In der Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst, die Wannenes am 20. Mai in Mailand abhält, kommen die von Giacomo Balla 1905 und 1906 ausgeführten Porträts von Osvaldo und Annetta Pardo zum Aufruf (Lose 85 und 86, Schätzpreis 45.000-55.000 Euro bzw. 26.000-32.000 Euro).

Die beiden Porträts stammen aus jener Schaffenszeit des Turiner Künstlers, in der er sich mit den Techniken des Post-Impressionismus' auseinandersetzte, bevor er zu einem der führenden Vertreter des Futurismus wurde.

Balla porträtierte Signora Pardo während er zeitgleich an dem Gemälde Lettura della mamma arbeitete, das für die Ausstellung der Amatori e Cultori im Jahr 1906 gedacht war. Erica Balla, die Tochter des Künstlers, erinnerte sich: "Noch im Jahr 1906, als er seinen Freund Osvaldo Pardo besuchte, sieht er dessen Frau in der Nähe des Fensters, das schöne, süße Gesicht ist im Halbschatten, spiegelt sich aber in dem roten Damast wider, der die Fensteröffnung verdeckt."
In jenen Jahren war Osvaldo Pardo ein wahrer Förderer von Balla: Der Besitzer eines Möbelgeschäfts im Tritone veranstaltete dort 1915 eine Balla gewidmete Ausstellung und gab zwei Porträts seiner Frau Annetta bei ihm in Auftrag, die diese allein und zusammen mit der gemeinsamen Tochter zeigen. Zudem erwarb er einige Gemälde Ballas, darunter L'atrio di Villa Doria Pamphilj, La fanciulla di Anzio, La signorina Villa Borghese und eine Skizze zu Affetti.

Die Auktion umfasst mit Boardwalk auch eine ganz besondere und geniale Arbeit des Dadaisten und Surrealisten Man Ray, der dieses Spiel aus Erinnerungen und Zufälligkeiten 1917 konzipierte. 1973 wurde es aus Holz, Stoff, Schnüren und Knöpfen umgesetzt und in neun Exemplaren veröffentlicht (Los 102, Schätzpreis 18.000-22.000 Euro).

Eine Arbeit des Fotografen und Schriftstellers Peter Beard, der von einigen auch als "Half Tarzan, Half Byron" bezeichnet wurde, darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Beard, der im April 2020 im Alter von 82 Jahren verstorben ist, hatte sein Leben dem Schutz und der Dokumentation der afrikanischen Tierwelt gewidmet. Beard war nicht nur Fotograf, sondern vor allem auch ein Nomade, der seine Eindrücke als Weltbürger bereits in jungen Jahren in seinen Tagebüchern festhielt. Jedes seiner Werke fängt die Vielschichtigkeit eines Augenblicks ein, die er mit leidenschaftlicher Vitalität herausarbeitete. 1961 lernte er die Jenseits von Afrika-Autorin Karen Blixen kennen und zog im Jahr darauf auf die Hog Ranch in Kenia, unweit der ehemaligen Farm der dänischen Schriftstellerin.
Die vorliegende Arbeit Beards, eine Collage aus einem Silbergelatineabzug, Blut und Beschriftungen mit dem Titel l'll write whenever I can, Koobi Flora Lake Rudolf, Kenya von 1965 (Los 123, Schätzpreis 45.000-55.000 Euro), vermittelt uns, welche Emotionen die wilde Natur bei ihm auslösten.

Mit zwei emblematischen Werken ist auch der Meister der amerikanischen Pop Art, Andy Warhol, in der Auktion vertreten. Der erste der beiden Farbsiebdrucke erschien 1975 in einer Auflage von 250 Stück und zeigt des Rolling Stones-Frontmann Mick Jagger (Los 111, Schätzpreis 45.000-55.000 Euro).

Der andere Siebdruck Warhols entstand zehn Jahre später auf einer Tafel des Lenox Museum und zeigt einen Flakon des Parfums Chanel No. 5 (Los 114, Schätzpreis 75.000-95.000 Euro).
Alle vorgestellten Arbeiten werden am 20. Mai bei Wannenes in Mailand versteigert. Entdecken Sie den gesamten Katalog bis dahin am besten online.
