Egal, ob zartes Reispapier oder harter Diamant, in seinen Juni-Auktionen zeigt das Auktionshaus Quittenbaum, das aus den unterschiedlichsten Materialen gleichermaßen großartige Dinge geschaffen werden können.
Der erste Beweis erfolgt am 11. Juni, wenn um 15 Uhr die traumhaften Kreationen der Meister des Jugendstils und des Art déco zum Aufruf kommen.

So zählen etwa sieben Vasen aus Steingut oder Fayence von Vilmos Zsolnay zu den Highlights dieser Offerte. Zsolnay hatte 1893 in der von seinem Vater gegründeten Manufaktur im ungarischen Pécs die Eosinglasur eingeführt, die einen wunderschönen irisierenden Effekt erzeugt. Alle vorliegenden Zsolnay-Objekte wurden damit gestaltet, darunter auch diese Henkelvase von ca. 1900.

Groß ist die Auswahl an Glaserzeugnissen, von denen fast 100 aus der berühmten Manufaktur der Brüder Daum in Nancy stammen. Die École de Nancy war stilprägend für den französischen Jugendstil („Art nouveau“). Von dieser inspiriert, gründeten 1913 die Brüder Ernest und Charles Schneider im nahe Paris gelegenen Epinay-sur-Seine eine eigene Glashütte. Neben 13 weiteren Erzeugnissen der Manufaktur, kommt auch diese bezaubernde Schale mit Fischdekor bei Quittenbaum zum Aufruf, die aus der Hochzeit der Verreries Schneider zwischen 1925 bis 1930 stammt.
Unter den Bronzekreationen muss die Tischleuchte Die Verlassene von Gustav Gurschner hervorgehoben werden sowie eine absolute Rarität aus gegossener Bronze und geschnitztem Nussbaumholz. Die Truhe stellt eine Gemeinschaftsarbeit von Émile Gallé und dem japanischen Förster und Theoretiker Tokuzō Takashima dar, der eigentlich zu Fortbildungszwecken nach Nancy gekommen war, sich dort jedoch schnell mit den ansässigen Künstlern anfreundete.
Weiter geht es am 12. Juni um 15 Uhr mit der Auktion „Internationales Design“, deren 350 Lose mit einer Vielfalt an Materialen glänzen.

Den Klassiker Holz wählte Ettore Sottsass, als er 1966/67 den Beistelltisch Rocchettone T 44 für den Möbelhersteller Poltronova entwarf. Wie der Name verrät, war die unscheinbare Garnspule die Inspiration für dieses Design, das dunkel gebeiztes Nussbaumholz mit rot lackierten Elementen kombiniert.
Freunde der Designs von Ingo Maurer wird es freuen, dass gleich mehrere Lose mit seinen Kreationen aus der beliebten Uchiwa-Serie, vier Wandleuchten und drei Deckenleuchten in verschiedenen Größen, zum Aufruf kommen. Das zentrale und unverwechselbare Element sind hier die aus Bambusrohr und Reispapier gefertigten japanischen Fächer, die eine warme Lichtwirkung erzeugen und absolut zeitlos sind.

Des Weiteren hervorzuheben sind die Sitzmöbel Correalist Instrument und Correalist Rocker, die Friedrich Kiesler 1942 für Peggy Guggenheims „Art of this Century Gallery” in New York entwarf und die hier aus einer Re-Edition angeboten werden.
So wie Peggy Guggenheim mit ihrer Galerie die damalige Künstleravantgarde unterstützen wollte, wollte die finnische Mäzenin Maire Gullichsen mit dem 1961 gegründeten Handwerksbetrieb „Noormarkun Käsityöt“ das Kunsthandwerk ihrer Heimat fördern. Zu den engagierten Künstlern gehörte auch Bertel Gardberg, von dem 19 Arbeiten bei Quittenbaum zum Aufruf kommen. Weitere spannende Objekte stammen vom Berliner Künstler Stiletto (Frank Schreiner); und auch die Schaukelliege Dondolo von Cesare Leonardi und Franca Stagi sowie das Sesselpaar Madonna mit Kind von Luigi Colani dürfen nicht unerwähnt bleiben.
Die letzte Auktion der Reihe, die am 12. Juni um 19 Uhr stattfindet, führt uns schließlich noch in die Welt der Juwelen und des Autorenschmucks.

Unter dem Juwelenschmuck fallen sofort jene Lose ins Auge, die mit hochkarätigem Diamantbesatz bestückt sind, darunter ein Weißgoldring mit Diamant im Kissenschliff von 5,47 ct sowie ein klassisches Rivière-Armband, dessen 31 Brillanten zusammen ein Gewicht von ca. 20,05 ct aufweisen. Als absolutes Highlight muss jedoch auf ein außergewöhnliches Art déco-Collier aus Platin hingewiesen werden, das mit Onyx-Elementen und aufwändigem Diamant- und Smaragdbesatz besticht. Das hochkarätige Herzstück ist hier ein Diamant im Herzschliff von ca. 6,76 ct.

Im Bereich „Autorenschmuck“ können Künstler aus dem Münchener Raum, Hermann Jünger, Otto Künzli und Gerd Rothmann, mit jeweils mehreren Arbeiten begeistern. Hinzu kommen internationale Kollegen, darunter der italienische Goldschmied Giampaolo Babetto, der mit seinen Schöpfungen immer wieder sein Gefühl für Formen und das Spiel von kontrastierenden Farben unter Beweis stellt.
Auch zwei Ringe von Pol Bury und Mimmo Rotella sowie ein Collier, das Yayoi Kusama für Louis Vuitton entworfen hat, dürfen nicht unerwähnt bleiben.
Die Versteigerungen finden am 11. und 12. Juni im Auktionshaus Quittenbaum, Theresienstraße 60, in München statt. Die Ausstellung ist dort vom 6.-10. Juni geöffnet.
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