Kommen Sie mit den Antworten auf die folgenden fünf Fragen dem Geheimnis der Mystery Clocks auf die Spur!
1. Was ist eine Mystery Clock?
Mit dem Begriff Mystery Clock bzw. Pendule mystérieuse ist eine Uhr gemeint, bei der das Zustandekommen einer ihrer grundlegenden Funktionen für den Betrachter nicht ersichtlich wird. In der Regel handelt es sich dabei um das Fortlaufen der Zeiger, die scheinbar ohne ein sie antreibendes Uhrwerk das Zifferblatt umrunden. Doch gibt es auch andere Versionen, dazu später mehr.
Neben den großen Mystery Clocks für Kaminsims, Tisch oder Vitrine gibt es auch solch geheimnisvolle Taschenuhren, Mystery Watch oder Montre mystérieuse genannt.
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2. Wer hat die Mystery Clock erfunden?
Als die französische Firma Armand Schwob et frère die von Uhrmacher Hugues Rime erfundene Montre mystérieuse 1889 auf der Pariser Weltausstellung vorstellte, zeigte sich ein aufmerksamer und fachkundiger Beobachter, der Präsident der Uhrmachergewerkschaft von Lyon, nur wenig beeindruckt. Für ihn war sie nichts weiter als die verkleinerte Version jener Mystery Clocks, die der französische Uhrmacher Jean-Eugène Robert-Houdin (1805-1871) bereits Jahrzehnte zuvor erfunden hatte.

Robert-Houdin hatte die Uhrmacherkunst bei seinem Vater gelernt, interessierte sich jedoch mehr für jene faszinierenden Automaten, die mit ihren versteckten Mechanismen ihr Publikum in Erstaunen versetzten. Noch mehr konnte er sich allerdings für die Zauberei begeistern und er erfand viele Zauberkunststücke und Illusionen, die auch heute noch zum festen Repertoire eines Magiers gehören, und von den die „Schwebende Jungfrau“ sicherlich die bekannteste ist. Robert-Houdins besaß mit dem Théâtre Robert-Houdin in Paris einen eigenen Veranstaltungsort für seine Illusionen und seine Tricks wurden so berühmt, dass ein gewisser Erik Weisz aus Budapest seinen Namen aufgriff und als Entfesselungs- und Zauberkünstler Harry Houdini Weltruhm erlangte.
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3. Wie funktioniert eine Mystery Clock?
Eine Mystery Clock funktioniert wie jede andere Uhr, nur dass das Herz einer jeden Uhr, ihr Werk, unsichtbar bleibt. Natürlich ist es noch da, es befindet sich jedoch in einer Randlange im Rahmen oder im Sockel der Uhr. Um die Zeiger dennoch antrieben zu können, ist der Einfallsreichtum der Uhrmacher gefragt. Das Geheimnis ist ein durchsichtiges Zahnrad hinter dem ebenfalls durchsichtigen Zifferblatt aus Kristallglas – eine faszinierende Illusion, bei der es nicht verwundert, dass ihr Erfinder einer der berühmtesten und einflussreichsten Magier aller Zeiten war.
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Vom deutschen Uhrenhersteller Junghans existieren ebenfalls Pendeluhren aus dem frühen 20. Jahrhundert, die bisweilen den Namenszusatz „mysteriös“ führen. Dabei ist jedoch nicht das Fortlaufen der Zeiger das Geheimnis, denn das Uhrwerk befindet sich dort, wo es hingehört: hinter dem Zifferblatt. Das Mysteriöse ist vielmehr die Art und Weise, wie das mit der Uhr verbundene Pendel seinen Schwung erhält und beibehält.
4. Von wem stammen die berühmtesten Mystery Clocks?
Doch kehren wir zu den eigentlichen Mystery Clocks zurück, für die ein gewisser französischer Luxusjuwelier praktisch zum Synonym geworden ist: Cartier.
Die gemeinsame Geschichte von Cartier und den Mystery Clocks begann vor 110 Jahren und hatte ihren Ursprung in den äußerst fähigen Händen von Uhrmachermeister Maurice Coüet, der sich von der Erfindung Robert-Houdins inspirieren ließ. Das erste Modell, das Coüet schuf, war von der Form her eine klassische Kaminuhr, jedoch mit einem ganz aus Bergkristall gefertigten Gehäuse, über dessen gläsernen Zifferblatt der Stunden- und der Minutenzeiger zu schweben schienen, während sich das Uhrwerk in der Basis verbarg. Coüet nannte die Uhr Pendule Mysterieuse Modèle A, wobei der Name „Model A“ von Fords Automobil „Model T“ inspiriert war, das wenige Jahre zuvor erstmals vom Band gelaufen war.
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Der Erfolg von Modèle A veranlasste Cartier, das Projekt Pendule mystérieuse weiter voranzutreiben, was um 1920 zum Launch weiterer Uhren führte, die aus einer einzelnen Säule bestanden, sowie die sogenannten Portique-Uhren, die den Art-déco-Stil perfekt verkörperten. Auch flossen häufig fernöstliche Inspirationen in die Gestaltung der Uhren ein, beispielsweise für die überaus seltenen Portique-Pendulen, die an japanische Shinto-Schreine erinnern, oder für jene Serie, deren Basen aus Tierfiguren bestanden, wobei jene Mystery Clock mit einem Elefanten, die der Maharadscha von Nawanagar erwarb, wohl die bekannteste ist.
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Was die zu verwendenden Materialen betraf, mussten sich die Künstler in den Ateliers von Cartier nicht in Zurückhaltung üben: ausschließlich hochwertige und wertvolle Materialen kamen für die Mystery Clocks zum Einsatz, darunter Jade, Onyx, Gold, Diamanten und natürlich Bergkristall.
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Seine faszinierenden Mystery Clocks stellt Cartier bis heute her, auch wenn in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und während der Zweiten Weltkriegs die Produktion deutlich zurückging. Die prestigeträchtigen Objekte vereinen eben wie kein anderes höchste Uhrmacher- und Handwerkskunst.

5. Welche Mystery Clock ist die teuerste der Auktionsgeschichte?
Die teuerste Mystery Clock der Auktionsgeschichte stammt natürlich auch aus dem Hause Cartier: Die Pendule Mystérieuse Portique No. 4 von 1924, eine von nur sechs Uhren dieser Art, die Cartier in jenen Jahren hergestellt hat. Sie wechselte im November 1996 bei Antiquorum für 1.818.500 CHF (1.127.470 Euro) den Besitzer.
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