Am 11. September meldet sich das Münchener Auktionshaus Rütten aus seiner Sommerpause zurück und versteigert 240 Lose in zwölf Kategorien, die Gemälde und Porzellan genauso umfassen, wie Glas und Silber sowie Uhren und Schmuck.

In der umfangreichen Porzellanofferte muss zunächst auf das traumhaft schöne Service Le Voyage de Marco Polo („Die Reise des Marco Polo“) hingewiesen werden, das 1992 vom italienischen Modehaus Versace für Rosenthal entworfen wurde. Die insgesamt 62 Teile sind für die Kaffee-, Mokka- und Speisetafel gedacht und mit Pfauen, Kamelen und chinesischen Pagoden verziert, denen der Venezianer Marco Polo auf seiner legendären Reise im 13. Jahrhundert begegnete bzw. ansichtig wurde.

An dieser Stelle sei auch auf ein Los mit 4 Rotwein- und 4 Weißweingläsern hingewiesen aus der Serie Medusa Lumière hingewiesen, die ebenfalls das Ergebnis der Zusammenarbeit von Rosenthal und Versace ist.
Ansonsten sind es vor allem Figuren aus der Manufaktur Nymphenburg, die in der Porzellanofferte nicht unerwähnt bleiben dürfen.

Freuen darf man sich beispielsweise auf einige Figuren aus der Serie Händler und Passanten, die Franz Anton Bustelli in den 1750/60er Jahren für die Manufaktur entwarf. Die vorliegenden Ausführungen stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und heißen Schwammerlverkäuferin, Apfelverkäuferin, Fischer, Mausefallenhändler, Eiergretl und Käsmann.
Bustellis berühmteste Serie stellt jedoch die Figuren der Commedia dell’arte dar, die er um 1760 für die Manufaktur Nymphenburg entwarf. Im Auktionshaus Rütten kommt daraus eine Figurine des Anselmo zu Aufruf, die um 1950 ausgeführt wurde.

Ein weiteres Erzeugnis der Manufaktur Nymphenburg aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt mit eine Figurine der Patrona Bavariae, der Schutzpatronin Bayerns, zum Aufruf. Der Entwurf von Franz Xaver Lorch stammt aus dem Jahr 1946 und entspricht jener Mondsichelmadonna, die die Mariensäule auf dem Münchener Marienplatz bekrönt. Selbst der Sockel der weißen Porzellan-Madonna erinnert an das korinthische Kapitel der Säule.
Die Mariensäule war 1638 vom bayerischen Kurfürsten Maximilian I. zum Dank dafür errichtet worden, dass München – man befand sich mitten im Dreißigjährigen Krieg – nicht zerstört wurde.

An den gläubigen Kurfürsten erinnert auch ein weiteres Highlight der Auktion: Ein Faksimile seines kostbaren Gebetsbuches, das die ganze Pracht der Buchmalerei um 1600 präsentiert. Der äußerst prachtvolle Einband aus Silber und Emaille geht Vermutlich auf eine Vorlage aus dem Jahr 1574 zurück. Das Faksimile stammt aus einer limitierten Edition von 980 Exemplaren.

Ein weiteres Prachtstück aus Silber, in diesem Fall jedoch mit einer partiellen Vergoldung statt Emaille kombiniert, ist diese Kaviarschale mit Deckel auf einem Presentoire. Alle drei Teile sind mit einem aufwändigen Floraldekor verziert, die Fußschale hat zudem zwei Handhaben. Das 3-teilige Set kommt insgesamt auf ein Gewicht von 1.460 Gramm.

Die 35 Lose der Gemäldeofferte umfassen Landschaften und Seestücke genauso wie Porträts und Stillleben. Zu den Highlights gehört ein Gemälde des vom Impressionismus beeinflussten ungarischen Malers Vilmos Nagy, der meist junge Frauen in Interieurs oder sonnigen Landschaften malte. Das vorliegende Werk von 1904 zeigt eine moderne junge Frau, deren eine recht kurze Pluderhose umfassendes Outfit sie als Radfahrerin zu erkennen gibt, die möglicherweise eine kleine Pause einlegt, um zu lesen.

Mit 80 Losen am umfangreichsten ist die Schmuckofferte mit ihren Ringen, Colliers, Armbändern, Broschen und Ohrhängern. Zu nennen ist hier u.a. dieser interessante Ring, der zwei breite, halb übereinander liegende Bänder aus Weiß- und Gelbgold miteinander kombiniert. Besetzt ist er zudem mit 120 Brillanten von zusammen ca. 1,20 ct.

Gold und Diamanten sind auch das Dreamteam bei dem Top-Los der Offerte. Das Set, bestehend aus Arm- und Halsspange, wurden vom Goldschmied Hans Hermann Pache aus Isernhagen angefertigt. Die insgesamt 19 Brillanten wiegen zusammen etwa 4,65 ct. Verschließen lassen sich die beiden Schmuckstücke aus Runddraht durch Einhaken der beiden jeweiligen Enden.

Auch die kleine aber feine Uhrenofferte darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, umfasst sie doch einige Armbanduhren begehrter Luxusmarken wie Jaeger-LeCoultre, Baume & Mercier, Chopard und Cartier, darunter die hier abgebildete klassische Damenuhr aus Gelbgold.
Die Auktion findet am 11. September um 13 Uhr im Auktionshaus Rütten, Nymphenburger Straße 133, in München statt. Die Möglichkeit einer Vorbesichtigung besteht dort vom 6. bis 9. September sowie eingeschränkt am Auktionstag.



