Sie lieben Designermöbel? Wir auch und das Münchener Auktionshaus Quittenbaum sowieso. Und das merkt man auch, denn ein weiteres Mal ist es dem Versteigerungsunternehmen in der bayerischen Metropole gelungen, eine wunderbare Offerte zusammenzustellen, in der sich die großen Namen des Designs und der Glaskunst die Klinke in die Hand geben und jeder Designliebhaber voll auf seine Kosten kommen wird.
Den Auftakt der dreitägigen Auktionsreihe bildet am 20. September die Versteigerung von italienischem Design. Die insgesamt 271 Lose wurden von Größen wie Ico Parisi, Piero Fornasetti, Gino Sarfatti, Gaetano Pesce und Gio Ponti geschaffen.
Natürlich dürfen auch Designs der Mailänder Memphis Group nicht fehlen, die den 1980er Jahren mit ihrem Pop-Art-Look ihren Stempel aufdrückte und damit ein ganzes Jahrzehnt prägte. Bei Quittenbaum sind mit Ettore Sottsass, Matteo Thun, Marco Zanini und Martine Bedin vier der sieben Gründungsmitglieder vertreten.

Von den acht Objekten, die von Sottsass zum Aufruf kommen, schuf er zwei für die Memphis Group. Neben den Tellern Rucula und Lettuce von 1985 ist es sein berühmter Raumteiler Casablanca von 1981, der Regal und Skulptur zugleich ist.

Von Matteo Thun kommt das Stehlampenpaar Hollywood zum Aufruf, dass 1989 von der Firma Tronconi in Corsico hergestellt wurde. Als Inspirationsquelle könnten Thun die hohen Palmen gedient haben, die die Straßen Hollywoods säumen.
Die Auktion mit internationalem Design, die am 21. September folgt und 235 Lose umfasst, steht der italienischen Offerte in nichts nach. Auch hier versammelt sich, was in der Designwelt des 20./21. Jahrhunderts einen Namen hat, darunter Eileen Gray, Alvar Aalto, Josef Frank, Zaha Hadid, Philippe Starck, Hans J. Wegner und Charlotte Perriand.

Eines der Highlights ist hier der 1968/69 von Verner Panton entworfene Living Tower, der mit seinen organischen Formen, den wenige Jahre zuvor designten S-chair weiterführt und auf unkonventionelle Weise zum Verweilen und Relaxen einlädt. Das vorliegende Exemplar mit rotem Textilbezug wurde zwischen 1970 und 1975 bei Fritz Hansen in Kopenhagen ausgeführt.

Der französische Industriedesigner Yonel Lebovici war ein Meister darin, alltäglichen Objekte aufzugreifen und in etwas Anderes zu verwandeln: Das Ergebnis waren beispielsweise Lampen, die wie ein Stecker oder ein Barcode aussehen oder Tische in der Gestalt eines Bügeleisens. In der Auktion bei Quittenbaum kommt ein Stuhl aus poliertem Aluminiumblech aus Lebovicis Serie Les Dessous de Table von 1992 zum Aufruf, dessen Ausgangsobjekt unschwer zu erkennen ist.
Am 22. September kehrt Quittenbaum dann mit einer 211 Lose starken Offerte nach Italien zurück und präsentiert Glaskunst aus Murano und deren namhaftesten Vertreter wie Paolo Venini, Carlo und Tobia Scarpa, Dino Martens, Tyra Lundgren und Fulvio Bianconi.

Von Letzterem kommt neben einigen Exemplaren seiner berühmten Fazzoletto-Vasen auch dieses 1948/49 geschaffene Fabelwesen aus farblosem Glas mit weißen und tiefvioletten Aufschmelzungen zum Aufruf. Bianconi schuf mehrere Tierfiguren für Venini, darunter auch Hühner, von den eines in den 2000er Jahren nach einem Modell von 1953 geschaffenes Exemplar ebenfalls in der Auktion vertreten ist.
Mit 42 Losen am stärksten in der Offerte präsent ist Ercole Barovier, der aus einer bereits im 13. Jahrhundert auf der Insel Murano ansässigen Glasbläserfamilie stammte. Neben einigen Figuren sind es vor allem Vasen, die hier zum Aufruf kommen und die das herausragende Talent ihres Schöpfers widerspiegeln.

Ein schönes Beispiel ist etwa diese Vase in abgeflachter Tropfenform aus farblosem Glas, auf deren Oberfläche aufgeschmolzene Dreiecksplättchen in Rot und Blau ein attraktives Muster bilden.
Die Versteigerungen finden vom 20.-22. September im Auktionshaus Quittenbaum, Theresienstraße 60, in München statt. Auktionsbeginn ist jeweils um 15 Uhr. Vorbesichtigungen sind vom 15.-19. September möglich.
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