Im Herbst 1958 war das Kinopublikum in Deutschland und Österreich mehr als schockiert: Die 20-jährige Romy Schneider, die als liebliche Kaiserin in der Sissi-Trilogie Millionen Herzen gerührt hatte, kehrte ihrer Heimat den Rücken und zog nach Paris – zu einem Mann namens Alain Delon.
Romy und Alain hatten sich früher in jenem Jahr bei den Dreharbeiten zu dem Film Christine kennengelernt, in dem sie ein Liebespaar spielten – eine Beziehung, die sie schon bald darauf auch im wahren Leben führen sollten. Romy war dank der Sissi-Filme ein internationaler Filmstar, während Alain sich einen Namen als Schauspieler erst noch machen musste. Nach Abschluss der Arbeit gab es dann die große Überraschung: Romy zog zu Alain nach Paris. Sie hatte genug vom ihrem süßlichen Prinzessinnen-Image und wollte endlich als ernsthafte Schauspielerin Anerkennung finden. In Paris waren die alten Rollen vertauscht: während Alain Delons Karriere gehörig an Fahrt aufnahm, musste Romy Schneider wieder von vorne anfangen. Doch ihr Mut zahlte sich aus, wurde sie in den 1970er Jahren doch zu einer der beliebtesten und gefeiertsten Schauspielerinnen Frankreichs.

Ihrer in den Medien viel diskutierten und kommentierten Beziehung zu Alain Delon war hingegen kein Erfolg gegönnt, auch wenn es erst so aussah, denn 1959 feierten sie Verlobung. Als Verlobungsring für Romy wählte Alain keinen auffälligen Diamantring, sondern ein Modell, das er selber schätzte und am kleinen Finger trug: Cartiers Trinity-Ring. Den Gang zum Traualtar traten die beiden jedoch nie an. Als Romy 1963 von Dreharbeiten in den Vereinigten Staaten nach Paris zurückkehrte, war Alain fort – er soll ihr nur eine Notiz hinerlassen haben, mit der er ihr das Herz brach. Kurz darauf heiratete er eine andere. Romy und Alain verloren sich nie ganz aus den Augen und drehten noch zwei Filme zusammen, Der Swimmingpool (1969) und Das Mädchen und der Mörder (1972). Als Romy Schneider 1982 im Alter von nur 43 Jahren starb, war Delon sehr erschüttert und beteiligte sich an der Organisation der Beerdigung.
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Die unglückliche Liebesgeschichte von Romy Schneider und Alain Delon hatte erheblichen Einfluss auf die heutige Wahrnehmung des Trinity-Rings, weshalb dieser häufig von Partnern gewählt wird, die sich zueinander bekennen möchten, ohne dem konkreten Wunsch nach Verlobung und Ehe Ausdruck zu verleihen. Diese Art der Betrachtung hat dem Trinity-Ring gewissermaßen das Image eines „Anti-Verlobungsringes“ eingebracht – ein Image, das Cartier für die Vermarktung gewiss nicht im Sinn hatte, das aber dennoch mit der eigentlichen Symbolik des Rings in Einklang gebracht werden kann.
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Als Romy Schneider und Alain sich verlobten, war der Trinity-Ring bereits 35 Jahre alt. Cartier hatte ihn 1924 als etwas völlig Neues auf den Markt gebracht. Hatte der Fokus bei Ringen bislang auf den Edelsteinen, die sie zieren, gelegen, verzichtete der revolutionäre Trinity-Ring, der obendrein für Frauen und Männer gleichermaßen gedacht war, gänzlich auf funkelnde Ergänzungen und bestand ausschließlich aus drei ineinander verschlungenen, beweglichen Ringschienen aus Roségold, Gelbgold und Weißgold, die Liebe, Treue und Freundschaft symbolisieren.
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Die erste Klientel, die auf den Ring aufmerksam wurde, war die Pariser Avantgarde. Diese schätzte ihn aufgrund seines neuartigen, verspielten Designs, das modern, zurückhaltend und dennoch luxuriös war und dadurch sehr intellektuell erschien. Einer der frühesten berühmten Fans des Rings war Jean Cocteau, der gleich zwei Exemplare am kleinen Finger zu tragen pflegte. Weitere große Namen, die im Laufe der Zeit als stolze Besitzer eines Trinity-Rings in Erscheinung traten, sind Cary Cooper, Grace Kelly, Prinzessin Diana, deren Schwiegertochter Prinzessin Catherine sowie jüngst Kylie Jenner.
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Der Trinity-Ring kann von Cartier definitiv als Erfolgsgeschichte verbucht werden, wird er doch mittlerweile seit über 100 Jahren ununterbrochen hergestellt. Bereits im Jahr 1925 gesellte sich ein entsprechender Armreif hinzu und im Laufe der Jahrzehnte folgten Colliers, Anhänger und Ohrringe. Während das Trio aus Rosé-, Gelb- und Weißgold selbstverständlich unangetastet blieb, fügte Cartier immer wieder Designoptionen hinzu, wie etwa Exemplare mit breiteren Reifen, schwarzen "Panthère-Flecken" oder – ganz aktuell – in eckiger Form. Und wer auf Diamanten partout nicht verzichten möchte, kann entsprechende Varianten erwerben.
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Während der klassische Trinity-Ring frisch aus den Juwelierstudios von Cartier heute über 2.000 Euro kostet, ist er auf dem Auktionsmarkt meist deutlich günstiger zu haben. Mit altersbedingten Tragespuren muss man dann zwar rechnen, doch sind diese Zeugnisse der Reise des Rings, die dessen Symbolik aus Liebe, Treue und Freundschaft mit einer individuellen Geschichte ergänzen.







