Die Geschichte der Tischbeleuchtung ist lang, die der elektrifizierten Tischleuchte nicht so sehr. Dennoch hat letztere eine quasi unüberschaubare Menge an Varianten hervorgebracht. Daraus haben wir im Folgenden acht spannende Beispiele herausgesucht, für deren Gestaltung einigen der besten Designern der Welt erst ein Licht aufgehen musste.
1. Gino Sarfatti, 600P

In den 1950/60er Jahren war Mailand die unangefochtene Hauptstadt des Designs und Gino Sarfatti der König der Beleuchtung. Sarfatti war der Gründer von Arteluce, der von 1939 bis 1974 (das Jahr der Übernahme durch Flos) Hunderte Leuchten für das Unternehmen entwarf. Die Leuchten bekamen keine Namen, sondern werden lediglich mit Modellnummern bezeichnet. Hinter den Nummern von 500 bis 999 verbergen sich die Tischleuchten, darunter die 600P, eine Lampe, die dank ihrer weichen und flexiblen Basis ganz leicht in verschiedene Positionen und Richtungen verbogen werden kann. Eine perfekte Kombination von Funktionalität und Design.
2. Paavo Tynell, Simpukka

Der finnische Designer Paavo Tynell ist bekannt für seine einzigartigen Leuchten, die er unter anderem für das Büro des UN-Generalsekretärs in New York und das Parlament in Helsinki schuf. Wie so häufig erhielt Tynell auch für die Tischleuchte Simpukka seine Inspiration in der Natur und der „romantischen Ecke“, die er mit der schlichten Ausführung des aufkommenden Mid-century Modern zu kombinieren verstand. Wie der Anblick der Lampe bereits vermuten lässt, kann das finnische Wort Simpukka mit „Muschel“ übersetzt werden, aus welcher das Leuchtmittel wie eine Perle hervorlugt.
Lesen Sie auch: 6 Giganten des Mid-century modern
3. Max Ingrand, Lampe

Im Kindesalter wurde Designer und Dekorateur Max Ingrand erstmals der Kathedrale von Chartres ansichtig und war sofort von deren gotischen Stil und den hohen Buntglasfenstern, durch die das Licht in einer Farbexplosion ins Kircheninnere strömte, fasziniert. Damals beschloss er, dass er sein Leben dem Glas widmen wolle und tat dies dann auch mit größtmöglicher Leidenschaft, indem er seine Leibe zur mittelalterlichen Kunst mit modernen Ansätzen kombinierte. Ein perfektes Beispiel für diese Kombination ist diese Tischleuchte, die bei Fontana Arte aus ziseliertem Glas, Bronze und schwarz lackiertem Holz hergestellt wurde.
4. Vico Magistretti, Eclisse

Der Name Vico Magistretti ist praktisch ein Synonym für Design „Made in Italy“. Der Architekt, Stadtplaner und Designer widmete sich den unterschiedlichsten Projekten, in denen er einfache und universale Formen einsetzte. „Wenn man mich nach einer Definition meiner Arbeit fragt, würde ich Simplizität sagen: hat man klare Ideen, muss man sie auch simple Weise zum Ausdruck bringen. Man muss in der Lage sein, Stücke zu schaffen, die normal erscheinen“, erklärte Magistretti, der geometrische und essentielle Formen liebte. Eclisse, entworfen für Artemide, vereint minimalistische geschwungene Linien und die Lebensfreude der 1960er Jahre. 1967 wurde die Leuchte mit dem prestigeträchtigen Compasso d’Oro ausgezeichnet und überzeugt noch heute mit ihrem zeitlosen Vintage-Charme.
Lesen Sie auch: 5 italienische Designs, die die Welt erobert haben
5. Vico Magistretti, Atollo

Ebenso verdanken wir Vico Magistretti die Leuchte Atollo, die im Laufe der Zeit zu einem der bekanntesten Symbole des italienischen Designs wurde und eine geschätzte Ikone mit hohem Wiedererkennungswert darstellt. Entworfen im Jahr 1977 wurde sie schnell Teil der Sammlungen der bedeutendsten Design-Museen weltweit. Mit ihren einfachen Linien und geometrischen Formen einer Halbkugel und eines Zylinders ist diese Leuchte eine ausbalancierte, beleuchtete Skulptur.
6. Ingo Maurer, Bulb

