So wie das Auktionsjahr 2025 bei Quittenbaum endete, beginnt dort auch die neue Saison: „Schools of Design“ lautete der Name der letzten Versteigerung des Münchener Auktionshauses im vergangenen Dezember. Nun geht es am 24. März weiter mit einer erneut spannenden Offerte zum Thema „Design“ (15 Uhr), gefolgt von „Murano Glas“ (15 Uhr) und „Moderne Kunst“ (18 Uhr) am 25. Tag des Monats.
Sechs Highlights aus den drei Auktionskatalogen möchten wir ihnen nun näher vorstellen.
Die Design-Auktion startet mit 62 Objekten aus der Sammlung Dr. Bernhard Serr und umfasst vor allem seltene Leuchten aus den 1960er bis 1990er Jahren.

Neben der Tischleuchte Sfera von Patrizia Innocenti und Sergio Gobbi, der Stehleuchte Toio von Achille Castiglioni und Pier Giacomo Castiglioni sowie der Superstudio-Bodenleuchte Gherpe sind vor allem zwei Entwürfe der Florentiner Design-Gruppe UFO zu nennen, die 1967 gegründet wurde und bis 1978 aktiv war. Zum Aufruf kommen zwei Tischleuchten aus der „Bau. haus collection“, Paramount und MGM, die bei Alchimia in Mailand ausgeführt wurden.

Ein ganz außergewöhnliches Objekt kommt mit Gerrit Rietvelds Kinderschubkarre Kruiwagen zum Aufruf, ein Entwurf des niederländischen Architekten und Designers aus dem Jahr 1923. Der damalige Prototyp war für den Sohn des Architekten und Mitglied der De Stijl Gruppe J.J.P. Oud bestimmt. Das vorliegende Exemplar wurde in den 1970er Jahren von Gerard A. van de Groenekan in Utrecht ausgeführt und stammt aus der Sammlung eines deutschen Architekten, der mit van de Groenekan befreundet war.
Wie gut Architektur und ein Schreibsekretär zusammenpassen, wird mit gleich zwei Beispielen in der Offerte veranschaulicht. Zum einen mit dem Frankfurter Hochhausschrank F1 von Norbert Berghof, Michael Landes und Wolfgang Rang, zum anderen mit Piero Fornasettis Sekretärschrank Architettura. Insgesamt kommen 26 Entwürfe von Fornasetti zum Aufruf, darunter die ikonische Kommode Leopardo. Weitere Highlights stammen von Gabriella Crespi und Alvar Aalto und auch das Space Design ist gut vertreten.
130 Jahre Glaskunst von höchster Qualität und Kunstfertigkeit vereint die Murano-Auktion am 25. März in knapp 190 Losen.

Angeführt wird die Offerte von einer Primavera-Vase von Ercole Barovier aus der gleichnamigen Serie von 1929/30. Die Herstellung des typischen craquelierten Milchglases war technisch sehr anspruchsvoll, weshalb die Serie über einen nur sehr kurzen Zeitraum von Fratelli Barovier hergestellt wurde. Dementsprechend selten ist ihr Erscheinen auf dem Auktionsmarkt.

Sehr beliebte Kreationen sind die fünf Pulcini, die 1961/62 von Alessandro Pianon entworfen und in der Vetreria Vistosi ausgeführt wurden. Die entzückenden Vögel aus bunt unterlegtem Überfangglas locken schon bei ihrem einzelnen Auftauchen auf der Auktionsbühne stets viele Bieter an. Bei Quittenbaum haben Sammler nun die Gelegenheit, einen vollständigen Satz der drahtbeinigen Küken zu ersteigern.
Des Weiteren kann die Auktion mit Ercole Baroviers seltner Vase Dorico corniola sowie den Arbeiten Oriente Leandro und Eldorado cabaret valva von Dino Martens punkten.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am Abend des 25. März die Versteigerung von Moderner Kunst – eine Offerte, die rund ein Jahrhundert des künstlerischen Schaffens umfasst.

Eines der Highlights führt uns hier ins Jahr 1908, in dem Leo Putz das vorliegende Damenportrait schuf. Das großformatige Werk zeigt seinen Schöpfer in einer Phase, in der er von der dekorativen Malerei des Jugendstils zu einer freieren Malweise der breiten Pinselstriche und flächigen Bildgestaltung wechselt. Die Dargestellte blickt den Betrachter selbstbewusst an – ein Eindruck, der durch den Kontrast ihrer dunklen Gestalt vor dem hellen Hintergrund noch verstärkt wird.

Eine weitere Dame liefert Pablo Picasso, jedoch nicht als Gemälde, sondern in Form eines Krugs. Femme du Barbu von 1953, zeigt frontal das Gesicht einer Frau, die ihren Kopf auf ihre beiden Hände stützt. Der Henkel erscheint als Teil der Frisur und endet auf der Rückseite in einer aufgemalten Schleife. Während der Name „Die Frau des Bärtigen“ auch etwas rätselhaft erscheint, ist der Tag des Entwurfs genau bekannt: 10. Juli 1953. Ausgeführt wurden 500 Exemplare in der Manufaktur Madoura im südfranzösischen Vallauris, wo sich Picasso 1948 niedergelassen hatte.
Ebenfalls hervorgehoben werden müssen Frank Stellas Moby Dick, Ernst Barlachs Tanzende Alte, Werke von Julius Bissier und Max Slevogt sowie eine Feuergouache von Otto Piene und die Wandskulptur Progetto 323 von Marcello Morandini.
Die Versteigerungen finden am 24. und 25. März im Auktionshaus Quittenbaum, Theresienstraße 60, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 19.-23. März möglich.

