Als feste Größe im Kleiderschrank einer Frau, ist die Handtasche seit langem ein funktionales Accessoires und seit neuestem auch ein echtes Sammlerstück. Auch wenn das Konzept der Handtasche weit in die Vergangenheit zurückreicht, wurde sie erst im 19. Jahrhundert zu dem, was sie heute ist. Nachdem es bereits kleine Beutel gab, bestellte der britische Geschäftsmann Samuel Parkinson lederne Handtaschen, die seine Frau auf ihren Zugreisen begleiten sollten – eine Idee, die von wohlhabenden und adeligen Frauen in ganz Europa übernommen wurde, jedoch für die breite Bevölkerung als zu unpraktisch empfunden wurde.
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1955 erfand Coco Chanel mit der 2.55 die erste Handtasche, die nicht in der Hand, sondern über der Schulter getragen wurde. Ob mit langem oder kurzem Riemen, hat seitdem jeder Modedesigner Handtaschen in seinem persönlichen Stil geschaffen, von der Birkin Bag von Hermès bis zu den Flap Bags von Chanel. Auch wenn es bei einer Handtasche natürlich auch auf das Design und die Ästhetik ankommt, wurden viele von ihnen durch die Frau, die als erstes mit ihnen gesichtet wurde, populär. Berühmtheit hat im Laufe der Zeit des Öfteren für Trends gesorgt und Vintage-Handtaschen sind mittlerweile beliebte Investitionsobjekte auf dem Auktionsmarkt. Hier sind fünf sammelwürdige Taschen und die fünf Modeikonen, die ihnen zu Ruhm verholfen haben.
Jane Birkin und die Birkin Bag von Hermès
Die zweifellos begehrteste Handtasche, die Birkin Bag von Hermès, wurde 1984 während eines Fluges von Paris nach London erfunden, als Jean-Louis Dumas, damaliger Vorsitzender von Hermès, neben der britischen Schauspielerin Jane Birkin saß. Als sich Birkin über den mangelnden Chic bei funktionalen Reisetaschen beschwerte, beschloss Dumas, ein älteres Taschenmodell von Hermès aus schwarzem Leder neu zu erfinden und es in die Birkin umzubenennen. Die neue Handtasche erreichte schnell Kultstatus und verzeichnete eine hohe Nachfrage. Die Kundinnen mussten und müssen jedoch geduldig sein, da jede Birkin Bag von Hand in Frankreich angefertigt wird, wobei auf eine breite Palette an Materialien zurückgegriffen werden kann, von klassischem Leder bis zu exotischer Krokodilhaut, akzentuiert von einer eleganten metallenen Hardware.
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Aufgrund der hohen Handwerkskunst und der Exklusivität einer Bestellung (um eine Birkin Bag bestellen zu können, muss man wiederholter Kunde bei Hermès sein und eine gewisse Verbindung zu der Marke vorweisen können) sind die Taschen eine exzellente Investition. Nicht selten wechseln Birkin Bags auf dem Auktionsmarkt oder in Secondhandläden für das Doppelte ihres ursprünglichen Preises den Besitzer.

Und natürlich handelt es sich auch bei der teuersten Handtasche der Welt um eine Birkin Bag. Das Exemplar, eine Himalaya Birkin von 2016 aus weißem Krokodilleder mit diamantbesetzter Hardware aus Weißgold, wurde 2017 bei Christie’s in Hongkong für 324.820 Euro verkauft.
Prinzessin Diana und die Lady Dior von Dior
Die heute allgegenwärtigste Handtasche von Dior war ursprünglich ein noch unveröffentlichtes Modell, das die damalige First Lady Frankreichs, Bernadette Chirac, Prinzessin Diana, die 1995 für eine Cézanne-Ausstellung im Grand Palais nach Paris gereist war, als Geschenk überreichte. Die Handtasche aus schwarzem Leder wurde schon bald zu Dianas Lieblingsaccessoire und sie wurde mit ihr von Fotografen auf der ganzen Welt abgelichtet, sei es 1996 bei einem offiziellen Besuch in Buenos Aires oder wenig später bei der Met Gala in New York.
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Ursprünglich hatte das Haus Dior die Tasche Chouchou (frz. für „Liebling“) nennen wollen. Nachdem sie jedoch durch Diana an Popularität gewonnen hatte, erhielt sie zunächst den Spitznamen Princesse, um dann ganz offiziell den Namen Lady Dior zu erhalten. Das Design der Tasche war sowohl eine Hommage an Christian Dior höchstselbst, als auch an ihr französisches Erbe. Das Steppmuster erinnert an das Rohgeflecht jener Napoléon III-Stühle, auf denen die Gäste bei den Modeschauen in Christian Diors Haus in der Avenue Montaigne Platz nahmen. Die metallenen Buchstaben, die vom Henkel der Tasche baumeln und das Wort DIOR ergeben, erinnern an die Glücksbringer, die Christian Dior, der sehr abergläubisch war, oft mit sich trug.

