Sie ist 94 cm hoch und wiegt samt Sockel und Mandorla stolze 169 kg, wovon 10 kg auf die Vergoldung entfallen: Gestern wurde eine feuervergoldete Bronzefigur des Vajrabhairava im Stuttgarter Auktionshaus Nagel für 9,5 Millionen Euro (über 14 Millionen inkl. Aufgeld) versteigert.
Das Objekt war aus einer bedeutenden europäischen Privatsammlung eingeliefert worden und zog das Interesse von einem europäischen Museum sowie mehreren chinesischen Institutionen und Sammlern auf sich. Der Hammer fiel schließlich bei dem Gebot eines Sammlers aus Asien.
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Die begehrte Bronzefigur stellt die buddhistische Gottheit Vajrabhairava dar, eine Manifestation des Bodhisattva der Weisheit, Manjushri, die, ausgestattet mit dem Büffelkopf des Yama, acht weiteren Köpfen sowie 34 Armen und 16 Beinen, den Tod zu besiegen vermag.
Darstellungen des im Buddhismus beliebten Vajrabhairava gibt es viele, doch kaum eine so außergewöhnliche wie diese. Die chinesische Inschrift am Sockel enthält nämlich nicht nur das Jahr der Entstehung, sondern auch die Herkunft der detailreichen Figur: daming chenghua jiu nian shiyi yue chu er ri anxigong shi („Gestiftet vom Anxi-Palast, am zweiten Tag des elften Monats des neunten Jahres der Chenghua-Periode“), was dem 2. November 1473 entspricht. Vermutlich war es die Lieblingskonkubine von Kaiser Chenghua (1464-1487), die dem Ming-Herrscher dieses kostbare Geschenk machte.
Der erzielte Preis macht die Bronze zum teuersten Kunstobjekt, das jemals bei einer deutschen Auktion versteigert wurde. Diesen Titel hatte bis gestern Max Beckmanns Gemälde Die Ägypterin von 1942 inne, das 2018 bei Grisebach für 5,5 Millionen Euro (inkl. Aufgeld) versteigert worden war.
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Das Stuttgarter Auktionshaus Nagel ist eine weit über die Grenzen Deutschlands anerkannte Institution für den Verkauf von asiatischen Kunstschätzen. 2018 hatte es bei einer Versteigerung in Salzburg einen neuen Rekord für asiatische Kunst in Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum aufgestellt. Damals wechselte eine chinesische Qianlong-Drachenvase für 7,3 Millionen Euro den Besitzer.
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