Der 2. Juni 2021 war der Tag, an dem das Kopenhagener Auktionshaus Bruun Rasmussen das teuerste Objekt seiner Unternehmensgeschichte verkaufte. Während einer Auktion mit asiatischer Kunst entbrannte ein nervenaufreibendes Bietergefecht um eine chinesische Drachenschale aus dem 15. Jahrhundert, bis der Hammer schließlich bei 35,5 Millionen DKK (ca. 4,8 Millionen Euro) fiel.
Die Drachenschale stammt aus der bekannten Privatsammlung des Schweden Salomon Sörensen (1856-1937), der drei Jahrzehnte lang als Stadtarchitekt in Malmö gearbeitet hatte. Sörensen war ein leidenschaftlicher Sammler chinesischer und japansicher dekorativer Kunst und verfügte über umfassende Kenntnisse auf diesem Gebiet.
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"Wir waren uns dessen bewusst, dass die Schale einen guten Preis erzielen würde und dass das Interesse an ihr hoch sein würde. Wir waren uns bewusst, dass sie Sammler in aller Welt, nicht zuletzt in China, ansprechen würde. [...] Und obwohl ich zugeben muss, dass wir mit unserer Schätzung [200.000-300.000 DKK (ca. 27.000-40.000 Euro), Anm. d. Red.] ein wenig daneben lagen, kann man das Ergebnis an sich sicherlich nur als Erfolg bezeichnen", sagt Ralph Lexner, Leiter der Abteilung für asiatische Kunst und Antiquitäten bei Bruun Rasmussen.

Das Drachenmotiv findet in Asien seit Jahrhunderten Verwendung. Oft wird das Fabelwesen als Mischung verschiedener Tierarten dargestellt, beispielsweise mit einem Schlangenkörper mit Löwenkopf. In der chinesischen Mythologie wird der Drache mit Glück, Würde und Stärke in Verbindung gebracht, also Eigenschaften, die sich von der Vorstellung der westlichen Welt von Drachen als beängstigende, feuerspeiende Monster unterscheiden.
Die drei Klauen an jedem seiner Füße deuten darauf hin, dass der Drache auf der Rekordschale mit Würde assoziiert werden sollte. Kaiserliche Drachen wurden hingegen immer mit fünf Klauen dargestellt. Eine hervorragende Quelle für Keramik aus diesem Teil der Welt ist Wang Qingzhengs A Dictionary of Chinese Ceramics aus dem Jahr 2003. Auf der Titelseite des Buches ist eine ähnliche Schale mit einem Drachen mit drei Krallen zu sehen, die zeigt, dass es sich bei dem vorliegenden Stück um ein antikes Objekt von seltener Qualität handelt.
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