7 Fragen an… Andreas Stucken

Unser Gesprächspartner für das heutige Interview ist Herr Andreas Stucken, der in seiner "Zweigstelle Berlin" ausgewählte Werke zeitgenössischer Künstler anbietet.

7 Fragen an… Andreas Stucken

Barnebys: Obwohl der Name „Zweigstelle Berlin“ unsere Hauptstadt als Standort vermuten lässt, ist das Unternehmen in Aichach bei Augsburg ansässig. Wie kam es zu dem Namen?

Andreas Stucken: Während meiner Tätigkeit als selbständiger Art-Consulter (seit 2004) und Vorsitzender des Kunstvereins Aichach (2001-2011) entstand in mir der Wunsch, eine kommerzielle Galerie zu gründen. Während der Planungsphase im Jahr 2007 kam eigentlich nur ein Ort infrage, an dem dies stattfinden konnte: Berlin!

Unser Interviewpartner Andreas Stucken | Foto: © Anja Behrens
Unser Interviewpartner Andreas Stucken | Foto: © Anja Behrens

Da sich mein Lebensmittelpunkt seit 1990 in Aichach bei Augsburg befindet, und ich diesen für das Galerie-Projekt nicht aufgeben wollte, schien mir der Name „Zweigstelle Berlin“ logisch zu sein. Eine Zweigstelle ist ja nicht nur eine Niederlassung, sondern auch eine Stelle, an der sich etwas verzweigen kann.

Vera Rothamel, "ohne Titel 01", Öltempera/Nessel, 2017 | Foto: Zweigstelle Berlin
Vera Rothamel, "ohne Titel 01", Öltempera/Nessel, 2017 | Foto: Zweigstelle Berlin

Wann und warum kam es zur Gründung der „Zweigstelle Berlin“?

Anfang 2008 kam es dann zur Gründung der „Zweigstelle Berlin“, dazu wurde ein Ladenlokal in der Lehrter Straße im Zentrum Berlins angemietet, das sehr schnell zu einem Ort für zeitgenössische Kunst im urbanen Umfeld von Berlin-Moabit wurde. Schräg gegenüber der „Zweigstelle Berlin“ befanden sich die Ateliers von Katharina Grosse und Karin Sander. Da ich mich seit 1975 mit zeitgenössischer Kunst beschäftige und auch schon während meiner Studienzeit in (West-)Berlin eine Galerie betrieben habe, kannte ich Berlin als Ort, an dem sich Kunst entwickeln kann.

Karen Irmer, "Mirrors: Wood", Laserprint (10+1)/Aludibond, 2014/17 | Foto: Zweigstelle Berlin
Karen Irmer, "Mirrors: Wood", Laserprint (10+1)/Aludibond, 2014/17 | Foto: Zweigstelle Berlin

Die teils jahrzehntelange Zusammenarbeit mit inzwischen etablierten Künstlern und die Erweiterung um aktuell aufstrebende künstlerische Positionen verschaffte mir in der „Zweigstelle Berlin“ die Möglichkeit, Kunst nicht nur zu präsentieren, sondern im Rückgriff auf das über die Jahre aufgebaute Know-how und die intensive Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen und Künstlern spannende Positionen zeitgenössischer Kunst in Beziehung zueinander zu setzen.

Maria Wallenstål-Schoenberg, "o.T.", Öl/Lwd., 2019 | Foto: Zweigstelle Berlin
Maria Wallenstål-Schoenberg, "o.T.", Öl/Lwd., 2019 | Foto: Zweigstelle Berlin

Ende 2016 wurde der physische Ausstellungsbetrieb in Berlin eingestellt und die „Zweigstelle Berlin“ mit den meisten Künstlern und ihren Kunstwerken in einen virtuellen ART-Shop überführt, der weiterhin unter dem Namen „Zweigstelle Berlin“ mit Sitz in Aichach bei Augsburg operiert.

Was erwartet den Besucher, sobald er Ihre Website besucht und welche Art von Kunst bieten Sie an?

Im ART-Shop der Zweigstelle Berlin befinden sich 700 Kunstwerke von 50 zeitgenössischen Künstlern. Dieses Angebot wird ständig aktualisiert. Wir haben uns bemüht, die kuratierte Auswahl so übersichtlich und informativ wie möglich zu halten, zu jedem Künstler und Kunstwerk findet der Besucher ausreichende Informationen und Abbildungen, die ihm die Entscheidung leichter machen, sich für ein Kunstwerk zu entscheiden.

Jürgen Paas, "POPPLANET_rot", Farbpapierschnitte, Acrylglas, 2016 | Foto: Zweigstelle Berlin
Jürgen Paas, "POPPLANET_rot", Farbpapierschnitte, Acrylglas, 2016 | Foto: Zweigstelle Berlin

Die Bandbreite der angebotenen Arbeiten umfasst die Sparten Edition, Fotografie, Malerei, Papierarbeiten und Skulpturen. Es finden sich sowohl abstrakte als auch gegenständliche Positionen von Blue Chips, etablierten Künstlern und Newcomern. In unserem Blog berichten wir über Neuzugänge und aktuelle Projekte / Ausstellungen, die wir als Pop ups an anderen Orten durchführen. 

Gabriele Schade-Hasenberg, "ohne Titel 01", Öl/Baumwolle, 2015 | Foto: Zweigstelle Berlin
Gabriele Schade-Hasenberg, "ohne Titel 01", Öl/Baumwolle, 2015 | Foto: Zweigstelle Berlin

Zweigstelle Berlin bietet die Möglichkeit, Kunst online zu kaufen. Welchen Service bieten Sie Ihren Kunden an? Wie funktioniert der Kaufvorgang?

