Die Versteigerung von mehr als 1.000 qualitativ hochwertigen Objekten steht im Bamberger Auktionshaus Schlosser am 1. und 2. April auf dem Programm. Während am ersten Auktionstag ab 15 Uhr Gemälde, Graphik & Skulpturen versteigert werden, folgen am zweiten Auktionstag um 11 Uhr Kunst & Kunsthandwerk aus fünf Jahrhunderten.
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In der Skulpturenofferte kommt mit der Losnummer 461 ein Paar dunkelpatinierte Bronzeplastiken zum Aufruf, die zwei junge Knaben darstellen. Bei diesen Knaben handelt es sich um Prinz Albert Edward und Prinz Arthur, den ältesten und den dritten Sohn von Queen Victoria und ihres Prinzgemahls Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Die beiden Bronzen wurden vom französischen Bildhauer Célestin Anatole Calmels nach gemalten Porträts von Franz Xaver Winterhalter geschaffen, die Albert Edward, den späteren König Edward VII. von Großbritannien und Irland, in einem Matrosenanzug und Prinz Arthur in der Uniform der Scots Guards zeigen.

In der Gemäldeofferte sei auf ein Paar in Öl auf Holz ausgeführte Wirtshausszenen hingewiesen, die vom Frankfurter Maler Johann Georg Trautmann Mitte des 18. Jahrhunderts ausgeführt und signiert wurden. Trautmann, der, wohl um die Haushaltskasse zu füllen, nebenbei auch als Tapetenmaler arbeitete, wurde von der niederländisch-flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts stark beeinflusst und hinterließ bei seinem Tod im Jahr 1769 ein breitgefächertes Œuvre, das Porträts und religiöse Motive genauso umfasst, wie Historienbilder und Genreszenen.

Auch am zweiten Auktionstag kommt ein paarweise auftretendes Highlight zum Aufruf. Für die Gestaltung des vorliegenden Spiegelpaares mit passenden Konsolen griff ein Kunsttischler im Rom des 19. Jahrhunderts auf den Louis XVI-Stil des späten 18. Jahrhunderts zurück. Typisch für diesen Stil ist die bereits deutliche Hinwendung zum Klassizismus, wobei dessen Strenge durch lebendige Girlanden noch nicht ganz erreicht wird.

Aus der Herstellung der Pariser Orfèvrerie Christofle stammt dieser außergewöhnlich große und prunkvolle Tafelaufsatz aus Silber, der knapp 18 kg auf die Waage bringt. Der Schaft, der die obere Schale trägt, besteht aus drei vollplastisch gearbeiteten Mädchenfiguren, die Blumenkörbe oder einen Krug in Händen halten. Die Orfèvrerie Christofle wurde 1830 gegründet und konnte sich schnell einen hervorragenden Ruf erarbeiteten. Zum Kundenkreis zählten auch mehrere Herrscherhäuser, unter anderem in Frankreich, Österreich und dem Osmanischen Reich.

Dieses museale Stück entführt uns nun ins Florenz der Renaissance. Dort war in jener Epoche die runde Gemäldeform des Tondo sehr beliebt. Ein solches dürfte sich ursprünglich auch in diesem Rahmen aus dem frühen 16. Jahrhundert befunden haben. Den inneren Kreis des Rahmens aus Gold gefasstem Holz zieren gemalte Engelsköpfe und florale Elemente. Der äußere Ring besteht aus einem Relief aus Akanthusblättern, das von vier Medaillons mit vollplastisch gearbeiteten Köpfchen unterbrochen wird. Einer der ersten Maler, die das Format des Tondo wählten, war Sandro Botticelli. Von einem seiner Nachfolger kommt eine Kopie der Madonna del Magnificat (ca. 1483) bei Schlosser zum Aufruf, welche mit dem höchsten Schätzpreis der Gesamtofferte ausgestattet wurde.

Auch diese runde Platte einer Tazza aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts darf nicht unerwähnt bleiben. Das Stück aus weiß glasierte Majolika wurde in Blau-, Gelb- und Grüntönen bemalt. Dargestellt ist eine junge Frau mit wehendem Kleid, die, ausgestattet mit einer Laute, durch eine von Hirschen bevölkerte hügelige Landschaft zieht. Das Instrument in ihren Händen und weitere zu ihren Füßen, identifizieren die Frau als Allegorie des Gehörs. Bei der Tazza handelt es sich vermutlich um eine Arbeit von Bernardino Gentili dem Älteren oder eines Mitglieds der Keramikerfamilie Grue.
Die Auktion findet am 1. und 2. April im Auktionshaus Schlosser, Karolinenstraße 11, in Bamberg statt. Die Ausstellung ist dort vom 26.-31. März geöffnet.
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