Bernard Palissy wurde 1510 im Südwesten Frankreichs geboren, wo er eine Ausbildung zum Glasmaler absolvierte. Noch vor seinem 20. Lebensjahr verließ er seine Heimat und begab sich auf eine Reise durch Europa. Anschließend ließ er sich in Saintes bei La Rochelle nieder und gründete seine eigene Werkstatt. Aufgrund seines wachsenden Erfolgs, ging er später nach Paris.
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Als typischer Künstler der Renaissance beschäftige sich Palissy in seiner Werkstatt nicht nur mit der Glasmalerei und der Keramikherstellung. Er war vielseitig interessiert, war Geologe, Chemiker und Alchemist.
Die Keramik wurde um 1540 zu seinem bevorzugten Arbeitsgebiet, als er ein Gefäß italienischer Herkunft aus weißem Ton sah. Palissys Forschergeist war geweckt. Statt zu versuchen, das Material lediglich zu kopieren, erfand er eine eigene, sehr helle Irdenware, die die Grundlage seiner außergewöhnlichen Teller und Platten wurde.
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Bernard Palissys bekannteste Arbeiten sind jene Teller, auf denen er Seen und Teiche, inklusive Flora und Fauna, plastisch darstellte. Für die dreidimensionale Darstellung der Tier- und Pflanzenwelt begab sich Palissy in die Natur. Er fing Schlangen, Eidechsen, Frösche und Insekten und bewahrte sie lebend in Gläsern in seiner Werkstatt auf.

Benötigte er eines der bedauernswerten Geschöpfe für seine Arbeit, tauchte er es zunächst in Essig oder Urin, um es zu töten. Danach rieb er es mit einer fettigen Substanz ein. Anschließend begann die eigentliche Arbeit. Palissy überzog das Tier nun mit Ton und stellte ein lebensechtes Modell her. Nachdem es ausgehärtet war, entfernte er das Tier und füllte den Hohlraum mit Ton aus. Die Figuren wurden nun so auf einem Teller oder einer Platte arrangiert und bemalt, dass sie eine Art Diorama ergaben, das wie ein Teich aussah. Um den Wassereffekt zu verstärken, kam abschließend eine glänzende Glasur zum Einsatz.
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Die Platten und Teller, die eher zur Dekoration denn zur Präsentation von Speisen dienten, hatten schon bald Fans in höchsten Kreisen. Eine seiner Auftraggeber war die französische Königin Katharina von Medici, für die er eine Grotte in den Gärten des Tuilerien-Schlosses in Paris anlegte.
Doch diese einflussreiche Klientel nützte Bernard Palissy gar nicht, als er wegen seines protestantischen Glaubens in die berüchtigte Bastille in Paris gesperrt wurde, wo er 1589 oder 1590 starb.