Alle Kunstwerke im ART-Shop der Zweigstelle Berlin können direkt online erworben werden. Wir bieten außerdem die Möglichkeit, die ausgesuchten Kunstwerke (Bilder) virtuell Probe zu hängen und so vor der Bestellung genau zu betrachten.

Florian Lechner, „Raumbild (16020903)“, UV-Direktdruck/Alu-dibond, 2016 | Foto: Zweigstelle Berlin
Florian Lechner, „Raumbild (16020903)“, UV-Direktdruck/Alu-dibond, 2016 | Foto: Zweigstelle Berlin

Dazu haben wir einen 3D-Ausstellungsraum geschaffen, der einen dynamischen Zugang zur Kunst ermöglicht. An Kunstwerke nah herantreten oder um sie herumgehen - man kann sich frei im virtuellen Raum bewegen und so seinen Blickpunkt selbst bestimmen. Wenn sich der Kunde für ein Kunstwerk aus unserem Portfolio entschieden hat, kann er es uns per E-Mail wissen lassen, wir fügen dieses dann dem virtuellen Raum hinzu und er kann in Ruhe überlegen.

Cathy Daley, "Stylo", Box mit 13 Archival Pigment Prints, 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin
Cathy Daley, "Stylo", Box mit 13 Archival Pigment Prints, 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin

Der eigentliche Kaufvorgang funktioniert über ein einfach zu bedienendes Warenkorbsystem, bezahlt werden kann mit Rechnung oder PayPal. Wir versenden die bestellten Kunstwerke dann per Kurier oder Spedition.„Zweigstelle Berlin“ ist Mitglied im Händlerbund, bekennt sich zu den Zielen des Verbandes und gestaltet dadurch die E-Commerce-Branche aktiv mit. 

Kirk Sora, "Poison Ivy 15_60", Pigmentdruck/Baumwollpapier, 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin
Kirk Sora, "Poison Ivy 15_60", Pigmentdruck/Baumwollpapier, 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin

Auf Ihrer Website findet man die Sparten „MEISSEN-Shop“ und „augsburg contemporary“. Was hat es damit auf sich?

Seit 2018 ist die „Zweigstelle Berlin“ Markenpartner von MEISSEN und bietet ausgewählte Design-Objekte aus der staatlichen Porzellan-Manufaktur an. Darunter befindet sich die „Antarctica“-Serie, die mit den Spannungen zwischen Asymmetrien und Rundungen sowie Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand spielt. Die verschieden großen Vasen, Becher und Leuchter der Designerin Zhuoyu Hou lassen so eine phantastische Eislandschaft entstehen.

MEISSEN Krug "Antarctica", 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin
MEISSEN Krug "Antarctica", 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin

Ebenso mit dabei: Die "Faces" Serie, die eigens angefertigte Illustrationen von Otto Drögsler auf Wandtellern umsetzt. Die Serie zeigt Gesichter in unterschiedlichen Ausschnitten, die von Drögsler zunächst in Originalgröße mit Tusche auf Papier gemalt wurden und anschließend als Vorlage der handbemalten Wandteller dienten. Das dafür verwendete Blau wurde eigens im Farblabor der Manufaktur entwickelt. Die Kollektion stellt eine gänzliche Neuerung zum Thema Wandinstallationen bei MEISSEN dar. 

MEISSEN Wandteller Faces "Fiona", 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin
MEISSEN Wandteller Faces "Fiona", 2018 | Foto: Zweigstelle Berlin

augsburg contemporary“ ist ein ganz neues Projekt, eine Kooperation der Claudia Weil Galerie und der „Zweigstelle Berlin“. Seit Mai 2019 betreiben beide Partner einen gemeinsamen Ausstellungsraum in Augsburg, der in einem kontinuierlichen Fluss zeitgenössischer Kunstwerke aus ihren jeweiligen Portfolios gestaltet wird. 

 Gibt es aktuell Kunstwerke bei Zweigstelle Berlin, die Sie besonders empfehlen können?

Empfehlen kann ich uneingeschränkt alle Arbeiten der „Zweigstelle Berlin“, da ich sie persönlich für den ART-Shop ausgewählt habe und die Künstler zum Teil auch schon sehr lange kenne. 

Angela Stauber, "Buch 5", Öl/Lwd., 2013
Angela Stauber, "Buch 5", Öl/Lwd., 2013

Worauf sollte man beim Onlinekauf von Kunstwerken besonders achten?

Vertrauen Sie ihrem Gefühl und kaufen Sie, was Ihnen gefällt. Alle Arbeiten der „Zweigstelle Berlin“ wurden sorgfältig von mir ausgesucht und haben dadurch eine hohe Qualität und Expertise, die Provenienzen sind bekannt. Wenn Sie ein Kunstwerk online bestellen, ist dies selbstverständlich ohne Risiko möglich, sollte es wider Erwarten nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, können Sie es kostenfrei im Rahmen Ihres Widerrufsrechtes wieder abholen lassen bzw. zurücksenden. 

Reiner Heidorn, "moonwatcher", Öl/Lwd., 2017 | Foto: Zweigstelle Berlin
Reiner Heidorn, "moonwatcher", Öl/Lwd., 2017 | Foto: Zweigstelle Berlin

Wir danken Herrn Andreas Stucken für das Gespräch und wünschen Ihm weiterhin viel Erfolg mit der "Zweigstelle Berlin" - entdecken Sie mehr!

Titelbild: Andreas Stucken | Foto: © Anja Behrens