In den barocken Räumlichkeiten des Palazzo Melograno in Genua präsentiert das dort ansässige Auktionshaus Wannenes am 18. und 19. März eine schöne Selektion von Gemälden Alter Meister und des 19. Jahrhunderts. Angeboten werden qualitativ hochwertige Arbeiten, die im Laufe der Jahrhunderte ihren Weg in illustre Sammlungen gefunden haben.
In diesem Zusammenhang zu nennen sind die vier Porträts der Apostel Thomas, Matthäus, Jakobus, Sohn des Alphas und Petrus zu nennen, die im zweiten oder dritten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts von einem Nachfolger Caravaggios gemalt wurden (Los 1184, Schätzpreis 30.000-50.000 Euro). Sie stammen aus der Florentiner Sammlung von Cristina Malvezzi Campeggi. Erwähnt werden muss die Ähnlichkeit des Jakobus und des Petrus mit der Darstellung des Heiligen Simon im Musée des Beaux-Arts in Nantes, das Simon Vouet (1590 Paris 1649) zugeschrieben wird. Auch die alten schwarz-goldenen Kassettenrahmen sind von beträchtlichem Wert und stellen selbst kleine Kunstwerke dar.

Begeistern können auch zwei hervorragende Damenporträts. Aus der Turiner Galerie Zabert stammt das Bildnis einer prachtvoll gekleideten Dame aus dem 16. Jahrhundert, das Scipione Pulzone oder Rodrigo de Villandrando zugeschrieben wird (Los 1176, Schätzpreis 5.000-8.000 Euro). Das Werk entspricht dem internationalen Porträtstil des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Definitiv hervorgehoben werden müssen die sorgfältige Wiedergabe der Stoffe und Verzierungen sowie die feine Ausarbeitung des Gesichts. Einen ähnlichen Stil findet man vor allem in Florenz, wie beispielsweise in den Medici-Porträts von Tiberio Titi, mit stehend dargestellten Figuren, deren Umrisse eine akribische Linienführung aufweisen.

Das zweite Damenporträt des Katalogs (Los 962, Schätzpreis 7.000-8.000 Euro) träg die Signatur von Giovanni Maria Delle Piane, bekannt als „il Mulinaretto“ (1660 Genua - 1745 Monticelli d’Ongina). Der Künstler, ein Schüler von Giovanni Battista Gaulli in Rom, wurde zum begehrtesten Maler seiner Heimat, arbeitete für die Bourbonen in Neapel und Spanien und war beim Adel von Genua sehr gefragt. Vor allem die Damen begeisterten sich für seine an Hyacinth Rigaud und Nicolas de Largillière angelehnte Sensibilität und machten ihn zum führenden Porträtisten der Stadt. Eine besondere Fähigkeit Delle Pianes war die Lichtführung, die auch auf dem vorliegenden Gemälde zum Tragen kommt.

Keinesfalls unerwähnt bleiben darf das Leinwandgemälde Judith und Holofernes, das einst Teil der Sammlung der Sammlung Zebone in Genua gewesen war (Los 1180, Schätzpreis 8.000-12.000 Euro). Bei Paolo Gerolamo Piola (1666 Genua 1724) in Auftrag gegeben hatte es möglicherweise Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein. Das Gemälde zeigt den höchst dramatischen Höhepunkt der biblischen Episode, in dem Judith ihre makabere Trophäe mit dem stolzen Blick einer Heldin hochhebt. Den barocken Geschmack seiner Zeitgenossen traf Piola durch den eleganten Effekt des Verblassens der intensiven Farben.

Besonders hervorgehoben werden muss das Bildnis eines Windhunds von Nicolas Marechal (1753 Paris 1803). Das zarte Aquarell (Los 1182, Schätzpreis 10.000-15.000 Euro) gehört zu einer Gruppe von Werken, die vom Bernard de Lacépède (1756-1825) und Georges Cuvier (1769-1832) in Auftrag gegeben wurden, um La Ménagerie du Museum d'histoire Naturelle ou Description et histoire des Animaux zu illustrieren. Die französische Publikation war erstmals 1801 gedruckt worden und gilt als eines der bedeutendsten Werke der Naturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Neben Nicolas Huet (1770-1830) und Léon de Wailly (1801-1824) zählte Nicolas Marechal (1753-1803) zu den wichtigsten Tiermalern, was durch die vorliegende Arbeit, die die Anmut des darstellten Tieres perfekt hervorhebt, unterstrichen wird.

Nicht nur der den Alten Meistern gewidmete Teil des Katalogs besticht mit bemerkenswerter kreativer Qualität, auch die angebotenen Gemälde des 19. Jahrhunderts dürfen sich dessen rühmen. In Ritorno dalla messa („Rückkehr von der Messe“; Los 1355, Schätzpreis 8.000-10.000 Euro) porträtierte Luigi Nono (1850 Fusina - 1918 Venedig) mit lyrischem Realismus und einem der Natur und dem Verismus zugewandten Blick diesen für die Landbevölkerung so wichtigen Moment der Sozialität, in einer hellen und ausgewogenen Komposition. Tatsächlich war die Sonntagsmesse ein Ereignis, das von Jungend Alt gleichermaßen mit Freude und Feierlichkeit begangen wurde. Obwohl Nono die Figuren mit schnellen Pinselstrichen auf die Leinwand zauberte, sind sie dennoch ausdrucksstark und mit einer poetischen Melancholie ausgestattet.

Last but not least möchten wir Sie auf dieses bemerkenswerte Gemälde von Leonardo Gasser (1831 Florenz - nach 1892) hinweisen: Figura di donna („Frauenbildnis“; Los 1327, Schätzpreis 5.000-7.000 Euro) stellt ein großes ästhetisches Vergnügen dar und zeugt vom kreativen Talent des Malers. Als Schüler von Michele Gordigiani gehörte Gasser zusammen mit den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit zu den häufigsten Besuchern des Caffè Michelangiolo. Er widmete sich erfolgreich Frauenbildnissen und achtete dabei besonders auf die Farbpalette und die Eleganz der Gesamtkomposition.

Markieren Sie also den 18. und 19. März in Ihrem Kalender, um diese Auktion mit Alten Meistern und Gemälden des 19. Jahrhunderts nicht zu verpassen. Aufgrund der aktuellen Gesundheitslage können Gebote ausschließlich schriftlich, telefonisch oder online abgegeben werden. Auch der Zugang zur Ausstellung ist Beschränkungen unterworfen, sodass es zu Wartezeiten kommen kann. Wir empfehlen, einen Termin zur Vorbesichtigung vorab auszumachen.
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