Eine äußerst seltene chinesische Cloisonné-Granatapfeldose aus der Ming-Dynastie ist aus dem Dunkel der Geschichte wieder aufgetaucht und erzielte bei ihrer Versteigerung am 18. Mai 288.000 GBP (ca. 332.000 Euro, inkl. Aufgeld). Vorab der Auktion war das außergewöhnliche Fundstück, das in einem verstaubten Schrank auf dem Dachboden eines Einfamilienhauses entdeckt wurde, auf 6.000-10.000 GBP geschätzt worden.

Die Dose, die seit dem Tod ihres Besitzers, Major Edward Copleston Radcliffe (1898-1967), unbemerkt und unberührt geblieben war, war Teil seiner ansonsten weniger wertvollen Sammlung. Erst als Radcliffes Familie entschied, die Sammlung an Dreweatts zu schicken, erkannten die dortigen Experten Mark Newstead und Yingwen Tao den wahren Wert der Dose. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei der Dose um einen der verlorenen Schätze, die von Xuande, dem fünften Kaiser der Ming-Dynastie (1426-1435), in Auftrag gegeben worden waren.
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Major Radcliffe hatte die Dose 1946 bei einer Auktion von Sotheby's in London für 19 GBP, was heute etwa 1.000 GBP entspricht, ersteigert. 1953 war sie Teil einer Ausstellung mit chinesischer Kunst in der National Gallery of South Africa in Kapstadt. Nachdem man sie jahrzehntelang für verschollen hielt, ist sie nun eines von nur fünf bekannten Exemplaren, von denen sich eines im prestigeträchtigen Palastmuseum in Peking befindet. Insgesamt befinden sich drei in Museen oder Institutionssammlungen, und zwei, darunter die vorliegende Dose, in Privatbesitz. Jede der fünf Dosen weist auf der Unterseite die Herrschaftsmarke Yuandes auf.
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Mark Newstead, Leiter der Abteilung für asiatische Keramik und Kunstwerke bei Dreweatts, kommentierte den Verkauf: „Wir freuen uns über das Ergebnis für diese außergewöhnlich seltene chinesische Cloisonné-Granatapfeldose, die für Xuande, den fünften Kaiser der Ming-Dynastie, hergestellt wurde. Cloisonné-Emaille-Stücke aus der frühen Ming-Zeit sind äußerst selten, da die Produktion von den kaiserlichen Palast-Eunuchen streng reguliert wurde. Die Tatsache, dass sie in einem staubigen Schrank auf dem Dachboden eines Einfamilienhauses neben anderen weniger wertvollen Stücken entdeckt wurde, wo sie sich seit dem Tod seines Besitzers im Jahr 1967 befand, ist außergewöhnlich und wir wussten, dass sie weltweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Es gab ein sehr lebhaftes Bieten zwischen neun Telefonbietern, wobei sich schließlich ein privater Sammler in Asien durchsetzte und damit die Stärke des Marktes zeigte."
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