Stig Lindberg, Marianne Westman und Arthur Percy zählen zu den großen Porzellan-Meistern des 20. Jahrhunderts. Ihre bekanntesten Service sind begehrte Auktionsobjekte und haben interessante Geschichten zu erzählen. Hier sind acht Fakten, die Sie über die begehrten Sammlerstücke vielleicht noch nicht wussten.
1. Stig Lindberg hat das Dekor des Services Berså nicht selbst entworfen

Das Service Berså von Stig Lindberg ist eines der beliebtesten unter den beliebtesten schwedischen Designs des 20. Jahrhunderts. Tatsächlich handelt es sich bei dem Dekor jedoch um eine Schöpfung von Lindbergs Assistentin in der Porzellanmanufaktur Gustavsberg, Krister Karlmark. Doch wie damals üblich, wurde die Kollektion unter dem Namen des Meisters lanciert. Das Dekor stammt aus den Jahr 1960 und die Serie wurde bis 1974 produziert. Im Laufe der Zeit wurden das Service und sein Dekor so unzertrennbar, dass das gesamte Service heute unter dem Namen Berså bekannt ist.
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2. Das Service Blå Eld wurde nach einem Farbcode entworfen

Das als Blå Eld bekannte Service wurde 1949 von Hertha Bengtsson entworfen. Die Idee dahinter war, dass alle Teile, von denen man isst, weiß gehalten, während alle anderen (Schüsseln, Krüge, Platten) blau gefärbt wurden. Es gab auch Variationen mit den Farben Grau, Grün und Rot, die jedoch in geringerem Umfang hergestellt wurden.
3. Die meisten Teile des Services Prunus sind beschädigt

Prunus, Adam, Eva und Spisa Ribb sind vier weitere Serien von Stig Lindberg, die auch heute noch sehr beliebt sind. Obwohl sie sich zu ihrer Zeit nicht so gut verkauften wie Berså, werden sie heute von Sammlern bevorzugt. Dass die Erstauflagen von Prunus-Teilen so begehrt sind, liegt daran, dass sich die Glasur als sehr empfindlich gegenüber Geschirrspülmitteln erwiesen hat. Daher ist ist äußerst schwierig, mit einem einwandfreien Prunus-Service den Tisch zu decken.
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4. Das Muster des Services Adam ist absichtlich unregelmäßig

Bei der Kreation des Services Adam hatte Stig Lindberg eine ganz bestimmte Idee vor Augen. Viele glauben, dass die Abnutzungsspuren, die an den blauen Punkten der Serie auftreten, der Zeit oder aggressiven Spülmitteln geschuldet sind. Tatsächlich sind die Teile jedoch sehr widerstandsfähig gegenüber derartige Mittel und heißem Wasser. Lindberg ließ die kobaltblaue Farbe so auftragen, dass die Punkte leicht zerfließen und unregelmäßige Muster bilden. Dadurch ist jedes Serviceteil einzigartig. Nachdem es zunächst von 1959 bis 1974 hergestellt wurde, wurde die Produktion des Services Adam seit 2005 wieder aufgenommen.
5. Spisa Ribb und Terma wurden so entworfen, dass sie miteinander kombinierbar sind

Die Serie Spisa Ribb wurde von Stig Lindberg 1955 für die Ausstellung „H55“ in Helsingborg entworfen. Was viele nicht wissen ist, dass er gleichzeitig mit diesem ikonischen Service mit braungestreiften Bordüren die Serie Terma aus dickem, braunen Steinzeug präsentierte. Seine Idee war, dass man die Teile der beiden Serien miteinander kombinieren könnte.
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6. Marianne Westman verdankt ihre Karriere einer Teeblume

Nach ihrem Keramikstudium erhielt Marianne Westman einen Arbeitsplatz beim Porzellanhersteller Rörstrand angeboten. Sie zögerte jedoch, da ihr eigentlich die Eröffnung eines eigenen Ladens in ihrer Heimatstadt Falun vorschwebte. Letztendlich sagte sie zu, war in der Anfangszeit, in der ihre Ideen oft in Frage gestellt oder abgelehnt wurde, eher unglücklich mit dieser Entscheidung. Dann jedoch nahm ihre Karriere 1952 mit der Serie Mon Amie an Fahrt auf. Die Idee zu dem floralen Motiv kam ihr an einem verregneten Sommertag. Die kobaltblauen Blüten, die sie entwarf waren in Wahrheit jedoch die weißen Blüten des Labrador-Tees, die sie inspiriert hatten. Anlässlich des 80. Geburtstags von Westman im Jahr 2008, kehrte das Porzellanservice in die Regale von Geschäften und Haushalten zurück.
7. Die Serie Picknick war für den Hersteller Rörstrand ein preiswerter Erfolg

Ein weiterer Favorit unter den Entwürfen Marianne Westmans ist die Serie Picknick, die sie 1956 für Rörstrand entwarf. Das Service umfasst rund 50 Teile, vom Krug und Eierbecher bis hin zur Butterdose und Teekanne. Die sanft abgerundete Form trägt ein von Flora und Fauna inspiriertes Dekor. Die Motive wurden in den Ton geätzt, um den Malern das Auftragen der Farbe zu erleichtern – ein Verfahren, durch das Rörstrand viel Geld einsparte. Auf Funktionalität ausgelegt, wurde Picknick schnell zum Erfolg, gewann Auszeichnungen und wurde sogar nach Übersee exportiert. Hergestellt wurde die Serie bis 1969.
8. Das Motiv des Service Lillemor stammt gar nicht vom großen Arthur Percy

Bis heute gilt das Dekor der 1950 lancierten Serie Lillemor als Kreation von Arthur Percy, dem damaligen künstlerischen Leiter der Manufaktur Gefle. Tatsächlich darf sich jedoch ein anderer Keramiker die Erfindung auf die Fahnen schreiben. Lillemor Mannerheim gab später an, eine entsprechende Zeichnung gemacht zu haben zu haben, kurz nachdem angefangen hatte, unter der Leitung von Percy in der Porzellanmanufaktur zu arbeiten.








