Seine erste Auktion des Jahres 2023 widmet das Hamburger Auktionshaus Stahl Kunst aus der Sammlung eines norddeutschen Finanzunternehmens. Dabei kommen am 25. Februar Werke des Realismus und Impressionismus genauso zum Aufruf wie Postwar und Gegenwartskunst. Entdecken Sie die abwechslungsreiche und hervorragend kuratierte Sammlung mit norddeutscher und internationaler Kunst, die Gemälde, Graphik, Skulpturen und Fotografien sowohl etablierter als auch aufsteigender Künstler umfasst.

Los geht es um 11 Uhr mit moderner Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Eine, die hier keinesfalls fehlen darf, ist die in Freiburg im Breisgau geborene Katharina Grosse. Grosse studierte in Münster und Düsseldorf und war später selbst Professorin in der Rheinmetropole sowie in ihrer Wahlheimat Berlin. International anerkannt, wurden Grosses Arbeit bereits mit zahlreichen Einzelausstellungen gewürdigt und sind Teil von Museumssammlungen auf der ganzen Welt.
In der Auktion des Hauses Stahl ist Katharina Grosse mit den vier Farblithografien Fo'Faux Rocks I-IV von 2007 vertreten, die jeweils mit Bleistift signiert und datiert wurden.

Mit Jean Miottes Farbe und Dynamik, kommt eine Arbeit von einem Hauptvertreter des französischen Informel am 25. Februar zum Aufruf. Bereits während seines Mathematikstudiums interessierte sich der Sohn der Stadt Paris für die zeitgenössische Kunst und besuchte regelmäßig die Ateliers in Montparnasse. Doch war es eine Italienreise im Jahr 1948, die ihn dazu brachte, selbst Künstler zu werden. Durch die Bekanntschaft mit Hans Arp begann Miotte, sich der Abstraktion zuzuwenden. Des Weiteren hatten Künstler wie Serge Poliakoff, André Lanskoy, Mark Rothko und Robert Motherwell Einfluss auf Miottes vom Rhythmus der Farben geprägtes Werk.

Ganz anders gestalten sich die Werke des 1939 in Leipzig geborenen Ben Willikens. Hier dominiert die geometrische Strenge, die in menschenleeren Idealräumen zum Ausdruck kommt. Den Anfang nahmen diese wie Bühnenbilder erscheinenden, sterilen Gemälde in den späten 1960er Jahren, als Willikens krankheitsbedingt ein Jahr im Krankenhaus verbringen musste. Ein Höhepunkt dieser Bilder war 1977 seine Version des Letzten Abendmahls, für die er Leonardo da Vincis berühmtes Fresco vollständig entvölkerte.
Ab 12:30 Uhr steht Fotografie auf dem Programm, wobei uns diese von Giovanni Castell so außergewöhnlich aufgenommenen Tulpen faszinieren. Nach einem Designstudium in Mailand, Rom und Paris wandte sich Castell zunächst der Produktfotografie zu, bevor er in den 1990er Jahren Kunstfotograf wurde. Seine Arbeiten, für die er die technischen Möglichkeiten seines Mediums voll auslotet, gleichen eher Gemälden als Fotografien und nehmen uns mit in die fantastische und prachtvolle Welt, die Castell zuvor vor seinem inneren Auge entstehen ließ.

Zwischen 2002 und 2010 entstand die Werkreihe Nights, für die Giovanni Castell verschiedene Blumen vor nachtschwarzer Kulisse in Szene setzte.
Die Kategorie „Kunst zwischen Tradition und Moderne“ nimmt uns anschließend mit auf eine Reise durch die Entwicklung der norddeutschen Malerei vom späten 19. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit und präsentiert detailreiche Ansichten Hamburgs genauso wie herrliche Landschaftsbilder von Nord- und Ostsee.

Von einem der führenden Vertreter des norddeutschen Impressionismus, Ernst Eitner, kommen zwei Werke zum Aufruf: Zum einen die 1897 entstandene Ansicht von Billwerder (der Maler war zwei Jahre zuvor mit seiner frischangetrauten Frau Antonia dorthin gezogen), zum anderen das hier abgebildete Werk Sonnenuntergang über der Binnenalster von ca. 1910.

Den Abschluss der Auktion bilden fünf Arbeiten aus dem Bereich Skulptur. Eines der Highlights ist zugleich das mit dem höchsten Schätzpreis ausgestattete Los des Katalogs, Ernst Barlachs Der Geisterkämpfer, dessen Entwurf aus dem Jahr 1928 stammt. Den Auftrag für eine entsprechende Großplastik hatte Barlach von der Stadt Kiel erhalten, wo das Werk heute (wieder) vor der Nicolaikirche steht. Der vorliegende verkleinerte Bronzeabguss von 118,5 x 54 x 17 cm stammt spätestens aus den 1950/60er Jahren.
Die Auktion findet am 25. Februar ab 11 Uhr im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 20. bis 24. Februar möglich.
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