Am 2. Mai lädt das Londoner Auktionshaus Pax Romana zu einer atemberaubenden Reise durch Asien ein und präsentiert antike Schätze des größten aller Kontinente in einer herausragenden Auktion.

Aus dem China der Tang-Dynastie (ca. 618-907) stammt dieses exquisite Paar Polo-Spielerinnen aus Terrakotta. In ihren jeweils über den Pferdehals erhobenen Händen scheinen die grün und orange gewandeten Spielrinnen einst die Zügel gehalten zu haben, während sie mit der anderen Hand den Poloschläger führten.
Polo erfreute sich während der Tang-Dynastie großer Beliebtheit und viele Kaiser jener Epoche waren große Fans, wenn sie nicht sogar selbst spielten. Ebenso hielten sie ihre Würdenträger, Soldaten, Bürger und sogar die Damen dazu an, sich aufs Pferd und den Schläger zu schwingen. Die Datierung des Figurenpaares erfolgte durch eine Thermolumineszenzanalyse im unabhängigen Labor von Ralf Kotalla im baden-württembergischen Haigerloch.

Dieser herausragende Torso des erleuchteten Buddha aus schwarzem Schiefer wurde im 2. oder 3. Jahrhundert in Gandhara geschaffen. Buddha ist mit Haarknoten (Ushnisha), einem auffälligen Kopfschmuck, halbgeschlossenen Augenlidern, einer eleganten Nase, einem langen Schnurrbart, geschlossenen Lippen, einem starken Kinn und verlängerten Ohren dargestellt. Seine Darstellung als Bodhisattva wird durch die Urna auf seiner Stirn unterstrichen.
Alles zusammen ergibt den majestätischen Eindruck eines Bodhisattva, also einer erleuchteten Person, die das Nirvana erreichen könnte, dies jedoch aus Mitgefühl gegenüber leidenden Wesen nicht tut. Die Rückseite der Skulptur ist nicht vollständig ausgearbeitet, was darauf schließen lässt, dass sie in Gandhara ursprünglich in einer Nische o. ä. aufgestellt worden war. Die historische Region Gandhara befand sich im heutigen Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan. Die Kushan-Periode (ca. 75-451), aus der auch die Skulptur stammt, war das Goldene Zeitalter der künstlerischen Tätigkeit in Gandhara.

Eine ganz andere Darstellung des Buddha finden wir auf dieser steinernen Stele der Nördlichen Wei-Dynastie von ca. 386-534. Hier steht der lächelnde Buddha mit erhobener Hand zwischen zwei weiteren Figuren, die wie er dem Betrachter frontal zugewendet sind. Die Geste der erhobenen Hand (Abhaya Mudra) symbolisiert Furchtlosigkeit und widerspiegelt Buddhas Leben gleich nachdem er die Erleuchtung erlangt hatte.
Die Nördliche Wei-Dynastie regierte Nordchina von etwa 386 bis 534. Während dieser Periode schufen (Kunst-)Handwerker viele schöne Kunstwerke, oft religiöser Natur, wie die vorliegende Arbeit beweist.

Diese Bronzehaken mit Einlegearbeiten aus Silber und Gold stammt aus der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.). Diese Periode der chinesischen Geschichte war von anhaltenden Konflikten zwischen einer Vielzeit von Kleinstaaten und Königreichen bestimmt und endete mit dem Sieg der Qin-Dynastie und der erstmaligen Vereinigung Chinas zu einem einzigen Kaiserreich. Die Authentizität des Objekts wurde durch eine Röntgenfluoreszenzanalyse bestätigt.
Auf dem gebogenen Schaft des Bronzeobjekts sind zwei miteinander verschlungene Drachen abgebildet, der Haken ist als fein herausgearbeiteter Drachenkopf gestaltet. Drachen waren und sind in der chinesischen Kunst ein Symbol für Macht, Stärke und Glück.

Aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. stammt dieser beeindruckende baktrische Kelch aus dunklem Alabaster. Er besteht aus einem hohen Fuß mit konischer Basis und einer Schale mit ausgestelltem Rand. Der kostbare Alabaster wurde seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. nach Baktrien importiert. Wozu Gefäße wie das vorliegende verwendet wurden, ist nicht bekannt, häufig wurden sie jedoch in Begräbnis- oder Opferstätten gefunden.
Das Gefäß entstammt der antiken Oasen- bzw. Oxus-Kultur, die sich zwischen 2100 und 1700 v. Chr. auf den heutigen Staatsgebieten Turkmenistans, Tadschikistans, Usbekistans und des nördlichen Afghanistans befand und zeitgleich mit der europäischen Bronzezeit existierte. Die Oxus-Kultur war von monumentaler Architektur, einer komplexen Gesellschaft und einzigartigen kulturellen Artefakten geprägt, die jedoch nur wenige Jahrhunderte nach ihrem ersten Auftreten wieder verschwanden.

Unsere Reise endet nicht in Asien, sondern im hellenistischen Ostgriechenland, wo im 3. Jahrhundert v. Chr. dieser silberne Tigerkopf geschaffen wurde, bei dem es sich ursprünglich möglicherweise um ein Rhyton handelte. Der Tiger ist mit offenem Maul, langen Reißzähnen und weit geöffneten Augen dargestellt, was den Anschein erweckt, er würde brüllen. Das Fell der Raubkatze ist fein ausgearbeitet und die Streifen detailliert graviert.
Als Rhyton werden konische Gefäße bezeichnet, aus denen im Rahmen einer religiösen Zeremonie oder Gastmals Flüssigkeiten getrunken werden. Üblicherweise sind diese Gefäße mit Tierprotomen ausgestattet. Während der hellenistischen Periode, die mit dem Tod Alexanders des Großen (323 v. Chr.) begann und mit der Schlacht von Actium (31 v. Chr.) endete, beherrschten griechischsprachige Völker einen Großteil des östlichen Mittelmeerraums und Westasien bis zum heutigen Afghanistan, wo ihnen exotische Tiere wie Elefanten und Tiger begegneten. Die Authentizität des Gefäßes wurde durch eine Röntgenfluoreszenzanalyse in einem unabhängigen belgischen Labor bestätigt.
Noch bis zum 2. Mai können Sie auf diese und 150 weitere Objekte der "The Art of Ancient Asia"-Auktion von Pax Romana Gebote abgeben.



