Aston Martin: Luxus, Klasse und Geschwindigkeit

Ist Aston Martins geflügeltes Emblem - ein Symbol der ewigen Wiedergeburt, inspiriert vom altägyptischen Gott Chepre - ein Omen? Erfahren Sie mehr über die Reise der Luxusmarke, die nicht immer ohne Turbulenzen vonstatten ging.

Aston Martin: Luxus, Klasse und Geschwindigkeit

Die Geschichte von Aston Martin verschmilzt mit der Legende, die von Insolvenzen und extremen Rettungsaktionen vermögender Mechaniker oder industrieller Automobilkonzerne geprägt ist. Die James Bond-Saga spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung der englischen Marke, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet wurde. Dies gilt insbesondere für das seit den 1960er-Jahren produzierte DB5-Modell, für das die Sammler inzwischen bereit sind, rund 19 Millionen Euro zu zahlen.

Ein Beweis für die starke Verbindung mit der James Bond-Welt lieferte 2016 bei Christie's die Versteigerung des Vanquish 2014 (ein Aston Martin DB10), mit dem 007 Daniel Craig im Film Spectre (2015) Verbrecher jagte. Verkauft wurde der Wagen auf der Londoner Auktion für 2,4 Millionen GBP.

Der Aston Martin Vanquish aus dem Film "Spectre", der bei Christie's versteigert wurde
Der Aston Martin Vanquish aus dem Film "Spectre", der bei Christie's versteigert wurde

James Bond ist mit Sicherheit ein effektives Verkaufsargument der Marke und trägt seit den 1960er Jahren zu dessen Wahrnehmung als Luxusauto für Abenteuer und Geschwindigkeit bei. So wurde auch einer der beiden Aston Martin DB5, die im Film Goldfinger zum Einsatz kamen, zu einem Millionenpreis verkauft (2,6 Millionen GBP).

Aston Martin DB5 im 007-Film "Goldfinger" 1963
Aston Martin DB5 im 007-Film "Goldfinger" 1963

Der Markenrekord wurde jedoch 2017 mit einem Aston Martin DBR1 von 1956 aufgestellt, der 2017 bei RM Sotheby's für rund 19 Millionen Euro versteigert wurde.

1956 Aston Martin DBR1
1956 Aston Martin DBR1

Alles begann 1913 mit Lionel Martin. Der Mechaniker und Automobilpionier, der bereits fünf Jahre lang Geschäftspartner seines Freundes Robert Bamford in einer Werkstatt im Londoner Stadtteil Kensington war, wurde in jenem Jahr zum Händler für Singer Motors ernannt und war für die Vorbereitung einer sportlichen Version des berühmten Singer Ten verantwortlich.

Mit einer getunten Version des Singer 10 gewann Martin 1914 das Bergrennen Aston-Hill-Climb und der Name der Firma wurde von Bamford & Martin Ltd. in Aston-Martin geändert. 1915 wurde schließlich der erste Aston-Martin zugelassen, einen Prototyp, der unter dem Spitznamen Coal Scuttle ("Kohlenkasten") bekannt wurde.

Aston Martin "Coal Scuttle"
Aston Martin "Coal Scuttle"

Nach dem Ersten Weltkrieg ging das Unternehmen bankrott, wurde jedoch vom reichen polnischen Grafen Louis Zborowski gerettet, der selbst Fahrer und Besitzer seines eigenen Rennstalls in Coventry war. Trotz Bamfords Rückzug war Lionel Martin in der Lage, seine eigenen Motoren und Chassis zu produzieren, und im Jahr 1922 stellte der Aston Martin Bunny zehn Weltrekorde für Geschwindigkeit und Ausdauer auf, darunter einen Durchschnitt von über 125 km/h für 16 Stunden und 30 Minuten auf dem Brooklands Circuit. Das Team nahm außerdem am 15. Juli 1922 am Grand Prix de l'Automobile in Straßburg teil.

Louis Zborowski in einem Aston Martin, 1922
Louis Zborowski in einem Aston Martin, 1922

Während die sportlichen Ergebnisse ermutigend waren, leidet der kommerzielle Erfolg von Serienmodellen unter einer verzögerten Zündung, sodass zwischen 1921 und 1925 nur 50 Autos verkauft wurden. Graf Zborowski zog sein Betriebskapital zurück - 1924 verunglückte er tödlich beim Großen Preis von Italien in Monza. Wieder den Bankrott vor Augen, wurde die Marke Aston-Martin 1925 von der Familie Benson gekauft, die Lionel Martin an der Spitze hielt.

Aston Martin-Mitgründer Lionel Martin
Aston Martin-Mitgründer Lionel Martin

Die Zusammenarbeit war jedoch nur von kurzer Dauer: Bereits ein Jahr später verließ Gründer Lionel Martin das Unternehmen - auch er starb zwanzig Jahre später hinterm Steuer eines Wagens. Die Firma Aston Martin ging nun in die Hände des italienischen Rennfahrers und Ingenieurs Augusto César Bertelli und dessen britischer Geschäftspartner über. Eine weitere Insolvenz im Jahr 1932 erforderte die Intervention des Reeders Arthur Sutherland. Das Unternehmen war nun in Feltham, Greater London, ansässig.

Es folgten fünfzehn Jahre relativer finanzieller Stabilität, die mit technischen und sportlichen Leistungen gespickt waren. 1947 ging die Marke an den Industriellen David Brown über, der sie mit Lagonda, einer weiteren britischen Luxusmarke, die er in jenem Jahr übernommen hatte, zusammenlegte.

Interieur eines Aston Martin
Interieur eines Aston Martin

Die unter der Leitung von Brown produzierten DB-Modelle sorgten in den 1950er Jahre für eine Serie von Rennerfolgen, die den guten Ruf der Marke nachhaltig prägten, vom ersten Platz beim 24 Stunden-Rennen von Spa 1948, über den Sieg der RAC-Rallye 1956 bis zum erfolgreichen Verlauf des 24 Stunden-Rennens von Le Mans im Jahr 1959.

Es war auch während der David Brown-Ära, dass der DB4 und der DB5 von 1959 produziert wurden, für deren Legendenbildung die James Bond-Filme sorgten. Parallel zu seinen Sport- und Tourenwagen entwickelte Aston Martin Prototypen für die Formel 1, doch die Streifzüge auf die Rennstrecken in den Jahren 1956 und 1959 verliefen nicht mit dem erwarteten Erfolg.

Aston Martin wurde 1972 von amerikanischen Investoren, dann Mitte der 1980er-Jahre von griechischen Reedern und schließlich 1993 vom amerikanischen Riesen Ford übernommen. Die Produktionen des DBS V8, des Volante Convertible, des Vantage und des DB7 waren kommerziell erfolgreich und gaben um die Jahrtausendwende den Takt für die britische Marke vor.

Das geflügelte Emblem von Aston Martin
Das geflügelte Emblem von Aston Martin

Seit 2007 ist Aston Martin mit Hauptsitz in Gaydon, Warwickshire, Teil eines Investmentkonsortiums, dem David Richards, Motorsportfunktionär und Gründer von Prodrive, der amerikanische Bankier John Sinders und zwei kuwaitische Unternehmen angehören. Die Notierung an der Londoner Börse im Oktober 2018 wurde nach Ansicht von Experten gemischt aufgenommen. Aber ist das geflügelte Emblem der Marke, inspiriert vom ägyptischen Gott Chepre, nicht das Symbol der immerwährenden Wiedergeburt?

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