Bis heute wurde die Lady Dior immer wieder neu aufgelegt, mit variierenden Stilen, Materialien, Farben und Größen. Vintage-Exemplare aus den 1990ern oder solche aus besonders exotischen Materialien erzielen auf dem Auktionsmarkt fünfstellige Summen.
Jackie Kennedy Onassis und die Jackie 1961 von Gucci
Als Frist Lady der Vereinigten Staaten von 1961 bis 1963, setzte Jackie Kennedy in Sachen Stil Maßstäbe in Amerika. Ihre ikonischen Outfits, von den maßgefertigten Looks von Oleg Cassini bis zu der Haute Couture europäischer Häuser wie Chanel und Valentino, wurden schnell von der amerikanischen Öffentlichkeit kopiert. Der „Jackie Look“ bestand vor allem aus Pillbox-Hüten, Kostümen, schulterfreien Roben, weißen Handschuhen und A-Linien-Kleidern. Nach der Ermordung John F. Kennedys im November 1963 zog Jackie nach New York City und heiratete schließlich 1968 den millionenschweren Reeder Aristoteles Onassis, woraufhin sie ihre Zeit zwischen den USA und Europa aufteilte. Nach Onassis’ Tod im Jahr 1975 kehrte sie schließlich dauerhaft in den Big Apple zurück. In den Jahren nach der Zeit im Weißen Haus entwickelte sich Jackies Stil zu einem einfacheren, jedoch noch immer eleganten Stil, der weite Hosen, fließende Röcke, simple T-Shirts, Rollkragen, flache Schuhe, Hermès-Schals und überdimensionierte Sonnenbrillen umfasste – und eine Handtasche von Gucci aus Leder und Canvas.
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Die luxuriöse Handtasche im Hobo-Stil wurde im Jahr 1961 als Modell G1244 eingeführt und 2020 von Guccis Creative Director Alessandro Michele als Jackie 1961 wiederbelebt. Die Neuauflage verfügt über die selbe Form wie das Original, jedoch in kleinerer Größe und bunten Farben. Der Umbenennung widerspiegelt die Bedeutung, die Jackies Stil hatte, über den Valentino sagte: „Nur wenige Frauen in der Geschichte haben die Fantasie so beflügelt wie sie.“

Grace Kelly und die Kelly Bag von Hermès
Von Grace Kelly erstmals 1954 am Set des Hitchcock-Films Über den Dächern von Nizza entdeckt, wird diese Tasche für immer mit der Schauspielerin assoziiert, die, nachdem sie Fürstin von Monaco geworden war, wiederholt mit ihr abgelichtet wurde. Die Kelly Bag war die Reinkarnation einer Hermès-Tasche von 1923, die 1934 als größere Reisetasche namens Sac à dépêches neu aufgelegt wurde. Die offizielle Umbenennung in Kelly Bag erfolgte erst 1977. So wie ihre berühmte jüngere Schwester, die Birkin Bag, besteht die Kelly Bag aus edlem Leder und metallener Hardware. Die Taschen unterscheiden sich dadurch, dass die trapezförmige Kelly Bag nur mit einem Henkel ausgestattet ist, dafür aber über einen Schulterriemen verfügt.
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Grace Kelly war eine der großen Modeikonen des 20. Jahrhunderts und die Kelly Bag entwickelte sich schnell zu einem begehrten Statussymbol für Frauen in Europa und Amerika. Bekanntermaßen nutzte die junge Fürstin von Monaco eine Kelly Bag, als sie 1957 zum ersten Mal schwanger war und ihren Bauch vor den Paparazzi verbergen wollte. Auch der Popularität der Kelly Bag aus Krokodilleder, die heute zu den teuersten Taschen von Hermès gehört, leistete Grace Kelly Vorschub.

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So wie die Birkin Bag verfügt auch die Kelly Bag über einen hohen Wiederverkaufswert, weshalb sie ein bedeutendes Sammlerstück darstellt. Modelle aus Krokodilleder erzielen auf dem Auktionsmarkt nicht selten Preise im sechsstelligen Bereich. Den höchsten erzielte 2018 eine Himalaya Kelly aus weißer Krokodilhaut mit Palladium-Hardware, die bei Christie’s für rund 182.000 Euro versteigert wurde. Trotz des hohen Renommees der Birkin Bag ist nach wie vor die Kelly Bag das am häufigsten verkaufte Handtaschenmodell von Hermès.
Audrey Hepburn und die Speedy von Louis Vuitton
Auch wenn Audrey Hepburn die Muse von Hubert de Givenchy war, der sie für Filme wie Frühstück bei Tiffany oder Sabrina einkleidete, stammte ihre liebste Handtasche aus dem Hause Louis Vuitton. Louis Vuitton war 1854 vom gleichnamigen Kofferhersteller gegründet worden, um die Pariser Elite, darunter auch Kaiserin Eugénie, die Frau Napoleons III., mit Reisegepäck zu versorgen. Das Ergebnis waren leichte, stapelbare Truhen und das erste diebstahlsichere Schloss. 1896 wurde das berühmte „LV“-Monogramm zum Patent angemeldet und im Laufe des 20. Jahrhundert das Angebot der Marke stetig erweitert, sodass neben Reisegepäck auch Handtaschen und Portemonnaies erstanden werden konnten.
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Eingeführt in den 1930er Jahren, war die erste Version von Hepburns Liebling eine Tasche mit Monogrammmuster von 30 cm Länge, die als Reisebegleiter gedacht war. Die Schauspielerin erstand 1959 eine kleinere Ausführung, die praktischer für den täglichen Gebrauch war. In Anlehnung an ihre Länge von 25 cm wurde die Tasche in Speedy 25 umgetauft. Die kleine Tasche wurde dank Audrey Hepburn zum ultimativen Louis Vuitton-Klassiker, dessen Ruhm bis heute anhält.

Louis Vuittons Kollaborationen mit Künstlern wie Takashi Murakami, Richard Prince oder Yayoi Kusama beinhalten immer limitierte Ausführungen der Speedy, die später auf dem Auktionsmarkt hohe Preise erzielen.
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