Am 8. November findet bei Pax Romana in London die "Masterpieces in Asian Art"-Auktion statt, die über 190 Lose von herausragender Qualität und beeindruckender Provenienz umfasst. Die Objekte aus China, Indien, dem Heiligen Land und Südostasien werden sowohl Asiatika-Experten als auch neue Sammler begeistern.

Während der Bronzezeit war das Indus-Tal von einer bedeutenden Zivilisation bewohnt. Ihr Siedlungsraum umfasste Teile der heutige Staatsgebiete von Pakistan, Nepal, Indien und Afghanistan. Das bei Pax Romana angebotene Keramikgefäß stammt aus der Blütezeit der Indus-Kultur und ist mit einem Baum und einem Zebu-Stier verziert. Zebu-Stiere mit ihren charakteristischen Buckeln und gebogenen Hörnern waren ein typisches Motiv der Indus-Kultur und wurden oft als Beschützer der Herde in Szene gesetzt, was auf ihre religiöse Bedeutung hindeuten könnte.

Das chinesische Gui-Bronzegefäß hatte seinen Ursprung im 16. Jahrhundert v. Chr. und konnte sich anschließend noch lange behaupten. Zum Einsatz kamen die Gui bei rituellen Zeremonien, in denen sie als Opfergefäße dienten. Typisch für sie ist die weite, flache Schale mit gebogenen Henkeln auf einer zylindrischen Basis. Dieses wunderbar erhaltene Modell wurde mit Drachen verziert, die im chinesischen Tierkreis für Macht, Stärke und Glück stehen. Das Gefäß wurde durch eine Röntgenfluoreszenzanalyse von einem unabhängigen belgischen Labor vollständig authentifiziert.

Die Gandhara-Region, die im heutigen Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan liegt, war eine bedeutende Schnittstelle für Handelsrouten aus Ost und West. Dies führte dort zu der Entwicklung eines graeco-buddhistischen Stils und half bei der Verbreitung des Buddhismus in Richtung Fernost. Die vorliegende Buddha-Statue stammt aus der Kushan-Periode, der Blütezeit der künstlerischen Produktion in Gandhara. Der griechische Einfluss, der mit Alexander dem Großen in die Region gekommen war, wird durch den Faltenwurf und die feine Ausarbeitung des Gesichts deutlich. Die charakteristische Haartracht, die Gestaltung der Ohren und die mudra genannte Geste des Segens sind hingegen südostasiatischen Ursprungs.

Dieser steinerne Buddha-Kopf weist auf die Bedeutung des Buddhismus in der chinesischen Kultur hin und war ursprünglich vermutlich Teil einer Statue. Das Haar ist im typischen "Schneckenhaus"-Stil gebunden und mit spiralförmigen roten Schmucksteinen verziert. Dies sind nur einige der 32 großen und 80 kleinen Charakteristika, die bei einer Darstellung Buddhas zum Einsatz kommen können.

Da es traditionell keine figürlichen Darstellungen in der islamischen Kunst gibt, werden Objekte und Gebäude mit Schriftornamenten sowie geometrischen und floralen Designs verziert. Diese Bronzekanne bildet da keine Ausnahme und zeigt ein wunderschönes geometrisches Dekor an Korpus und Ausguss. Die Kanne stammt aus dem Seldschuken-Reich, das in seiner Hochzeit von Usbekistan bis zur Türkei reichte und auch Teile der Arabischen Halbinsel umfasste.

Der chinesische Tierkreis ist heute überall auf der Welt bekannt. Er basiert auf einem Mondkalender, der jedem Jahr in einem Zwölfjahreszyklus ein Tier zuordnet. In diesem seltenen Set aus der Zeit der Ming-Dynastie versammeln sich alle zwölf Tiere des Kreises in zwölf Figurinen. Während die Köpfe dem jeweiligen Tier entsprechen, wurde ihre menschlichen Körper identisch geformt, allerdings mit leichten Variationen in der Bemalung.
Mitgeboten werden kann am 8. November ab 15 Uhr.
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