Am 8. April setzt das Pariser Auktionshaus Rossini auf alte Kunst und versteigert Gemälde, Möbel, Musikinstrumente und Kunstobjekte. Der Katalog umfasst 216 Lose, unter denen sich Werke von Floris van Schooten, Ary Bitter und dem Geigenbauer Louis Nicolas Vissenaire befinden.
Alte Gemälde
Eröffnet wird die Auktion mit 65 Gemälden und Grafiken verschiedener europäischer Schulen, darunter Flandern, die Niederlande, Spanien, Italien und Frankreich, wobei der Schwerpunkt auf den Schulen Nordeuropas liegt.

Floris van Schooten war ein sehr produktiver Maler des Goldenen Zeitalters der Niederlande (zwischen 1617 und 1644 malte er rund 100 Bilder), der vor allem für seine Stillleben bekannt ist. Dem Genre des kulinarischen Stilllebens, dem sogenannten "Banketje" drückte er seinen persönlichen Stempel auf, indem er Kompositionen aus Obst und Gemüse, zubereiteten Speisen oder den Resten einer bürgerlichen Tafel schuf. Van Schootens Œuvre war für die Erforschung niederländischer Kochtechniken des 16. Jahrhunderts von großem Nutzen.
Stillleben mit Früchten auf einem Gebälk, das bei Rossini zum Aufruf kommt, ist eine charakteristische Arbeit für den Künstler, der es zwischen 1630 und 1640 in Haarlem ausführte. Zum Vergleich können drei weitere Leinwandwerke herangezogen werden, die sich im Rijksmuseum in Amsterdam, im Königlichen Schloss in Warschau und in der Hohenbuchau-Sammlung des Liechtenstein Museums befinden.

Die flämische Schule ist unter anderem mit einer Maria lactans-Darstellung, einer Variation der christlichen Malerei zum Thema Madonna mit Kind, aus dem 17. Jahrhundert vertreten. Dieser intime Moment zwischen Gottesmutter und Christusknabe wurde von vielen Künstlern dargestellt.

Diana und ihre ruhenden Nymphen, von Satyrn überrascht ist ein auf Kupfer ausgeführtes Ölgemälde, das Jan Brueghel d. J. sowie dem flämischen Maler Hendrick van Balen d. Ä. zugeschrieben wird. Brueghel und Van Balen arbeiteten wiederholt zusammen, die erste Zusammenarbeit ist für 1620 belegt, bevor Brueghel zwei Jahre später zu einer dreijährigen Reise nach Italien aufbrach.
Nach Jan Brueghels Rückkehr nach Antwerpen, nahmen er und Hendrick van Balen die Zusammenarbeit wieder auf, die 1632 mit dem Tod Van Balens endete. Eines der wichtigsten Gemeinschaftswerke ist Massaker an den unschuldigen Kindern, für das Jan Brueghel d. J. den Hintergrund malte, während Hendrick van Balen d. Ä. die Figuren beisteuerte.
Das vorliegende Gemälde basiert auf einem identischen Werk, das sich in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden befindet.

Einen Abstecher nach Frankreich macht die Offerte mit einem Ölgemälde aus der Schule von Philippe de Champaigne, einem Maler und Kupferstecher der französischen Klassik, der jedoch aus dem Herzogtum Brabant stammte. Das Heilige Antlitz mit der Dornenkrone war eines der Lieblingsthemen des Malers, das dieser wiederholt ausführte. Die vorliegende Version lässt sich vor allem mit einer auf Holz ausgeführten Arbeit selbigen Themas vergleichen.
Dekorative Kunst
Der Fokus der Kategorie "Dekorative Kunst" ist auf das 20. Jahrhundert gerichtet. Zum Aufruf kommen Arbeiten von Jacques Adnet, Émile Monier, Ary Bitter, Jean Rouppert und Edmond Lachenal.

Zunächst sei auf ein Paar Buchstützen des französischen Bildhauers Ary Bitter hingewiesen. Die Dickhäuter aus Bronze mit nuancierter grüner Patina wurden um 1939 gegossen und auf Mahagonibasen montiert. Zu jener Zeit hatte Bitter auch einen Großauftrag über drei Wasserspeier für einen Brunnen in Pithiviers vom Fond National d’Art Contemporain erhalten.
Bitter war im Salon des Artists Français 1921 mit der Silber- und 1924 mit der Goldmedaille ausgezeichnet worden.

Unbedingt hervorzuheben ist auch ein dekoratives Keramikobjekt mit der Göttin Juno, das von Edmond Lachenal und J. Costet ausgeführt wurde. Der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geborene Lachenal zeichnete sich durch seine technischen Innovationen und die Entwicklung einer Art mattem Emaille mit Pastell-, Samt- und Matttönen aus. Seine außergewöhnlich qualitätsvollen Kreationen wurden nicht nur auf Ausstellungen und in Zeitungsartikeln gefeiert, sondern auch von anderen großen Künstlern seiner Zeit erworben.
Kunst des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Die kleine Offerte mit Kunst der Haute Époque (Mittelalter und frühe Neuzeit) umfasst 22 Lose, darunter einige religiöse Holzskulpturen, unter denen vor allem ein Altarbild hervorgehoben werden muss, das Ende des 15. Jahrhundert in Norddeutschland ausgeführt wurde.

Die aus Eiche geschnitzte und polychrom gefasste Grablegungsszene zeigt Joseph von Arimathäa, Nikodemus und die Heilige Jungfrau, die die Hand ihres Sohnes hält, bei der Bestattung Christi. Im Hintergrund sind Johannes und die Drei Heiligen Frauen zu sehen.
Musikinstrumente
Zum Schluss sei noch auf eine Arbeit von Louis Nicolas Vissenaire hingewiesen. Der Geigenspieler und -bauer aus Lyon, war der jüngere Sohn von Louis Vissenaire, der 1870 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Louis das Geschäft seines Vaters übernahm. Die Arbeiten der Gebrüder Vissenaire übertrafen jene ihres Altvorderen und brachten ihnen den Titel Luthiers du Conservatoire ("Geigenbauer des Konservatoriums") ein. Bei Rossini kommt eine schöne Geige aus dem Jahr 1871 zum Aufruf, die Louis Nicolas kurz nach der Übernahme der Familienwerkstatt geschaffen hat.

Die musikalische Offerte besteht aus 47 Losen, die vor allem Saiteninstrumente und Bögen umfassen. Aber auch auf eine Klarinette und ein Saxophon darf mitgeboten werden.
Die Auktion findet am 8. April um 14 Uhr im Saale Rossini statt. Alle Informationen bezüglich der Hygienemaßnahmen finden Sie auf der Website des Auktionshauses.
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