Ein wunderbarer Tag voll großartiger Kunst erwartet uns am 5. Dezember, wenn das Münchener Auktionshaus Hampel seine Pforten für die diesjährigen Dezember-Auktionen öffnet. Ab 10 Uhr darf auf eine breitgefächerte Offerte mitgeboten werden, die über 1.000 Lose von höchster Qualität vereint.
Nachdem zunächst „Möbel & Einrichtung, Uhren, Silber“ sowie „Skulpturen & Kunsthandwerk“ aufgerufen werden, folgt die in zwei Sitzungen aufgeteilte Offerte mit Gemälden Alter Meister, in der große Namen wie Pieter Brueghel der Ältere, Peter Paul Rubens und beide Canalettos zu finden sind.

Mit einem vielfigurigen Gemälde ist der flämische Maler Pieter Balten vertreten, der seine Bildkompositionen in Anlehnung an Pieter Brueghel den Älteren schuf, was das vorliegende Werk belegt. Vor der Kulisse einer ländlichen Gemeinde ist das muntere Treiben auf einem Kirmesfest zu Ehren des Heiligen Georg dargestellt. Vermutlich nähern sich die Feierlichkeiten bereits ihrem Ende, denn so mancher Mann, der den einen oder anderen Becher zu viel geleert hat, ist zu einer aufrechten Haltung nicht mehr fähig. Tafelbilder wie dieses waren im 16. und 17. Jahrhundert aufgrund ihrer detaillierten und oftmals ironischen Darstellungsweise sehr beliebt.

Die Offerte umfasst auch Werke vieler Künstler, die dem Hell-Dunkel-Stil Caravaggios folgten, darunter Orazio Gentileschi, Mattis Preti und Jusepe de Ribera, genannt „lo Spagnoletto“. Letzterer ist mit zwei Bildnissen in der Auktion vertreten, die den Heiligen Rochus (San Rocco) und den Apostel Paulus zeigen. Paulus ist mit den für ihn typischen Attributen, Schwert und Codex, dargestellt, die ihn als Märtyrer und Gelehrten ausweisen. Auch trägt er wie üblich den Mantel eines Philosophen, der hier in leuchtend roter Farbe einen auffälligen Kontrast zum dunklen Bildhintergrund bildet, von dem sich ansonsten nur das Inkarnat von Gesicht und Händen abhebt.

Ein wahres Kleinod ist das auf einer nur 14,6 x 14,6 cm messenden Holztafel ausgeführte Ölgemälde Maria mit dem Kinde in feiner Landschaft von Ambrosius Benson, das die liebevolle Bindung zwischen der Gottesmutter und ihrem Sohn hervorhebt. Beeindruckend ist auch der geschnitzte Rahmen, der die Bedeutung des besonders fein ausgeführten Werks betont.
Im Anschluss stehen die Impressionisten und Künstler der Moderne auf dem Programm, darunter Gustave Loiseau, Max Pechstein, Max Liebermann, Gustav Klimt, Otto Modersohn und Georges Mathieu.

1912 schrieb George Bernard Shaw das Theaterstück Pygmalion über den Sprachwissenschaftler Professor Henry Higgins, der aus dem Blumenmädchen Eliza Doolittle durch die Verbesserung von deren Ausdrucksweise eine Dame der Gesellschaft machen möchte. Die Welturaufführung fand 1913 in Wien statt, weitere Städte folgten alsbald. Wohl 1914/15 stand das Stück auch auf dem Spielplan des Scala-Theaters in Den Haag mit Schauspielerin Greetje Lobo-Braakensiek in der weiblichen Hauptrolle. In dieser wurde Lobo-Braakensiek von Isaac Lazarus Israëls, einem Freund Max Liebermanns, verewigt. Jedoch nicht auf der Bühne, sondern im Atelier des Künstlers, wie der Sessel, auf dessen Armlehne die Schauspielerin Platz genommen hat, verrät. Das Gemälde verblieb im Besitz des Scala-Theaters, bis dieses seine Pforten 1956 für immer schloss. In jenem Jahr wurde Pygmalion in Form des Musicals My Fair Lady auf die Bühne gebracht, welches 1964 mit Audrey Hepburn verfilmt wurde.
Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts beschließen zunächst das Kunstangebot, um Platz zu machen für die Offerte „Schmuck, Armbanduhren & Accessoires“.

Unter den angebotenen Erzeugnissen aus dem Hause Rolex ist eine weißgoldene Day-Date-Armbanduhr der begehrten Referenz 1803 hervorzuheben. Die Uhren der von 1958 bis 1977 hergestellten Referenz 1803 wurden mit dem Automatikkaliber 1555 bzw. 1556 ausgestattet, während das Zifferblatt, das hier in der „Wide Boy“-Version mit breiten Indizes und Zeigern vorliegt, zum Rand hin abfällt („Pie Pan Dial“).

Passend zur Jahreszeit sei im Schmuckangebot auf ein herrliches Ohrringpaar hingewiesen, das aus der funkelnden Snowflake-Kollektion von Van Cleef & Arpels stammt und mit feinen weißen Brillanten von zusammen ca. 6,7 ct besetzt ist.
Ebenfalls Teil der Dezember-Auktionen von Hampel ist die „Charity-Auktion Ruth Maria Kubitschek“, die Stücke, darunter selbst ausgeführte Kunstwerke, aus dem Besitz der im Juni verstorbenen Schauspielerin umfasst. Kubitschek bleibt vor allem durch ihre Rollen in den Serien Monaco Franze, Kir Royal und Das Erbe der Guldenburgs unvergessen.
Den Abschluss dieses besonderen Auktionstags bildet der Living-Katalog, der ein vielfältiges Angebot präsentiert, das moderne Kunst für junge Sammler genauso umfasst wie alte Gemälde, dekorative Kunst und Fossilien.
Die Versteigerungen finden am 5. Dezember in der Villa Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 30. November bis 3. Dezember möglich.


