Kostbare Teppiche, funkelnden Schmuck, sammelbare Uhren und hochinteressante Kunst – das alles und noch mehr versteigert das Auktionshaus Schuler im Juni in einer Reihe von Online- und Saalauktionen mit rund 2.500 Losen. Sechs Highlights möchten wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen.
Den Auftakt bilden am 13. Juni um 15 Uhr „Teppiche, Flachgewebe und Textilien“, bevor es am 16. Juni ab 10 Uhr weitergeht mit den Offerten „Tischkultur“, „Jugendstil, Art déco“, „Silber“, „Kunsthandwerk“, „Historische Waffen“ sowie „Miniaturen, Objets de Vertu“.

Hier ist auch unser erstes Highlights zu finden, mit dem wir uns auf kaiserliches Terrain begeben. Ausgeführt vom Mailänder Meistergoldschmied Ildebrando Ghini, handelt es sich bei dem Kleinod um eine Kopie des Kaiserlichen Krönungs-Eis von Fabergé, das Zar Nikolaus II. 1897 seiner Gemahlin Alexandra zu Ostern schenkte. Das Ei sollte an die Krönung des Zarenpaares im Jahr zuvor erinnern, wobei die äußere Gestaltung an den Krönungsmantel Alexandras angelehnt war. Dessen gelbe Farbe wird durch die Auflage aus Transluszidemaille über handguillochiertem Grund aufgegriffen. Die Knotenpunkte des darüber gespannten, goldenen Netzes sind mit dem kaiserlichen Doppeladler-Emblem aus Emaille mit Diamantbesatz verziert.
Der nächste Auktionstag (17. Juni) ist ab 9 Uhr zunächst Asiatica und Schmuck gewidmet, bevor Armband- und Taschenuhren zum Aufruf kommen.

In dieser Offerte muss besonders auf eine sehr seltene Taschenuhr von Patek Philippe von ca. 1960 hingewiesen werden, die ein absolutes Muss für Sammler darstellt. Schöpfer war der gelernte Schmuckdesigner Gilbert Albert, der ab 1955 für Patek Philippe arbeitete und in den darauffolgenden Jahren viele außergewöhnliche Uhren für die begehrte Marke kreierte, darunter die Kollektion Montres Golf, aus der auch das vorliegende Exemplar mit organisch geformtem Gehäuse aus Gelbgold stammt.

In der „Accessoires de mode“-Offerte, die den zweiten Auktionstag abrundet, fällt vor allem eine leuchtend orangefarbene Kreation von Hermès auf, deren Gestaltung an einen Vintage-Werkzeugkoffer erinnert. Und genau das war auch die Inspiration für das Taschenmodell, das daher Toolbox getauft und im Jahr 2010 erstmals der modebegeisterten Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Am 18. Juni darf ab 9 Uhr zunächst auf die Werke von Schweizer Künstlern wie Emil Cardinaux, Vivian Suter und Hieronymus Hess mitgeboten werden, bevor deren internationale Kollegen die Auktionsbühne betreten.

Hier müssen zunächst zwei interessante Entdeckungen Erwähnung finden, die beide von niederländischen Malern stammen. Dabei handelt es sich zum einen um einen Altarflügel von Cornelis Cornelisz. Buys II aus dem 16. Jahrhundert und zum anderen um eine Straßenansicht von Amsterdam, die zwar im 19. Jahrhundert entstanden ist, den Betrachter jedoch mitnimmt auf eine Zeitreise ins Jahr 1650. Cornelius Springer zeigt hier den Rokin, ein Gewässer mit gleichnamigen Straßenverlauf im Zentrum Amsterdams. Der Bildhintergrund wird von dem alten Börsengebäude dominiert, das von 1608 bis 1611 am Südende des Dam errichtet worden war und 1845 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Eine weitere spannende Arbeit der Offerte führt uns in frühe 20. Jahrhundert und stammt von der russischen Malerin Marianne von Werefkin, die sich 1896 gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Alexej von Jawlensky in München niederließ und zu einer führenden Persönlichkeit des deutschen Expressionismus wurde. Eine erste Inspiration zu dieser skizzenhaft zu Papier gebrachten Strandszene könnte jene Reise im Jahr 1906 gewesen sein, die Werefkin unter anderem in die Bretagne führte. Auffällig ist aber auch die Ähnlichkeit mit dem Gemälde Die Steilküste von Ahrenshoop, das im Zuge einer Sommerreise an die Ostsee im Jahr 1911 entstanden ist und sich heute im Museo Communale d’Arte Moderna in Ascona befindet.

Zum Schluss darf auch Keith Harings Portfolio Growing, bestehend aus fünf Farbserigrafien, nicht unerwähnt bleiben. Die Motive, die auch Harings berühmte „Menschenleiter“ umfassen, drücken den Wunsch des Künstlers nach Einheit und Miteinander in einer meist geteilten Welt aus. Dieser Optimismus berührt umso mehr, wenn man bedenkt, das Haring kurz zuvor die Diagnose seiner HIV-Erkrankung erhalten hatte, an deren Folgen er zwei Jahre später im Alter von nur 31 Jahren starb.
Den Abschluss der Saalauktionen bilden schließlich die Offerten „Vintage Design und Klassiker“ sowie „Möbel, Spiegel, Leuchter“.
Die Versteigerungen finden am 13. Juni sowie vom 16. bis 18. Juni im Auktionshaus Schuler, Seestraße 341, in Zürich statt. Beachten Sie auch die Blaue Auktion, bei der am 12. Juni ab 10 Uhr ausschließlich online auf eine ebenfalls sehr abwechslungsreiche Offerte mitgeboten werden darf. Die Ausstellung ist vom 6. bis 10. Juni geöffnet.
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