PIASAs kommende Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst zeugt von der Verbundenheit des Auktionshauses mit der französischen Kunstszene, umfasst aber auch Werke internationaler Künstler, die eine sehr enge Verbindung mit Frankreich verband. Freuen Sie sich am 25. November auf Künstler wie César, Arman, Claude Viallat, Alain Jacquet, Hans Hartung und Kurt Schwitters.

Claude Viallat, der gemeinsam mit Vincent Bioulès die Gruppe Supports/Surfaces gegründet hatte, übernahm Mitte der 1960er Jahre ein Malverfahren, das auf auf leeren Leinwänden ausgeführten Drucken ohne Rahmen basiert. Wenn ihn die Kritik auch der lyrischen Abstraktion zuordnete, entstanden einzigartige chromatische Werke, in denen die Farbe sowohl zum Objekt als auch zum zentralen Gegenstand wurde. Ein gutes Beispiel dafür ist Ohne Titel n°110, ein Stück Stoff, das mit einem walnussbraunen Muster und schwarzen Flecken bedeckt ist. Die Arbeit stammt aus dem Jahr 1972 und ist Teil einer 10-teiligen Serie.

César (Baldaccini) sorgte in der Kunstszene der 1960er Jahre für Aufsehen, als er erstmals seine erstaunlichen "Kompressionen", eine Zusammenstellung verschiedener Objekte, die von einer hydraulischen Presse zerkleinert worden waren, präsentierte. Dieses Verfahren hatte seinen Anfang in der Kompression von Autos und entwickelte sich zum Markenzeichen des Künstlers, der damit die Konsumgesellschaft immer wieder herausforderte. César wird oft in einem Atemzug mit Künstlern wie Yves Klein, Niki e Saint Phalle und Arman genannt, die wie er zu den Nouveaux Réalistes gehörten.

Arman hat eine Karriere hingegen auf "Akkumulationen" aufgebaut, die darauf abzielen, die Vergänglichkeit der gesellschaftlichen Erzeugnisse zu betonen. Arman verwendete für seine Arbeiten bereits gefertigte Objekte, die für ihn eine Erweiterung der menschlichen Hand darstellten und die einem kontinuierlichen Kreislauf aus Produktion, Verbrauch und Zerstörung folgten.
Am Ende seiner Karriere befasste sich Arman mit Fragmentieren und Umstrukturierung, nahm symbolische Objekte wie Geigen, Statuen und sogar eine Guillotine auseinander und setzte sie in einer präzisen Störung wieder zusammen, wie das Werk Roi soleil cou coupé aus dem Jahr 2000 zeigt. "Und diese Guillotine, ich zerstöre sie, ich foltere sie und mache sie zum Opfer eines schrecklichen Zorns. Denn selbst wenn die Revolution etwas Gutes war, stellen wir fest, dass Revolutionen immer mit Hinrichtungen enden", erklärte Arman einmal in einem Interview mit Umberto Eco.

Nachdem er vor dem Nationalsozialismus kreuz und quer durch Europa geflüchtet war, erreichte Hans Hartung im Alter von 22 Jahren Paris und wurde 1946 französischer Staatsbürger. In Paris etablierte er sich als Mitglied der zweiten École de Paris, wurde Ende der 1940er Jahre zu einem wichtigen Vertreter des Informel und des Action Painting und präsentierte seine Kunst in Einzelausstellungen, in einem Film von Alain Resnais und 1948 auf der Biennale von Venedig. Dort war er zweimal vertreten: Im französischen Pavillon und in der Sammlung Peggy Guggenheim.
1960 kam es in seinen Arbeiten zu einer technischen und stilistischen Veränderung. Hartung begann, das Medium direkt anzugreifen und mit neuen Materialien zu spielen, wobei er seine Leinwände mit verstreuten dicken Farblinien bemalte. P1974-A12 von 1974 malte Hartung im Alter von 70 Jahren und ist ein schönes Beispiel für seine künstlerische Reife.

Weitere internationale Künstler der Auktion, die von französischen Institutionen und Galerien unterstützt werden, sind der Grieche Takis, der Brasilianer Vik Muniz sowie der aus Mali stammende Fotograf Seydou Keïta.
Einige "Umwege" führen den Katalog auch zu Werken der Modernen Kunst, die in vielerlei Hinsicht die Entwicklung der künstlerischen Produktion im 20. Jahrhundert verkörpern. Darunter ein Keramikteller von Pablo Picasso mit dem Porträt von Jacqueline Roque, Muse und letzte Ehefrau des Künstlers, die dieser im südfranzösischen Vallauris kennengelernt hatte, wo auch der Teller entstanden war.
Das Porträt von Jacqueline auf einer sogenannten "Abdruck"-Keramik, wurde nach einem von Picasso selbst erfundenen Verfahren hergestellt, bei dem eine Gipsform modelliert und dann in Ton gepresst wird. Diese Technik bereichert die Textur und verleiht den Farben Lebendigkeit.

Kurt Schwitters, Künstler der DADA-Bewegung und Merz-Gründer, ist mit Ohne Titel (Dämmerstunden), eine Collage aus den 1920er Jahren in der Auktion vertreten sein. Die Arbeit stammt aus eeiner entscheidenden Phase, in der sich der deutsche Künstlers endgültig von der Malerei abwandte, um eine Sprache zu entwickeln, die auf der Verwendung von Papieren aller Art basierte, die er auf harmonische Weise auf Trägerflächen zusammensetzte. Die hier vorgestellte Collage, in der Beige- und Grautöne dominieren, bezaubert durch die für Schwitters typischen Spiele der taktilen Überlagerung und Transparenz.
Die Auktion beginnt am 25. November um 18 Uhr.

