Blick auf Gemälde aus fünf Jahrhunderten bei Lempertz

Entdecken Sie im März bei Lempertz Gemälde bekannter und unbekannter Meister aus fünf Jahrhunderten. Freuen Sie sich auf Madonnen der Renaissance, bäuerliche Genreszenen und impressionistische Landschaften.

Künstler des 19. Jahrhunderts, Odaliske auf Leopardenfell vor weiter Landschaft, Öl/Lwd., undeutlich signiert | Foto: Lempertz
Künstler des 19. Jahrhunderts, Odaliske auf Leopardenfell vor weiter Landschaft, Öl/Lwd., undeutlich signiert | Foto: Lempertz

Am 20. März versteigert das Kölner Auktionshaus Lempertz Gemälde des 15.-19. Jahrhunderts. Der Katalog umfasst insgesamt 216 Lose. Einige Highlights daraus möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

Italienischer Meister wohl des frühen 16. Jahrhunderts, Madonna mit Kind in einer Landschaft, Öl/Holz | Foto: Lempertz
Italienischer Meister wohl des frühen 16. Jahrhunderts, Madonna mit Kind in einer Landschaft, Öl/Holz | Foto: Lempertz

Eines der ältesten Gemälde der Auktion stammt von einem italienischen Meister des frühen 16. Jahrhunderts. Dargestellt ist die Jungfrau Maria mit dem Christusknaben in einer Landschaft. Bei dem abgebildeten Vogel könnte es sich um einen Distelfink handeln. Distelfinken symbolisieren in der christlichen Ikonographie die Dornenkrone der Passionsgeschichte.

Französische Schule des 17. Jahrhunderts, Wohl Portrait von Marie Casimire Louise de la Grange d’Arquien, spätere Königin von Polen, Öl/Lwd. | Foto: Lempertz
Französische Schule des 17. Jahrhunderts, Wohl Portrait von Marie Casimire Louise de la Grange d’Arquien, spätere Königin von Polen, Öl/Lwd. | Foto: Lempertz

Ein ebenfalls unbekannter Maler aus Frankreich bannte im späten 17. Jahrhundert diese junge Dame auf Leinwand. Möglicherweise handelt es sich bei der Dargestellten um Marie Casimire Louise de La Grange d'Arquien, die an der Seite Johann III. Sobieskis 1674 Königin von Polen wurde.

Englische Schule des 19. Jahrhunderts, Ansicht von Köln, Öl/Lwd. | Foto: Lempertz
Englische Schule des 19. Jahrhunderts, Ansicht von Köln, Öl/Lwd. | Foto: Lempertz

Nach Vertretern der italienischen und der französischen Schule kommen wir nun zum einem der englischen Schule, dessen Malweise darauf schließen lässt, dass er William Turner nahestand. Als Motiv wählte er das linke Rheinufer in Köln vom Fluss aus gesehen. Die dargestellte Architektur deutet auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts als Entstehungszeitraum hin.

Hermann Plathner (1831 Gronau/Leine - 1902 Düsseldorf), Öl/Lwd., signiert und datiert, 1869 | Foto: Lempertz
Hermann Plathner (1831 Gronau/Leine - 1902 Düsseldorf), Öl/Lwd., signiert und datiert, 1869 | Foto: Lempertz

Mit Hermann Plathner und Johann Georg Meyer von Bremen haben wir nun zwei Vertreter der Düsseldorfer Schule vor uns, die sich der Genremalerei verschrieben hatten. Plathner war für seine volkstümlichen Motive bekannt, die oft für ihre besonders stimmungsvolle Ausführung gelobt wurden.

Johann Georg Meyer von Bremen (1813 Bremen - 1886 Berlin), Junge Frau an einem Felsen, Öl/Lwd., signiert und datiert, 1875 | Foto: Lempertz
Johann Georg Meyer von Bremen (1813 Bremen - 1886 Berlin), Junge Frau an einem Felsen, Öl/Lwd., signiert und datiert, 1875 | Foto: Lempertz

Meyer von Bremen wählte meist Kinder und junge Frauen als Motiv, wie auch im vorliegenden Werk, in dem ein Mädchen erkennen muss, dass ihr Liebster mit einer anderen angebändelt hat.