Wenden wir uns nun dem „Poeten des Lichts“ zu, denn das ist der Spitzname des deutschen Designers Ingo Maurer, der für seine außergewöhnlichen Entwürfe von Leuchten und Lichtinstallationen bekannt ist, für die er zahlreiche internationale Preise einheimsen konnte. Eine seiner berühmtesten Designs ist die Tischleuchte Bulb (1966) mit ihrer polierten und verchromten Metallbasis und einer geblasenen Glaskugel, die von Maurers eigenem Unternehmen Ingo Maurer GmbH produziert wurde. Viele seiner Lampen, darunter auch Gulp (1969) und Light Structure (1970) sind Teil der Designsammlung des Museum of Modern Art in New York.
Mit dem kostenlosen Abo des Barnebys-Newsletters erhalten Sie Nachrichten aus der Welt der Kunst und Auktionen direkt in Ihrem Email-Postfach. Melden Sie sich hier an!
7. Banker’s Lamp

Die ikonische Banker’s Lamp stammt aus den Vereinigten Staaten und wurde erstmals im frühen 20. Jahrhundert von Harrison D. McFaddin unter dem Namen Emeralite (eine Kombination aus emerald (Smaragd) und light (Licht)) vorgestellt, was sich auf den Lampenschirm aus grünem Glas bezog. Die Wahl der Farbe lag in der Überzeugung begründet, dass Grün einen positiven Effekt auf die Psyche hat und dass es die Augen am besten vor dem direkten Licht der Lampe schützen kann. Diese Idee verbreitete sich schnell unter jenen Leuten, die von Berufswegen her viel Zeit mit dem Lesen von Dokumenten verbrachten, darunter Bankangestellte, Politiker und Buchhalter. Letztere trugen sogar grüne Visiere, um ihre Augen vor dem künstlichen Licht der Glühbirnen zu schützen. Mit einem ausgezeichneten Sinn für Vermarktung machte McFaddin die Lampe zu einem Verkaufsschlager, indem er hervorhob, wie positiv sich diese Lampe auch auf die Effizienz der Mitarbeiter auswirken könne. Der Erfolg der Banker’s Lamp ist bis heute ungebrochen und sie ist in vielen Büros und auch Bibliotheken anzutreffen.
8. Tiffany Studios, Wisteria

Geschichte, Kunst, Leidenschaft und Stil vereint in einem einzigen Objekt: die Schönheit der Lampen von Tiffany ist einfach nicht zu leugnen, denn jede dieser Leuchten ist ein Kunstwerk für sich. Die Tischlampe Wisteria, die von Clara Driscoll im frühen 20. Jahrhundert entworfen wurde, ist sogar eine echte Ikone. Die Einflüsse von Impressionismus und japanischer Ästhetik sind offensichtlich und die Farbauswahl geradezu unschlagbar. Insgesamt wurden fast 2.000 individuell geschnittene Glasstücke verwendetet, wobei das Farbspiel aus Kobaltblau und Lavendel sowie Grün und Aquamarin einen fast hypnotisierenden Effekt erzeugt. Wird die Leuchte eingeschaltet, verteilt sie ihr Licht durch einen tropfenden Vorhang aus Glyzinienblüten. Doch selbst ausgeschaltet vermag sie dank ihrer besonderen Schönheit, Wärme auszustrahlen.
Lesen Sie auch: Tiffany-Glas: Der illuminierte Jugendstil
Die Liste der Tischleuchten, die Designgeschichte geschrieben haben, ließe sich noch endlos fortsetzen. Beinahe genauso endlos ist die Auswahl an Artikeln zu diesem Thema bei Barnebys. Stöbern Sie doch ein wenig in unserer Kategorie „Beleuchtung“ und entdecken Sie Ihre neue Lieblingslampe“!
Weitere Artikel zum Thema Design finden Sie im Barnebys Magazin.








