In seiner Dezember-Auktion präsentiert das Zürcher Auktionshaus Schuler über 3.000 Lose in einer Onlineofferte sowie an vier Tagen im Auktionssaal.
Zum Auftakt der Saalauktionen wird am 6. Dezember um 15 Uhr die Offerte „Teppiche, Flachgewebe, Textilien“ aufgerufen, deren Highlight ein um 1960 in Isfahan geknüpfter Teppich mit Jagdmotiv ist. Fortgesetzt wird die Auktionsreihe am 9. Dezember um 10 Uhr mit der Kategorie „Tischkultur“, in der unter anderem auf ein Meissener Tafelservice mit dem seltenen Reichen Zwiebelmuster mitgeboten werden darf.

Ein Highlight der Offerte „Jugendstil, Art déco“ hat seinen Ursprung in den USA. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Erzeugnis des berühmten Glasherstellers Tiffany, sondern um das Konkurrenzunternehmen The Handel Company, die von 1885 bis 1936 existierte und ihren Sitz in Meriden, Connecticut hatte. Wie Tiffany schuf auch die Handel Company Lampen mit bunten Bleiglasschirmen, jedoch auch mit Hinterglasmalerei verzierte Stücke, zu denen auch das vorliegende mit Namen Rose & Butterly zählt. Während die Tiffany Studios ihre Leuchten international verkauften, konzentrierte sich The Handel Company vor allem auf den amerikanischen Markt.
Anschließend stehen Miniaturen und Objets de vertu auf dem Programm, wo ein bezaubernder Singvogelautomat mit Emaillemalerei punkten kann, während in der anschließenden Silber-Offerte ein Paar fünfflammige Girandolen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Kunsthandwerk, Ikonen und historische Waffen beschließen schließlich den Auktionstag, wobei uns in letztgenannter Kategorie eine unerwartete Liebesgabe erwartet: Ein Degen mit Apostelklinge, dessen Knauf eine Siegelplatte mit der hoffnungsvollen Inschrift "FORGET ME NOT“ ziert.
Der 10. Dezember entführt uns ab 9 Uhr zunächst nach Asien und hat unter anderem eine feine Chilong-Brosche aus weißer Jade im Angebot, die aus der Sammlung der Bankierin Suzanne Henriette Marguerite Braley (1893-1970), die bis in die 1960er Jahre in Shanghai lebte, stammt.

Sicherlich eines der ungewöhnlichsten Lose der Auktion ist in der anschließenden Antiken-Offerte zu finden: Ein ägyptischer Sarkophag aus des Spätzeit (664-332 v. Chr.) des Pharaonenreiches. Aus Holz und Stuck gefertigt, weist die Inschrift einen Hor Mes als einstigen Besitzer dieses Erdmöbels aus. Die polychrome Bemalung zeigt das Gesicht des Toten, der Perücke und Kinnbart trägt. Dass der Sarkophag in moderner Zeit mittig durchgesägt wurde, zeugt von der traurigen Tatsache, dass die Schätze des Alten Ägypten lange Zeit nicht mit der gebotenen Sorgfalt behandelt wurden.

Mit einem Highlight der Schmuck-Offerte kehren wir nach Europa zurück, genauer gesagt nach Sigmaringen, wo die Fürstlich Hohenzollerischen Hofjuweliere J.G. Zimmerer & Sohn um 1911 diesen aus Platin und Gelbgold bestehenden Anhänger mit Kette angefertigten, den ein unbehandelter gelber Saphir von 11 ct, ein ovaler Rubin sowie 16 Altschliff-Diamanten zieren. Als seltene Besonderheit hat das über 100 Jahre alte Schmuckstück sein originales Lederetui und sogar seine Originalrechnung dabei.

Die Kategorie „Armband- und Taschenuhren“ hat viele Uhren begehrter Hersteller wie Lange & Söhne, Audemars Piguet, IWC und Omega im Angebot. Von Patek Philippe kommt unter anderem ein weißgoldener „Annual Calandar“ zum Aufruf, dessen Zifferblatt römischen Leuchtziffern sowie Anzeigen für Gangreserve, Monat, Wochentag und Mondphase zieren.
Eine ganze Reihe von Hermès-Taschen ist schließlich in der Offerte „Accessoires de mode“ zu finden, darunter eine besonders edle Birkin Contour 35 aus dunkelblauem Epsom-Leder.

Der 11. Dezember startet um 9 Uhr mit der Kategorie „Schweizer Kunst“, die von Werken von Alexandre Calame, Alois Carigiet und Augusto Giacometti angeführt wird. Von letzterem stammt ein wunderbares Blumenstillleben, in dem sich gelbe, orange und rote Blüten leuchtend von einem dunklen Hintergrund abheben. Unbedingt erwähnt werden muss hier die Provenienz, denn die Großeltern der jetzigen Besitzerin waren mit Giacometti persönlich bekannt.
Aber auch die internationalen Künstler haben einiges zu bieten, darunter Marc Chagall und Marie Laurencin, die mit einem zarten Aquarell-Porträt einer jungen Frau mit Perlenkette vertreten ist.

Unbedingt hervorzuheben ist auch Unter dem Mangobaum des philippinischen Künstlers Fernando Amorsolo, bei dem es sich um eine Version oder Studie des gleichnamigen Leinwandgemäldes aus dem Jahr 1950 handelt und dessen Echtheit von der Fernando C. Amorsolo Art Foundation bestätigt wurde. Amorsolo schuf Porträts und Szenen des Alltagslebens seiner Heimat, wofür er als erster Maler der Philippinen zum Nationalkünstler ernannt wurde. Das vorliegende Werk wurde von Oskar Schneider erworben, der von 1945 bis 1951 Schweizer Konsul in Manila war. Durch Erbschaft gelangte es in den heutigen Schweizer Privatbesitz.
Nach "Vintage Design und Klassiker" sowie "Weine, Whisky und Spirituosen" darf abschließend auf "Möbel, Spiegel, Leuchter" mitgeboten werden, darunter ein Zürcher Louis XVI-Vitrinenschrank, der aus der Villa Gertrud in Rapperswil stammt.
Die Saalauktionen finden am 6. sowie vom 9. bis 11. Dezember im Auktionshaus Schuler, Seestraße 341, in Zürich statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 29. November bis 3. Dezember möglich.
Beachten Sie auch die ausschließlich online abgehaltene Blaue Auktion am 5. Dezember, die ebenfalls eine vielfältige Offerte umfasst.

