Drei Tage, drei Auktionen: Jeweils ab 15 Uhr versteigert Quittenbaum vom 18.-20. Februar Design von italienischen und internationalen Künstlern sowie begehrte Stücke aus den Glasmanufakturen von Murano.
Den Auftakt bildet am 18. Februar 271 Lose mit Kreationen italienischer Designer. Angeführt wird diese Offerte von einem Konsoltisch, den Gio Ponti in den 1930/40er Jahren aus auffällig gemustertem Wurzelholzfurnier über einer Holzkastenkonstruktion geschaffen hat. Eine Echtheitsbestätigung des Gio Ponti Archivs aus dem Jahr 2015 liegt vor und wird dem glücklichen Höchstbietenden mitgeliefert.

Die blockartige Form eines romanischen Kirchenbaus greift der Tisch La Basilica von Mario Bellini auf, der 1976 bei Cassina in Mailand aus hellem Eschenholz ausgeführt wurde.

Als "walking to Memphis" könnte man die Superbox von Ettore Sottsass bezeichnen, denn mit ihr war der Designer 1969 bereits auf dem Weg zu der von ihm 1980 mitbegründeten Designbewegung. Der Entwurf aus Spanholzplatten und Kunststofflaminat ist Kleiderschrank, Skulptur und "Altar der Alltags" zugleich. Bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich um eines der letzten, die bei Poltronova hergestellt wurden.

Wem jetzt noch kein Licht aufgegangen ist, dem wird dies nun aber in jedem Fall widerfahren: Die Lichtskulptur Tetralogia aus verchromtem Metallrohr, Kunststoff und Neonröhren ist ein Gemeinschaftswerk von Roberto Gabetti, Aimaro Isola, Guido Drocco und Luciano Re. Und mit lediglich zwei oder drei ausgeführten Exemplaren ist es äußerst selten.

Am 19. Februar folgen 258 Lose mit Entwürfen internationaler Designer wie Frank Lloyd Wright, Marcel Breuer, Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier, Gerrit Rietveld und Charles Eames. Zu den jüngsten Stücken dieser Offerte zählt der Nussholztisch Godogan des niederländischen Designerduos Nils van Eijk und Miriam van der Lubbe. Das Design des Tischs greift ein indonesisches Märchen um einen Froschprinzen auf. Der handgeschnitzte Teil des in nur sechs Exemplaren ausgeführtes Tischs wurde in dem südostasiatischen Land angefertigt.

Ebenfalls auf Nussholz setzte bereits 1955 der amerikanische Designer und Bildhauer mit japanischen Wurzeln Isamu Noguchi für seinen Laminated table, der aufgrund der gedrehten Form seiner verbindenden und tragenden Metallstäbe den Namen Cyclone erhielt.

Gemütlich wird es mit Paul Kjærholm, der 1965 zum Ausruhen auf seiner emblematischen Liege PK 24 einlud. Das vorliegende Exemplar aus Bandstahl, Peddigrohr und schwarzem Leder wurde entweder von Kold Christensen oder Fritz Hansen ausgeführt.

Der in Wuppertal geborene Günter Beltzig wurde in den 1960er Jahren mit seinen Entwürfe von Kunststoffmöbeln bekannt. Vor allem der Stuhl Floris von 1967 erregte allgemeine Aufmerksamkeit. Das Exemplar, das bei Quittenbaum angeboten wird, stammt aus einer limitierten Neuauflage von 1990.

Am dritten und letzten Auktionstag geht die Reise noch einmal nach Italien, genauer gesagt auf die Glasmacherinsel Murano bei Venedig. 231 Lose umfassen viele Highlights der dortigen Produktion des 20. Jahrhunderts. Eines davon ist die Flaschenvase Traliccia, die Dino Martens 1951 aus farblosem Glas und aufgeschmolzenen blauen, roten und weißen Plättchen und Stäbchen ausführte. Martens war von 1946 bis 1959 künstlerischer Leiter der ausführenden Manufaktur Aureliano Toso.

Ebenfalls aus den 1950er Jahren stammt das teuerste Los der Auktion: die hochbedeutende und äußerst seltenen Vase Scozzese, die Fulvio Bianconi für Venini & C. entwarf. Die Vase mit rechteckiger Basis und Mündung verjüngt sich zu ihrer Mitte hin. Der Name bedeutet "Schotte" oder "Schottin", was auf die Intension hinter dem Dekor aus roten, gelben, blauen und weißen Bandauflagen und -einschmelzungen schließen lässt.

Ein weiteres Stück begehrtes Vintage aus Murano stellt die Vase Dorico rosso von Glaskünstler Ercole Barovier dar. Das Dekor der Vase aus farblosem Glas besteht aus einer modernen Interpretation der Murrine, die carneolrote und milchigweiße Ringe aufweisen.

Die Auktion geht aber auch internationale Wege. Ein schönes Beispiel dafür ist eine um 1985 von Glaskünstlerin Mary Anne "Toots" Zynsky kreierte Schale mit unregelmäßiger Wandung aus hauchfeinen miteinander verschmolzenen Fäden in Gelb, Flaschen- und Smaragdgrün.

Die Auktionen vom 18.-20. Februar finden im Auktionshaus Quittenbaum in der Theresienstraße 60 in München statt. Die Ausstellung dazu kann dort vom 13.-17. Februar besucht werden.
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