Künstler des 19. Jahrhunderts, Odaliske auf Leopardenfell vor weiter Landschaft, Öl/Lwd., undeutlich signiert | Foto: Lempertz
Künstler des 19. Jahrhunderts, Odaliske auf Leopardenfell vor weiter Landschaft, Öl/Lwd., undeutlich signiert | Foto: Lempertz

Mit der Darstellung einer Odaliske auf Leopardenfell vor weiter Landschaft hat ein Maler des 19. Jahrhunderts, dessen Signatur auf dem Gemälde nut teilweise erhalten ist, seiner Fantasie um die geheimnisumwitterten Harems des Orients freien Lauf gelassen und mit einer interessanten Licht-Schatten-Wirkung in Szene gesetzt. Die Frisur jungen Frau deutet auf die frühen 1880er Jahre als Entstehungszeitraum hin.

Franz Aleksejewitsch Roubaud (1856 Odessa - 1928 München), Tscherkessischer Reiter, Öl/Lwd., signiert | Foto: Lempertz
Franz Aleksejewitsch Roubaud (1856 Odessa - 1928 München), Tscherkessischer Reiter, Öl/Lwd., signiert | Foto: Lempertz

Der ukrainische Maler Franz Aleksejewitsch Roubaud musste sich nicht seiner Fantasie bedienen, er fand seine Motive auf seinen Reisen durch Kaukasien, wo ihn besonders die stolzen Reiter in ihrer traditioneller Kleidung begeisterten.

Friedrich Kallmorgen (1856 Altona - 1924 Grötzingen), Holländisches Bauernhaus, Öl/Lwd., signiert | Foto: Lempertz
Friedrich Kallmorgen (1856 Altona - 1924 Grötzingen), Holländisches Bauernhaus, Öl/Lwd., signiert | Foto: Lempertz

Holländisches Bauernhaus heißt das vorliegende Gemälde Friedrich Kallmorgens, das dieser vermutlich auf einer seiner vielen Reisen in den 1890er Jahren gemalt. Trotz des Titels zieht hier jedoch nicht das Bauernhaus den Blick des Betrachters in den Bann, sondern die starke Perspektive der Bildmitte, auf die das Haus, der Wagen und die Bäume ausgerichtet sind.

Enrique Swinburn Kirk (1859 Santiago de Chile 1929), Landschaft in Zentralchile, Öl/Karton, signiert | Foto: Lempertz
Enrique Swinburn Kirk (1859 Santiago de Chile 1929), Landschaft in Zentralchile, Öl/Karton, signiert | Foto: Lempertz

Mit Enrique Swinburn Kirk ist einer der bedeutendsten Maler der chilenischen Romantik in der Auktion vertreten. Swinburn malte die Landschaften seines Heimatlandes in realistischer aber dennoch poetischer Weise.

Max Stern (1872 Düsseldorf 1943), Altes Paar auf einer Bank, Öl/Lwd., signiert | Foto: Lempertz
Max Stern (1872 Düsseldorf 1943), Altes Paar auf einer Bank, Öl/Lwd., signiert | Foto: Lempertz

Mit Max Stern haben wir noch einmal einen Vertreter der Düsseldorfer Schule vor uns, der sich im Laufe seiner Karriere jedoch immer stärker dem Impressionismus zuwandte. Seine Lieblingsmotive waren gänzlich gegensätzlich, malte er doch gleichermaßen das mondäne Leben in den Städten als auch den Alltag armer Bauern. Altes Paar auf einer Bank könnte beides vereinen, indem es ein erschöpftes Paar vom Land vor der quirligen Kulisse eines Markttages wiedergibt.

Die Auktion "Gemälde des 15.-19. Jahrhunderts findet am 20. März um 14:30 Uhr im Auktionshaus Lempertz in Köln statt. Dort kann auch die Ausstellung zur Auktion vom 14.-19. März täglich (außer am Sonntag) besucht werden.

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