Carl Moser wurde im Januar 1873 in eine in Bozen ansässige Gerberfamilie hineingeboren, der schon so mancher autodidaktische Künstler entsprungen war. Darunter auch Carls Vater, der sich als Landschaftsmaler betätigte. Eigentlich sollte Carl den Familienbetrieb übernehmen, weshalb er eine zweijährige kaufmännische Ausbildung in Dresden absolvierte. Der bedeutende österreichische Maler Franz von Defregger, ein Freund seines Vaters, erkannte jedoch das künstlerische Talent des jungen Mannes und regte dessen Ausbildung zum Maler an.

Von 1896 bis 1901 studierte Carl Moser an der Akademie in München, 1906/07 lebte er nach einer Reise durch Deutschland, Italien und Frankreich in Paris, wo er Kurse an der Académie Julian belegte. In Paris begann er sich für den damals beliebten japanischen Holzschnitt zu interessieren und übernahm diesen für sein eigenes Œuvre. Moser erschuf eine Synthese zwischen japanischer und europäischer Kunst. Seine Motive fand er in der Bretagne, wo er seine Sommer verbrachte, sowie in seiner Südtiroler Heimat, wohin er 1907 zurückkehrte.

In den Folgejahren hatte Carl Moser einigen Erfolg mit seinen Arbeiten, die auch in Wien ausgestellt wurden. Ab 1919, als Südtirol Teil Italiens wurde, stellte Moser seine Arbeiten noch in verschiedenen italienischen Galerien und auf der Biennale von Venedig aus. Er geriet jedoch zunehmend in Vergessenheit und starb 1939 in seiner Heimatstadt Bozen.
Im Auktionshaus Eppli kommen am 22. Februar zwei Holzschnitte mit den Portraits zweier Mädchen zum Aufruf, die jeweils an einem der Inspirationsorte Mosers entstanden: Tirol und die Bretagne. Die Auktion, die um 10 Uhr in der Eppli Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen stattfindet, umfasst ein vielfältiges Angebot aus Kunst, Schmuck und Kunstgewerbe in 359 Losen.

Stark vertreten sind Tischuhren unterschiedlicher Herkunft aus dem 18. und 19. Jahrhundert, darunter zwei französische Kaminuhren mit Cloisonné-Emaille. Während es sich bei einer um ein astronomisches Exemplar handelt, weist die andere, orientalisch gestaltete Uhr, mit einem auf ihrem Pendel abgebildeten Dreimaster ein interessantes Detail auf.
Ebenfalls gut vertreten sind geschnitzte und vergoldete Engel, darunter ein Paar schwebende Putten aus dem Bayern oder Franken des späten 18. Jahrhunderts. Einer der Engel hält eine Schwertlilie, der andere ein Zepter mit dem Auge der Vorsehung - beides Attribute Mariens. Gemeinsam halten sie die Marienkrone in die Höhe. Die Figuren waren ursprünglich Teil einer Heiligengruppe der Krönung Marias nach Ihrer Himmelfahrt.

Angeführt wird die Offerte am 22. Februar von einem Stück aus der Kategorie Schmuck. Das Weißgoldarmband ist mit sieben Diamanten im Prinzessschliff besetzt, die wiederum von kleinen Brillanten umgeben sind. Ein Highlight der Porzellanofferte ist ein umfangreiches Meissner Service 1. Wahl mit dem klassischen blauen Zwiebelmuster. Die insgesamt 179 Teile stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Auch in der Auktion "Luxus aus Privatbesitz", die bereits am 8. Februar bei Eppli im Königsbau stattfindet, kommt hochwertiges Porzellan zum Aufruf. Dabei handelt es sich um Teile des limitierten und mittlerweile ausverkauften Speiseservices Toucans von Hermès.

Die Auktion umfasst wie gewohnt modische Accessoires begehrter Marken. Auf Schwarz und Gold setzten beispielsweise der Shopper Beatrice von Dolce & Gabbana sowie die klassische Umhängetasche Monogram Kate with Tassle von Yves Saint Laurent.

Zartere Töne schlagen hingegen Chanel und Gucci an. Während das französische Luxuslabel bei einer Bowling-Bag nudefarbendes Leder bevorzugt, kam bei der italienischen Konkurrenz für die Tote GG Marmont Mini weißes Glattleder zum Einsatz.
Die Auktion am 8. Februar beginnt um 15 Uhr. Am 22. Februar darf bereits ab 10 Uhr mitgeboten werden.

