Die zunehmende Demokratisierung der westlichen Welt machte sich auch auf dem Gebiet des Designs bemerkbar, sodass sich im 20. Jahrhundert die unterschiedlichsten Strömungen der Form- und Designsprache entwickeln konnten. Diesem Phänomen widmet das Münchener Auktionshaus Quittenbaum am 8. Dezember um 15 Uhr unter dem Titel "Schools of Design" die erste seiner vier Dezember-Auktionen, die uns auf eine Reise vom naturalistischen Jugendstil über das schnörkellose Bauhaus bis hin zu Ron Arads coolem Industriedesign mitnimmt.

Vom vielfältigen Jugendstil-Meister Henry van de Velde kommt die rare Tischleuchte F-2 aus Bronze, Kupferblech und Glas zum Aufruf. Auf den perfekten Platz dafür kann man ebenfalls mitbieten: Ein dreibeiniger Korbtisch Van de Veldes aus dem Jahr 1905.

Im 20. Jahrhundert verhalf eine Reihe genialer Glaskünstler der venezianischen Glasbläserinsel Murano zu einer neuen Blütezeit und ihre Vintage-Kreationen sind bei Sammlern heute hoch begehrt. Einer von ihnen war Alessandro Pianon, der für die Glasmanufaktur Vistosi die fünfteilige Serie Pulcino ("Küken") schuf, die in dieser Auktion vollständig in einzellosen angeboten wird.

Die Möbel und "Möbelskulpturen" von Pianons Landsmann Mauro Mori vereinen modernes Design mit einer archaischen Formsprache, die als Mittler zwischen Mensch und Natur betrachtet werden kann. Ein perfektes Beispiel dafür ist Moris fast drei Meter hohes Skulpturenpaar Femme et Homme, das er in den 1990er Jahren aus Albiziaholz schuf.
Der 9. Dezember ist bei Quittenbaum voll und ganz dem Thema Schmuck gewidmet. Zunächst mit der Offerte "Autorenschmuck", die ab 15 Uhr zum Aufruf kommt.

Blicken wir auch hier zunächst nach Italien, wo sich Goldschmiedin Annamaria Zanella für ihre Arbeiten von der Arte Povera inspirieren lässt. Zanella zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen der zeitgenössischen Schmuckszene.

Ein Schwerpunkt der Auktion liegt jedoch auf den Arbeiten deutscher Goldschmiede, darunter Jörg Peter Haut, von dem ein wunderschönes perlenbesetztes Gelbgold-Set mit Halsschmuck und Armreif aus dem Jahr 1970 zum Aufruf kommt.

Besonders gut vertreten ist jedoch der Duisburger Gold- und Silberschmied Claus Pohl. Aus einer Privatsammlung sind 18 seiner Arbeiten zu der Offerte dazugestoßen, darunter diese Brosche aus dem Jahr 1996, für die er eine antike Silberfigur zu neuem Leben erweckt hat.

Um 16 Uhr geht es funkelnd weiter mit dem Katalog "Schmuck und Pretiosen", der hochwertige und mit Edelsteinen besetzte Stücke aus den vergangenen 100 Jahren offeriert. Zu den frühesten Stücken gehört dann auch eine elegante Abendtasche, die bei Louis Kuppenheim in Pforzheim aus unzähligen Gelbgoldringen zusammengefügt wurde.

Auf international begehrte Marken sind in der Auktion vertreten, darunter Cartier, Tiffany und Van Cleef & Arpels. In der Niederlassung von Van Cleef & Arpels in Den Haag wurde in den 1940er Jahren dieser mit Brillanten besetzte Pelzclip aus Weiß- und Gelbgold angefertigt.

Ein weiteres Highlight ist diese gelbgoldene Brosche in Form einer stilisierten Blüte, die mit sieben Saphiren und einem hochwertigen Brillanten von ca. 1,1 ct besetzt ist.

In der abschließenden Auktion mit Moderner Kunst, die am 10. Dezember um 15 Uhr stattfindet, hat Quittenbaum erneut Pop Art und Neo Pop Art in den Mittelpunkt gerückt. Da darf Pop Art-Papst Andy Warhol natürlich nicht fehlen, der mit 46 Arbeiten vertreten ist, die von frühen Schuh-Zeichnungen aus den 1950er Jahren bis zu bekannten Motiven wie Flowers oder Joseph Beuys.

Star einer neuen New Yorker Pop Art-Szene in den 1980er Jahren war Keith Haring. Von Haring kommt unter anderem die Zeichnung Viper within zum Aufruf, die er 1987 auf einem Bierdeckel der Düsseldorfer Brauerei Im Füchschen ausführte, signierte und dem Kunstberater Helge Achenbach widmete. Das außergewöhnliche und persönliche Werk stammt aus dessen Sammlung.

Wie Andy Warhol verwendete auch der britisch-amerikanische Künstler Russell Young Fotos berühmter Persönlichkeiten für seine Arbeiten. 2007 begann er Diamantstaub zu verwenden, der auch bei Marilyn Crying (persian rose) zum Einsatz kam. Grundlage für das Werk war ein Foto von Marilyn Monroe, das nach deren Scheidung von Baseball-Legende Joe DiMaggio entstanden war.
Die Versteigerungen finden im Auktionshaus Quittenbaum, Theresienstraße 60, in München statt. Die Ausstellung zur Auktion kann dort ab dem 3. Dezember besucht werden.
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