Gestern Abend endete die Classic Week im Wiener Dorotheum mit der Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts. Als besonders gefragt erwiesen sich österreichische Künstler wie Tina Blau, Anton Romanko sowie der italienische Maler mit österreichischen Wurzeln Eugen von Blaas.

Getoppt wurden deren Ergebnisse jedoch von zwei Werken von Theodor von Hörmann und Robert Russ, die jeweils einen neuen Rekordpreis für ihr Schöpfer erzielen konnten. Dies bedeutete für Russ’ Italienische Pergola 195.000 Euro (Schätzpreis 40.000-70.000 Euro) und für Hörmanns Eisschollen am Ufer der Thaya 390.000 Euro (Schätzpreis 160.000-250.000 Euro).

Am Abend zuvor fand die Versteigerung von Gemälden Alter Meister statt, wobei sich drei Alte Meisterinnen über hervorragende Ergebnisse freuen durften. Louyse Moillons Obsthändlerin erzielte 260.000 Euro (Schätzpreis 200.000-300.000 Euro) und auch Sofonisba Anguissolas Bildnis einer Edelfrau wurde mit 169.000 Euro (Schätzpreis 60.000-80.000 Euro) für eine sechsstellige Summe verkauft. Eine erstaunliche Preissteigerung erfuhr Barbara Longhis Heilige Justina von Padua, das von den geschätzten 8.000-12.000 Euro auf 91.000 Euro kletterte.

Für ein minutenlanges Bietergefecht sorgte das von einem Maler aus dem direkten Umfeld Sandro Botticellis ausgeführte Gemälde Madonna mit Kind und Johannesknaben. Den Sieg trug schließlich ein Telefonbieter davon, der das Gemälde für 663.875 Euro nun sein Eigen nennen darf. Der Schätzpreis für das Werk aus dem späten 15. Jahrhundert hatte bei 200.000-300.000 Euro gelegen.

Den höchsten Preis der gesamten Classic Week konnte jedoch Francisco de Goyas Porträtstudie der Infantin María Isabel für sich verbuchen, die als Vorlage für sein berühmtes Gruppenporträt der Familie Carlos IV. gedient hatte. Geschätzt auf 300.000-400.000 Euro, wechselte sich für 712.500 Euro den Besitzer.
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