Licht, das eine diffuse Tiefenwirkung erzeugt.

Unter den venezianischen Veduten der Offerte ist vor allem Blick über den Canal Grande auf die Kirche Santa Maria della Salute von Luca Carlevaris hervorzuheben, das von einer imposanten Wolkenformation beherrscht wird. Carlevaris war ein Pionier der Vedutenmalerei und beeinflusse spätere Meister wie Canaletto und Guardi, die beide ebenfalls in der Auktion vertreten sind. Das vorliegende Werk steht in zeitlichem Zusammenhang mit dem Gemälde Der Einzug des kaiserlichen Botschafters Colloredo in den Dogenpalast (Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden), das Carlevaris um 1726 ausführte.
Weiter geht es um 14 Uhr mit „Impressionismus & Moderne Kunst“. Hier geben sich bekannte Namen wie Renoir, Christo, Graubner und Buffet die Klinke in die Hand.

Mit drei Arbeiten vertreten ist Lyonel Feininger, wobei New York, Architectural Composition I von 1940 besonders hervorzuheben ist. Der gebürtige Amerikaner Feininger kehrte 1937 in seine Heimatstadt New York zurück – in Deutschland galt er mittlerweile als „entarteter Künstler“. In New York faszinierten ihn die hohen Häuser und tiefen Straßenschluchten. Wiederholt setzte er sich künstlerisch mit diesen Motiven auseinander. So auch in dem vorliegenden Werk, das er 1956 zusammen mit zwei weiteren für den amerikanischen Pavillon der 28. Biennale von Venedig einreichte, der das Thema „American Artists Paint the City“ präsentierte.

Die Offerte kann jedoch nicht nur mit zweidimensionaler, sondern auch mit dreidimensionaler Kunst punkten. Als Highlights sind hier Arbeiten von Henry Moore, Diego Giacometti, Niki de Saint Phalle und Max Ernst zu nennen. Von Ernst kommt Janus zum Aufruf, eine Bronze mit männlicher und weiblicher Seite. Die Arbeit ist dem Spätwerk Ernsts zuzuordnen. Das Gipsmodell wurde 1973 geschaffen, der vorliegende Abguss stammt aus einer Auflage von 18 Stück von ca. 1974.
Nach „Gemälde & Skulpturen des 19./20. Jahrhunderts“ warten um 14:30 Uhr die rund 80 Lose der Kategorie „Schmuck, Armbanduhren & Accessoires“ auf Gebote.

Angeführt wird die Offerte von einem Weißgoldring mit Diamant im Smaragdschliff von 8,14 ct. Und auch diesen Ring ziert ein Hochkaräter in Form eines Altschliffdiamanten von 3,6 ct, der von einem doppelten Kranz aus Diamanten im Navetteschliff begleitet wird, die zusammen ca. 4 ct auf die Edelsteinwaage bringen.
Die Armbanduhren der Offerte stammen von begehrten Marken wie Cartier, Chopard, Rolex und Patek Philippe. Nicht unerwähnt bleiben dürfen zudem die beiden Hermès Kelly Bags Chocolate und Cognac, die sicherlich viele Bieter anlocken werden.
Den Abschluss des Auktionstages bildet schließlich die abwechslungsreiche Living-Offerte, die Kunst und Kunsthandwerk genauso im Angebot hat wie Fossilien und Parkdekorationen.
Die Versteigerungen finden am 25. Juni in der Villa Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 20.-23. Juni möglich.

