Europäische Malerei sowie Kunsthandwerk und Antiquitäten versteigert das Bamberger Auktionshaus Schlosser in seiner Sommerauktion am 24. und 25. Juli. Der mit mehr als 1000 Losen bestückte Katalog umfasst mittelalterliche und barocke Kunstwerke genauso wie moderne Arbeiten.

Bereits das erste Los, das am 24. Juli um 15 Uhr zum Aufruf kommt, zählt zu den Highlights der Offerte: Eine Ansicht von Venedig mit Blick auf den Canal Grande und der Rialto-Brücke, die dem venezianischen Barockmaler Francesco Guardi oder zumindest einem seiner Nachfolger zugeschrieben wird.

Mit Giovanni Antonio Pellegrini ist ein weiterer venezianischer Maler in der Auktion vertreten, der sich jedoch nicht wie Guardi auf die Veduten-, sondern die Historienmalerei spezialisiert hatte. Das vorliegende Gemälde Venus und Amor mit Tauben wird ihm zugeschrieben.

Dass nicht nur Alexander Koester in der Lage war Enten zu malen, beweist das Gemälde Entenfamilie am Teichufer im Schilf, das der Tiermaler Carl Jutz der Ältere 1870 auf die Leinwand gezaubert hat. Die Darstellung gefiederter Erdenbürger war Jutz' bevorzugtes Sujet.
Nach Gemälden Alter Meiste rund des 19. Jahrhunderts wird es mit der Kategorie "Plastik" nun moderner. Hier kommt eine bronzene Umsetzung von Salvador Dalís Die Beständigkeit der Erinnerung als eines der Highlights zum Aufruf, mit der der Künstler in seinem Spätwerk sein berühmtes Gemälde von 1931 unter dem Titel Le Profil du temps aufgegriffen hatte.

Ebenfalls hervorzuheben ist eine Arbeit des brasilianischen Künstlers Romero Britto. Britto ist für seine farbenfrohen Skulpturen bekannt, für die er die Pop Art mit Elementen des Kubismus und der Graffiti-Kunst kombiniert.

Doch ist nicht nur Plastik mit rein künstlerischem Aspekt Teil der Offerte, sondern auch Plastik mit Funktion. Dazu zählt ein Paar klassizistischer Girandolen, der vergoldete Leuchterarme von vollplastischen Frauenfiguren im antiken Gewand empor gehalten werden. Eine ähnliche Aufgabe kommt der ebenfalls vollplastischen Frauenfigur zu, die das einzelne Bein eines polychrom bemalten Tischchens bildet, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Venedig ausgeführt wurde.

Weitere Highlights unter den antiken Möbeln führen zu der eingangs gestellten Frage: Bureau oder Bauernschrank? Ein dreiteiliges Zylinderbureau aus auf Nadelholz furniertem Mahagoni wurde um 1785 vermutlich in Mainz ausgeführt und atmet bereits den Geist des Klassizismus, der damals seinen Siegeszug antrat. Rund 40 Jahre jünger ist ein bemalter Bauernschrank aus Appenzell mit allegorischen Darstellungen der vier Jahreszeiten. Im Gegensatz zum Möbelgeschmack des Adels und des Bürgertums blieb der bäuerliche Möbelstil auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Formen des Barock und der Verspieltheit des Rokoko treu.

Nicht die vier Jahreszeiten, sondern die vier Elemente sind das Thema dieser Meissner Prunkuhr aus dem 20. Jahrhundert, die ganz im Stil des Rokoko geschaffen wurde. Die Jahreszeiten sind in Gestalt von Putti wiedergegeben, die von den jeweiligen tierischen Attributen begleitet werden: Vogel (Luft), Drache (Feuer), Dachs (Erde) und Delfin (Wasser).
Vom Meister der Glaskunst Émile Gallé kommt eine schöne Cameo-Vase von ca. 1920 zum Aufruf, deren Dekor mit den Früchten und Blättern eines Brombeerbuschs durch seine besonders naturalistische Gestaltung ins Auge sticht.

Ein Dekor aus Blättern und Früchten verwendete der Leipziger Meister Johann Paul Schmidt um 1690 auch zur Verzierung eines Deckelhumpens aus Silber, der noch Reste einer Teilvergoldung aufweist. Das Dekor rahmt vier umlaufend auf dem Korpus ausgeführte Medaillons mit dem Brustbild Kaiser Leopolds I. ein.
Die Versteigerungen finden am 24. Juli (ab 15 Uhr) und 25. Juli (ab 11 Uhr) im Kunstauktionshaus Schlosser in der Karolinenstraße 11 in Bamberg statt. Die Möglichkeit einer Vorbesichtigung der angebotenen Stücke besteht dort vom 18.-23. Juli.
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